Warum sich E-Bikes rechnen

  • Publiziert: 21.06.2008

Wir wollten wissen, ob sich das Elektromotorrad als Zweitfahrzeug lohnt. Der Empa-Experte antwortet: Auf jeden Fall!

Sind E-Motorräder wie die Quantya tatsächlich so umweltfreundlich, wie es der Hersteller suggeriert? Marcel Gauch, Projektmanager der Schweizerischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa), rechnet vor: «Ein Kilometer mit dem Auto verursacht so viel Treibhausgas-Emissionen wie ein Töff auf 1,5 oder ein Scooter auf zwei Kilometern. Mit einem Elektrotöff wird dagegen erst durch 17 Kilometer Fahrt dieselbe Menge CO2 freigesetzt.»

Demnach eignet sich ein E-Töff ideal als Zweitfahrzeug für Pendler. Gauchs zweites Rechenbeispiel: «Kauft ein Autopendler einen E-Töff als Zweitfahrzeug, ist der Herstellungs-Energieaufwand ab 2000 gefahrenen Kilometern mit dem E-Töff bereits kompensiert. Und nach 10000 Kilometern Wegstrecke wären der Energiegehalt von etwa 750 Litern Benzin und total rund 2,3 Tonnen CO2 eingespart.

Bleibt die Frage: Wäre die Schweizer Stromproduktion einem Elektrotöff-Boom überhaupt gewachsen? Die Jahresfahrleistung aller Töffs in der Schweiz beträgt mehr als zwei Milliarden Kilometer. Zum Vergleich: Allein die 250000 Pendler im Grossraum Zürich schaffen mit dem Auto 1,1 Milliarden Kilometer im Jahr. Mit nur 0,25 Prozent der Schweizer Stromproduktion könnte der Energiebedarf der gesamten Zweirad-Flottenfahrleistung erbracht werden, wenn sie komplett auf E-Bikes umgestellt wäre.

Und würde nur so weit «elektrifiziert», dass die geforderte CO2-Reduktion (140000 Tonnen) erreicht wäre, bräuchte es gar nur 0,14 Prozent der gesamtschweizerischen Stromproduktion.  

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