1-Jahr- und 30'000-km-Dauertest: Porsche Macan S Diesel Ganz ohne Pleiten, Pech und Pannen

Mit Bravour absolviert der Porsche Macan S Diesel unseren Dauertest. Ein ganzes Jahr lang stellte er sich den unterschiedlichsten Strapazen. Doch weder Pannen noch Reparaturen trüben die Bilanz nach 30'000 Kilometern.

Porsche Macan
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Der Macan hat sich gleich seit der Lancierung im Frühling 2014 zum Verkaufsschlager entwickelt. Mit 1216 Verkäufen etablierte er sich sofort als meistverkaufter Porsche – deutlich vor dem Dauer-Bestseller 911. Für unseren Langzeittest entschieden wir uns für die 258 PS starke Dieselvariante. Für 800 Franken Aufpreis gibt es den Macan aber auch mit 340 PS starkem Dreiliter-Benziner (ab 73'000 Fr.) oder als Turbo mit 3,6 Litern Hubraum und 400 PS (ab 100'300 Fr.). Das Dieselmodell ist aber sicher die vernünftigste Variante. Befürchtungen, dass wir dadurch auf Fahrspass verzichten müssten, bewahrheiteten sich nicht.

Der von Audi übernommene Diesel sorgt vor allem dank dem Drehmoment von maximal 580 Nm für sehr standesgemässes Vorwärtskommen. Um das dynamische Porsche-Gen zu wecken, muss allerdings die serienmässige Sport-Taste gedrückt werden. So reagiert der Motor deutlich spontaner auf Gasbefehle, die Schaltzeiten werden kürzer, die Schaltpunkte schärfer. Mit dem optionalen Sport Chrono-Paket (plus 1310 Fr.) kann die Performance auf Knopfdruck (Sport Plus-Taste) noch weiter gesteigert werden: Neben der noch dynamischeren Abstimmung des Motors wird auch das Fahrwerk deutlich straffer und dank der Launch Control, die Rennsport ähnliche Starts erlaubt, verkürzt sich die Beschleunigungszeit auf 100 km/h um 0,2 Sekunden (6,1 statt 6,3 s).

Gerade in der Sport Plus-Konfiguration zeigt der Macan der Konkurrenz, wo's lang geht. Die Lenkung ist präzise, das elektronische Hinterachsdifferenzial sorgt für zusätzlichen Grip und vorne wird mit gezielten Bremseingriffen die Kurvenlust gesteigert. So agil, schnell und wendig lässt sich kaum ein anderer SUV bewegen. Beeindruckend: Das elektronische Fahrwerk sorgt zusammen mit den bequemen Sitzen trotzdem für angenehmen Federungskomfort.

Kein Wunder, wurde unser Dauertest-Porsche immer wieder gerne für längere Reisen eingesetzt. Nicht zuletzt, weil die Reichweite dank 75-Liter-Tank und unserem Durchschnittsverbrauch von 7,6 l/100 km über 900 Kilometer betrug. Und mit etwas sanfterem Gasfuss konnten wir den Wert selbst unter die sieben-Liter-Marke senken und die Reichweite auf über 1000 Kilometer ausdehnen.

Positiv bleibt uns auch die Verarbeitungsqualität in Erinnerung. Nach 30'000 Kilometern zeigt der Innenraum nicht die geringsten Abnutzungserscheinungen, und auch empfindliche Ohren können keine störenden Geräusche ausmachen. Dass sich Porsche bei der Bedienung bewusst auf eine Vielzahl von Knöpfen und Schaltern verlässt, kann zu Beginn etwas verwirren – wir hatten uns aber schnell daran gewöhnt.

Also nur Lob und kein Tadel? Nicht ganz. Das Platzangebot im Fond ist nicht besonders üppig und auch der Kofferraum ist mit 500 bis 1500 Litern nicht gerade riesig. Am meisten Kritik setzt es aber für die Stopp/Start-Automatik ab: Zum einen reagiert sie ziemlich verzögert, zum anderen schaltet sie beim Anhalten auf leichtem Gefälle den Motor komplett aus und kann ihn nicht wieder automatisch starten. Schliesslich ist der Macan auch ein sehr angenehmes Winterauto mit perfekter Traktion. In der kalten Jahreszeit offenbarte sich aber eine weitere Schwäche: Die Karosserie neigt zu so starker Selbstverschmutzung, dass die Türgriffe teilweise kaum mehr benutzt werden konnten. Und billig ist der Macan nicht. Unter 72'000 Franken geht gar nichts. Und wer sich die Aufpreisliste etwas genauer anschaut, hat schnell Extras für 15'000 Franken zusammen.

Immerhin ist der Macan dank der Eurokrise heute allein im Basispreis 4000 Franken günstiger als vor zwölf Monaten. Das freut den Neuwagenkäufer, ärgert aber den Occasionsverkäufer: So wird unser einjähriger Dauertester heute rund 42 Prozent unter Neuwert gehandelt. Nicht nur deswegen sagen wir höchst ungern adieu.

