Im Test: VW Golf R Variant Raum für Radau

Als R wird der VW Golf Variant zum Familienkombi mit Rennstrecken-Ambitionen.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Top 3

1 Kia Niro im Test Als Anfänger gleich Profi
2 «Das Schweizer Auto des Jahres» im Test Renault Megane überzeugt alle!
3 Fiat 124 Spider im Test Ein Italiener aus Fernost

Tests

teilen
teilen
23 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden

Morgens, halb zehn in Deutschland. Nein, wir haben keine Zeit, uns jetzt einen Schoko-Knusperriegel reinzuziehen. Einkaufen steht auf dem Plan. Zwei Kästen Limo, vier Einkaufstaschen und Spielzeug für die Kids. Das soll in den 300 PS starken Golf R passen? Ohne Probleme, schliesslich fahren wir den R als neue Kombiversion Variant – und der schluckt mindestens 600 Liter.

Auf dem Rückweg über die deutsche Autobahn Richtung Schweizer Grenze schweifen die Gedanken ab: Ohne Familie an Bord würde ich den Fahrmodus jetzt auf «Race» wechseln. Die Fahrwerksregelung würde die Dämpfer härten, die Gasannahme wäre direkter, der aufgeladene Vierzylinder würde Gangwechsel über das DSG mit unanständigen Rülpsern aus den beiden Doppelendrohren quittieren. Doch die Verantwortung mässigt mich: Ich fahre weder die 250 km/h Spitze aus, noch drücke ich bei der Autobahnauffahrt das Gas gnadenlos durch, wodurch der Golf R in 5,1 Sekunden auf Tempo 100 schiessen würde.

«Nächstes Wochenende mit den Kollegen», denke ich mir. Dann bleibt genug Zeit, die präzise Lenkung und die grandiose Traktion des Allradlers auszukosten. So rollen wir im Komfortmodus entspannt heimwärts, freuen uns über das sportlich-schlichte Cockpit und die bequemen Ledersitze. Der R kann auch familienfreundlich! Allerdings geben wir das Geld, das wir beim Einkaufen gespart haben, dann an anderer Stelle wieder aus: Weder ist der Normverbrauch von 7,0 l/100 km ohne grösste Selbstdisziplin zu schaffen (Test: 9,5 l/100 km), noch passt der über 51 000 Franken teure Golf R Variant ins knappe Familienbudget.

Publiziert am 01.09.2015 | Aktualisiert am 01.09.2015

VW Golf R Variant

Antrieb 2,0-Liter-Vierzylinder, Turbobenziner, 300 PS, 380 Nm ab 1800/min, Allrad, 6-Gang-DSG
Fahrleistungen 0-100 km/h 5,1 s, Spitze 250 km/h
Masse Länge/Breite/Höhe 4,66/1,80/1,48 m, Gewicht 1764 kg, Kofferraum 605 bis 1620 l
Verbrauch Werk/Test 7,0/9,5 l/100 km, 164/221 g CO2/km, Energieeffizienz E
Listenpreis ab 51 500 Franken (Basis Golf Variant, 110 PS, ab 23 850 Fr.)
Plus Antritt, dezent-sportliche Optik, adaptives Fahrwerk
Minus Hohes Leergewicht, Testverbrauch

