Dauertest-Abschluss Nissan Qashqai Der treue Nomade zieht weiter

Nach einem pannenfreien Jahr im SonntagsBlick-Dauertest entlassen wir den Crossover-Pionier Nissan Qashqai nur ungern aus unserem Fuhrpark.

Nissan Qashqai 1.6 dCi 4x4 «Tekna»
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Vor einem Jahr brachen wir uns an seinem Namen fast die Zunge, nun bricht er uns beim Abschied ein wenig das Herz: der erfolgreiche Crossover-Pionier Nissan Qashqai. Er war 2007 nicht nur der erste, der segmentübergreifend auf Kundenfang ging, sondern bis heute einer der erfolgreichsten. Beliebt machte sich die zweite Qashqai-Generation wegen ihrer Vielseitigkeit auch auf unserer Redaktion. Ob als Lastenschlepper bei Zügelterminen, als Freizeitmobil bei Städtetrips oder als leichter Offroader bei Ausflügen in die verschneiten Berge – der Nissan Qashqai tanzte während eines Jahres auf vielen Hochzeiten und machte in seinem tief blauen Anzug stets eine gute Figur.

Was uns aber auf unseren insgesamt 25'000 Testkilometern am meisten überraschte, war sein Unterstatement bezüglich Verbrauch. Denn obwohl der 1,6-Liter-Vierzylinder Turbodiesel mit 130 PS und satten 320 Nm stets für flotten Vortrieb sorgte, genehmigte er sich im Schnitt nur gerade 6,6 l/100 km. Selbst bei rasanten Fahrten über die deutsche Autobahn benötigte der japanische Allrounder nicht mehr als 7,5 l/100 km. Wenn es jedoch ums Beladen ging, entpuppte sich der Qashqai als geräumiger Schluckspecht. Bis zu 1585 Liter Gepäck fasst sein Kofferraum, bei aufrechter Rückbank sinds immer noch 485 Liter. Doch nicht nur das Gepäck, auch die fünf Passagiere im Fond und Cockpit reisten in unserem Dauertester mit der Top-Ausstattung «Tekna» sehr komfortabel. Diese bietet unter anderem Annehmlichkeiten wie LED-Scheinwerfer, Navigationssystem, Ledersitze, eine 360-Grad-Kamera sowie ein riesiges Panoramadach, das die Fahrten zum Erlebnis machen.

Für ein Erlebnis der eher nervenden Sorte sorgte hingegen das Radio, das sich einige Male selbständig machte und plötzlich von DAB auf FM wechselte – oder gar nichts mehr empfing. Selbst ein sofortiger Restart half dann nicht immer. Sonst aber gab unser Qashqai kaum Anlass zum Meckern. Setzte er sich doch als sicherstes Auto seiner Klasse im Euro-NCAP-Crashtest gegen sämtliche Konkurrenten durch. Damit es aber gar nicht erst soweit kommt, sind zahlreiche technische Helfer wie Totwinkelwarner, Einparkhilfe oder ein Notbremsassistent mit an Bord. Diese gingen jedoch teilweise etwas gar übereifrig ans Werk. Selbst bei hindernisfreier Fahrt piepten und blinkten die Assistenten ab und an, was eher für Verwirrung als für Sicherheit sorgte. Schade, denn so sank die Begeisterung für die eigentlich sinnvollen Helfer bald einmal.

Dies war jedoch der einzige wirkliche Fauxpas, den sich unser Dauertester während eines ganzen Jahres erlaubte. Denn trotz seines exotischen Namens, der auf das Nomadenvolk der Kaschgai im heissen Wüstenstaat Iran anspielt, gab sich der Qashqai dank 4x4 auch im Winter keine Blösse. Durch die aktive Spur- und Fahrwerkskontrolle, die mit kaum spürbaren Bremseingriffen auf Kurvenfahrten oder bei Wankbewegungen für zusätzliche Sicherheit sorgt, fuhren wir mit dem 4,38 Meter langen und rund 1,5 Tonnen schweren Crossover selbst bei schneebedeckter Strasse sicher ans Ziel. Neben der komfortablen und extrem schnell reagierenden Sitzheizung entpuppte sich zudem die elektrische Frontscheibenheizung als sehr praktischer Helfer in der kalten Jahreszeit. Diese ist mittlerweile vorbei, wie auch die Zeit mit unserem Qashqai. Unser treuer Nomade verlässt unsere Redaktion nach einem Jahr und 25'000 pannenfreien Kilometern und bricht zu neuen Abenteuern auf. Wir werden den japanischen Tausendsassa auf alle Fälle vermissen.

Publiziert am 29.03.2015 | Aktualisiert am 30.03.2015

Nissan Qashqai 1.6 dCi 4x4 «Tekna»

Antrieb R4-Turbodiesel, 1598 ccm, 130 PS, 320 Nm ab 1750/min, 4x4, manuelles 6-Gang-Getriebe
Fahrleistungen 0–100 km/h 10,5 s, Spitze 190 km/h
Masse
L/B/H 4,38/1,81/1,60 m, Gewicht 1518 kg, Kofferraum 430 bis 1585 Liter
Umwelt Werks-/Testverbrauch: 4,9/6,6 l/100 km = 129/174 g/km CO2, Energieeffizienz B
Optionen Fahrassistenz-Paket (Fernlicht-Assistent, autonomer Notbremsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Spurhalte-Assistent) Nissan Safety Shield für 360° Sicherheit (Totwinkel-Warner; Müdigkeits- und Bewegunserkennung; Intelligenter Einpark-Assistent), NissanConnect Navigationssystem (Navi mit 7-Zoll-Farbdisplay und Touchscreen, Rückfahrkamera in Farbe, 360-Grad Kamera, Smartphone Integration, Digitalradio (DAB), USB-Schnittstelle, Bluetooth Audio streaming)
Preise/Restwert ab 41'990 Franken, Testwagen mit Optionen (bei Testbeginn) 44'180 Franken (Basismodell mit 115 PS ab 24 790 Franken). Restwert Händler-Eintausch*: ca. 24'300 Franken, Restwert Händler-Verkauf*: ca. 29'100 Franken.
*Nach 1 Jahr und 25 000 km. Quelle: www.eurotaxglass.ch

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1 Kommentare
  • langes  Elend 31.03.2015
    "japanischen Tausendsassa"

    Der Qashqai ist eine Entwicklung von Nissan in Europa und für Europa, er hat einen Renault Motor und wird von der Nissan Motor Manufacturing UK in englischen Sunderland gebaut. Nissan gehört zu 43.5 Prozent zu Renault und 3.1 Prozent zu Daimler, also der Wagen hat nicht arg viel japanische Gene, aber immerhin die wichtigsten die für eine bezahlbare Qualität.