Citroën E-Méhari im Test Saint-Tropez in der Agglo

Viel sinnloser wirds nicht. Viel vergnüglicher aber auch nicht: Der elektrische Citroën E-Méhari ist das gnadenlos offene und wunderbar unvernünftige Funmobil der Saison.

Saint-Tropez in der Agglo
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Mut haben sie, diese Franzosen! Auch VW & Co. machen uns an Autosalons gerne mit Funmobil-Studien den Mund wässrig – die dann meist in irgendeinem Keller verstauben. Und Citroën? Liess uns über die Studie eines Méhari-Nachfolgers schmunzeln – und baut ihn jetzt!

In dem gnadenlos offenen Plastikding sitzt man selbst drinnen draussen. Keine Airbags, aber skurrilerweise Klimaanlage als einzige Option (1650 Franken).

Über der Plastikwanne ein Partyzelt für Bastler: Der Aufbau dauert länger als jeder Regen. Wie einst im Ur-Méhari.

Spass muss sein

Ja, der E-Méhari ist nötig wie ein Sack Pommes-Chips – aber genauso unwiderstehlich: Spontane Lachanfälle bei uns und anderen. Wir ernten Winken und Handyfotos. Als es tröpfelt, sogar einen Regenschirm, den uns ein Audi-Fahrer schenkt. Dem wasserfesten Innenraum (Dreckig? Einfach abspritzen – siehe Video!) ists egal.

Technische Daten

Citroën E-Méhari

Antrieb: E-Motor, 50 kW (68 PS), 140 Nm@1/min, 1-Gang-Automat, Frontantrieb
Fahrleistungen: 0-50 km/h 6,4 s, Spitze 110 km/h, Reichweite Werk/Test ca. 150/160 km
Masse: L/B/H 3,81/1,73/1,65 m, 1480 kg, Laderaum/-fach 200-800/100 l
Verbrauch: Werk/Test ca. 20/25 kWh/100 km, 0/0 g CO2/km, Energieeffizienz A
Preis: Ab 27'000 Franken (+ Akkumiete 92 Fr./mtl.)
Plus: Witziges Design, viel Platz für vier Insassen, angenehmes Fahrwerk, Schwiegermutter will nie mehr mitfahren
Minus: Heftige Akkuladeverluste im Stand, Alltagnutzen annähernd null

Unserer Laune auch. Unter blauem Himmel schaukeln wir durch die Agglo, als sei sie Saint-Tropez: Wir sind wieder jung, haben Luft im Haar und Liebe im Herz. Am Rotlicht zeigt der E-Motor GTIs die LED-Rücklichter. Ab Tempo 80 wirds zäh, aber das Wohlfühltempo liegt wegen Windstärke 12 und Wünschelrutenlenkung eh bei 60 Sachen. Testreichweite: gut 160 Kilometer.

Schwächen? Weglächeln

Okay, Das Schliesssystem (Sensor an Frontscheibe halten) klappt wie Dartwürfe: Meist gehts daneben.

Und zwar kostet der Strom an sich nur knapp drei Franken je 100 Kilometer – aber unangestöpselt entlädt sich der Akku schnell, was die Kosten treibt. Ein Witz auf Rädern? Ja – aber ein richtig guter! Jetzt aber los: Von 1000 E-Méhari kommen nur 30 zu uns.

Das Original

Citroën Méhari

Ohne den Kunststoff Acrylnitril-Butadien-Styrol (ABS) wäre der Ur-Méhari nie auf die Welt geschaukelt. ABS-Erfinder SEAB kam auf die Idee, Citroën ein Auto mit ABS-Karosse auf Döschwo-Chassis zu bauen. Ab 1968 entstand der Méhari mit 28 PS für nur 580 Kilo als Arbeitsesel für Gemüsebauern oder Funcar wie bei Louis de Funès («Gendarm von Saint-Tropez»). Erst 1987 ging das «Renndromedar» (Méhari) nach 145'000 zivilen und 20'000 militärischen Stück in Rente. Gute Oldies ohne verrosteten Rohrrahmen und ohne Risse im ABS kosten ungefähr 20'000 Franken.

 

Publiziert am 15.09.2016 | Aktualisiert am 15.09.2016
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