Publiziert am 03.05.2015 | Aktualisiert am 11.05.2015

Steckbrief: Porsche Macan S Diesel

Antrieb V6-Turbodiesel, 2967 ccm, 258 PS, 580 Nm ab 1750/min, 4x4, 7-Gang-PDK
Fahrleistungen 0–100 km/h 6,1 s, Spitze 230 km/h.
Masse
L/B/H = 4,68/1,92/1,62 m, Gewicht 1955, Kofferraum 500 bis 1500 Liter.
Umwelt Werks-/Testverbrauch: 6,3/7,6 l/100 km = 164/200 g/km CO2, Energieeffizienz D.
Serie Automatische Heckklappe, Sport-Taste, Stopp/Start-Automatik, Doppelkupplungsgetriebe (PDK), Multifunktionslenkrad mit Schaltpaddles, 2-Zonen-Klimaanlage, Scheibenwischer-Regensensor, elektrische Sitzverstellung Fahrer u.a.
Optionen Testwagen Bi-Xenon-Licht, Luftfederung inkl. aktive Fahrwerksregelung (PASM), Lederausstattung, Panorama-Dach, Rückfahrkamera, Sport Chrono Paket, 20 Zoll-Räder, Sitzheizung vorne, Tempostat, Sportsitze, Porsche Car Connect (PCC) plus Communication Management (PCM) inkl. Navi.
Preise/Restwert aktuell ab 72'300 Franken, bei Testbeginn 76'100 Franken (Testwagen inkl. Optionen 102'700 Franken) Restwert Händler-Eintausch*: 55'500 Franken, Restwert Händler-Verkauf*: ca. 65'600 Franken.
* Nach 1 Jahr und 30 000 km. Quelle: www.eurotaxglass.ch

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9 Kommentare
  • Peter  Leo 10.05.2015
    Was sind denn schon 30 000 km für einen so teuren Götzen. Der Test sollte mindestens über 200 000 km gehen. Weiter als von A nach B kommt auch der nicht.
  • Markus  von Gunten aus Bern
    04.05.2015
    Der ist viel zu klein. Ich kaufe prinzipiell jedes Jahr das grösste SUV, welches auf den Markt kommt. Ich will der höchste auf der Strasse sein. Damit steigen meine Chancen im Crash.
  • Erwin  Sablonier 04.05.2015
    Der ist den Zuffenhausener gelungen und über die Technik muss man nichts sagen. Porsche kann Autos bauen, sind leider zu teuer für mich.

    Also was jetzt an einem Fiat Punto so grandios sein soll, dass man dafür freiwillig auf einen Porsche verzichten würde, erkenne ich jetzt beim besten Willen nicht.
    Sind zwei verschiedene Welten.
  • Noldi  Schwarz 04.05.2015
    Das macht eine Abschreiber von 1.60 pro gefahrenen Kilometer. Da kaufe ich mir lieber ein billigeres Auto. Denn die Kisten stehen ja eh die grösste Zeit irgendwo herum. Und der eingesparte Betrag reicht locker füer eine 1. Klasse-Weltreise.
  • Grass  Hopper 03.05.2015
    Wow super. Mein Punto Jg. 1999 hat 140000km und macht ebenfalls keine Faxen. Manchmal frage ich mich ja wirklich ob ich ein neues kaufen will.
    • Gabor  Posch 03.05.2015
      Völlig uninteressant, den hier ist von Autos die Rede, nicht von Turnschuhen.
    • stocker  lars 03.05.2015
      Sie sollten Autos mit Autos vergleichen! Was zum Geier ist ein Fiat Punto;? Hier geht es um einen Porsche mit dem schönsten Heck aller SUVs auf dem Markt! Ich weiss jetzt nicht wirklich wie Sie Ihre Italokrücke mit diesem Premiumwagen vergleichen wollen. Absurd! Alleine Alfa Romeo bewegt sich auf einem anderen Level als Fiat! Ausser Spesen nichts gewesen. Lächerlich....
    • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
      04.05.2015
      Gabor und Stocker, Ihr seit nur neidisch weil ein Punto 140000km ohne Probleme hingelegen hat, Der sogenannte Superporsche hat nur 30000km hingelegt. Will mal sehen was da alles kommt wenn der mal richtige KM drauf hat. Ich besitze ca. 50 Autos und einige mit ueber 400000 Km und einge Jahre alt und ich wuerde keinen fuer diesen Porsche eintauschen. Und ein Fiat ziehe ich jeden Tag einem Porsche vor !!!
    • Gabor  Posch 04.05.2015
      Aber natürlich, Ewald, natürlich, ich bin neidisch auf einen 16-jährigen Fiat Punto. Genau so, wie ich total neidisch darauf bin, dass Sie offenbar 50 Autos im Stall haben, weil Sie ja so ein toller Hecht sind, der drauskommt.