teilen
teilen
23 shares
11 Kommentare
Fehler
Melden
autoscout24.ch

11 Kommentare
  • M  Müller aus Zürich
    01.09.2015
    Es sollten nur noch Fahrzeuge mit Energieeffizienz A zugelassen werden! Alles andere ist absolut nichtmehr zeitgemäss!
  • Peter  Spiess 01.09.2015
    Autos aus der AMAG Gruppe sind für gewisse Leute ein gefundenes Fressen zum negativ darüber zu urteilen, obwohl die Meisten kein solches Auto fahren.
    • Edi  Rama aus Baden
      01.09.2015
      Herr Spiess ich habe/fahre sowohl Fahrzeuge aus der AMAG-Gruppe auch Fahrzeuge aus der BMW-Gruppe. Was mir bei der AMAG negativ aufgefallen ist, dass sie im Unterhalt wesentlich teurer sind. Auch sind sie nicht Kulant wenn etwas am Fahrzeug ist. Bei der AMAG gibt es gute z.B. die TDI-Motoren oder auch schlechte Fahrzeuge 1.4 TSI mit Steuerkette oder das DSG Problem. Hier hingegen geht es um den Golf R, er verdient seine Anerkennung nicht, was ich beim alten R32 nicht unterschreiben kann.
    • steff  walther 01.09.2015
      @Spiess. Hängt das nicht auch etwas mit der gegenseitigen Kritikunfähigkeit zusammen? Und das beginnt nicht erst damit, wenn Fangruppen von deutschen Fabrikaten asiatische Fahrzeuge immer wieder als schlechte Kopierer bezeichnen. Eigene Kopierer als geniale Designer hinstellen.
      Vielleicht wäre es einmal angebracht in ehrlicher Kritik zu üben. Alle haben und machen Fehler, warum nicht dazu stehen und einmal sagen: Werbung ist das eine, die Realität was anderes!
    • Pierre  Glöckli , via Facebook 01.09.2015
      Edi Rama ich kann Ihre Aussagen bestätigen! Ich fahre selber einen GTI Neuwagen mit Steuerkettenproblem, Kupplungsproblem etc. etc. Die Internetforen sind auch voll damit. Die Probleme sind bekannt aber die AMAG will nichts davon wissen. Der Golf R hat kein richtiges Allrad, ist Turboaufgeladen und im März kommt bereits ein Facelift Golf. Total überteuert ... Wer so etwas "kauft" ist selber schuld. Für mich gilt "Nie wieder VW/AUDI/SKODA etc."
  • Gabor  Posch 01.09.2015
    Immer diese Märchen. Ein Zweiliter-Turbo mit anständig PS läuft exakt ein Autoleben lang. Heutzutage veraltet die Karosserie noch vor dem Motor. Den Vorgänger-R-Golf bin ich zweimal auf der Rennstrecke gefahren. Abgesehen davon, dass er dem einen odern andern etwas zu narrensicher ist, kenne ich keinen, der da super gerne wieder ausgestiegen ist. Der Verbrauch ist im Alltag locker unter die 10 Liter zu kriegen. Dass er kein Sparwunder ist, dürfte klar sein.
  • Peter  Werauchimmer , via Facebook 01.09.2015
    Es ist schon erstaunlich, wie heutzutage kleine Motor aufgezüchtet werden und mit Turboladern und Kompressoren bestückt werden, um ordentlich Leistung zu bekommen. Wie lange dabei die Motoren halten ist fraglich ebenso auch der Verbrauch. Ich fahre einen V8 mit 4.3l Hubraum. Das letzte Wochenende auf deutschen Autobahnen nicht langsam unterwegs Spitze: 250 km/h und Verbrauch lag nach 250 km Fahrt bei 13 Liter. Grandios und das für ein leicht über 2t schweren Kombi.
    • Markus  Buser 01.09.2015
      Ich war mit meinem smart in Deutschland unterwegs, Spitze 145km/h, viel schneller wäre auch nicht gegangen wegen Verkehr, Baustellen und Unfällen. 4.1 Liter auf 100km und ich bin gleich schnell am Ziel wie mit einem Lambo. Das aber wesentlich bequemer. Aber um die Egos zu befriedigen braucht es halt überall überdimmensionierte Schw.Verlängerer.
    • Gabor  Posch 01.09.2015
      @Markus Buser: Aber mit einem Lambo machts mehr Spass als in einem blossen lackierten Überrollkäfig sitzend. Ausserdem passt man mit einem Langen gar nicht in einen Smart. ;-D
  • Edi  Rama aus Baden
    01.09.2015
    Ich hatte das Vergnügen für 2 Tage den Golf R als Ersatzwagen zu fahren. Mein Fazit: Zu hoher Verbrauch unter 10 Liter ging bei mir nichts. Künstliche Motorgeräusche aus den Lautsprecher welche extrem nerven, überrissener Neupreis. Lieber kaufe ich einen "richtigen" Motor mit 6 Zylinder und 300 PS, als einen extrem aufgeladenen 2 Liter. Nach dem Motto Hubraum ist nur durch Hubraum zu ersetzen. Denn ein 6 Zylinder wird dir nicht viel mehr verbrauchen, doch er fährt viel ruhiger und ist haltbarer.
    • Chäpp  Zingg aus Rheintal
      01.09.2015
      Bin ganz Ihrer Meinung. Künstlicher Sound aus den Lautsprechern ist etwas vom Lächerlichsten, was die Automobilbranche jemals auf den Markt gebracht hat. Oftmals sind sogar verschiedene "Klänge" wählbar. Diese aufgeblasenen Vierzylinderchen, die dann auch noch wie ein 6- oder 8-Zylinder klingen sollen. Einfach nur grotesk. Sowie die Auspuffendrohre. Für jeden Zylinder eins. Ganz und gar nicht mein Ding. Aber jedem das Seine.