Japanischer Luxus im Test: Infiniti Q70 Der grosse Unbekannte

«Altmodisch» könnte man ihn nennen. Aber gerade weil der frisch motorisierte Infiniti Q70 eine Limousine vom traditionellen Schlage ist, glänzt er als angenehmer Oberklassegleiter.

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In der Autowelt sind fünf Jahre eine Ewigkeit. Damals fanden wir den Infiniti M stylisch und topp modern. Jüngst geliftet und frisch dieselmotorisiert, heisst er nun Q70, sieht schneidig aus, aber setzt innen Staub an. Altmodisch? Ja, im besten Sinne: Die Sitze sind bequem wie Fernsehsessel, alles wirkt wie aus dem Vollen gefräst. Nur die Displays sind angejahrt und zu klar Nissan (Infiniti-Mutter). So lockt man kaum BMW- und Mercedes-Fahrer an.

Altmodisch, nicht aber altbacken ist auch das Fahrgefühl. Es muss eben gar nicht immer hyperdynamisch sein, um sich wohlzufühlen: Der Q70 vermittelt jene solide Schwere, die wir in der Liga früher schätzten, und gleitet entspannt dahin. Klar dürfte der Fond nach heutigem Standard grösser, die Lenkung gieriger sein. Aber das Leben ist schliesslich keine Überholspur, und auch so lümmeln sich die Passagiere hinten sehr entspannt.

Altmodisch ist auch der Preis. Es gab mal eine Zeit, als Limousinen der Oberliga nicht gleich nach dem dritten Kreuz in der Optionsliste über 100'000 Franken kosteten. Der getestete Q70 kommt auf 73'900 Franken. Radartempomat und Assistenten wie Rundumkamera, LED-Licht, elektrische Ledersitze und 100'000 Kilometer Gratisservice? Alles inklusive.

Bleibt als Crux: Das neue Dieselherz aus dem Mercedes-Regal ist zwar nicht von schlechten Eltern. Doch bei Sprints schwenkt der sonst angenehme, nur unter Last brummige Reisegeselle vor 1,9 Tonnen Leergewicht die weisse Fahne. Tipp: Wenns gemütlich sein darf, gerne. Sonst lieber zum feinen V6-Hybrid-Q70 greifen. Dann ist altmodisch hochmodern.

Publiziert am 08.08.2015 | Aktualisiert am 07.08.2015

Infiniti Q70 2.2d «Sport Tech»

Antrieb 2,1-Liter-R4-Turbodiesel, 170 PS, 400 Nm@1600/min, 7-Stufen-Automat, Heck
Fahrwerte
0–100 km/h 8,9 s, Spitze 220 km/h
Masse L/B/H = 4,98/1,85/1,49 m, Gewicht 1913 kg, Kofferraum 450 Liter
Verbrauch Werk/Test 4,9/6,9 l/100 km = 129/182 g CO2/km, Energieeffizienz B
Listenpreis ab 71'100 Fr. (Basis: 2.2d, 170 PS, ab 58'000 Fr.)
Plus viel Ausstattung, feiner Komfort, Topqualität
Minus hohes Gewicht, verstreute Bedienelemente

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7 Kommentare
  • jahn  berger 08.08.2015
    Wer will schon bei einer oberklasselimousine nen Diesel mit nur 170 ps da hätte sich infiniti schweiz lieber denn 3.7 liter benziner zugeleht
    oder das hybrid modell. hätte Warscheinlich bessere verkaufs aussicht.
  • Jean-Philippe  Ducrey 08.08.2015
    Mir persönlich ist das Auto zu klein geschneidert und irgendwie unbequem, die Instrumente und Bedienelemente sind alle gut 1-2cm falsch platziert. Für jene, die sich darin wohl fühlen aber ein respektables Gefährt. Allerdings würd ich nie und nimmer auf den Diesel setzen. Das ist ein schlecht abgestimmtes Gebastel, welches dem Anspruch von Infiniti niemals genügt.
  • Kai   Fiesling 08.08.2015
    Wenn ich im Jahr 2015 für 71000.- ein Auto kaufe welches der Luxusklasse angehört, dann sollte es nicht aussehen als hätten man einen Mazda Xedos von 1999 mit Anabolika aufgepumpt sondern wie eine Luxus Limousine von heute.
  • Horst  Schlemmer aus Einsiedeln
    08.08.2015
    Ein 2 tonnen auto, dass aussieht wie aus einem comic entsprungen... dazu müde 170 ps.
    Was soll so eine limousine, due von jedem polo tdi stehen gelassen wird...? Und nachdem ich sie gefahren habe will sie niemand als gebrauchtwagen haben...
    • M.V.  Ryter aus Kairo
      08.08.2015
      Unter den Menschen die viel unterwegs sind oder sein müssen gibt es durchaus auch solche die Komfort gepaart mit Sicherheit und Ästhetik schätzen. Nicht jeder rast mit nur mit seinem Auto, um hormonelle oder reife bedingte "Defizite" über Tempoexzesse zu kompensieren
    • Alfredo  Gehring aus Gera Lario
      08.08.2015
      Die zu 90 Prozent in Europa erlaubten Höchstgeschwindigkeiten schafft dieses Auto sicherlich locker. Die Zeit der Speed-Junkies ist so oder so abgelaufen.
  • Pascal  Meister , via Facebook 08.08.2015
    Mir würde das Cabrio Q60 gefallen, aber das ist hierzulande nur mit dem durstigen und auch sonst fragwürdigen Sechszylinder zu haben. Schade. Die Verkaufszahlen sind entsprechend, trotz netten Designs und tollen Klappverdecks.