Unterwegs mit Entwicklungschef Hackenberg im neuen Audi A4 Heimlicher Fortschritt

Der neue Audi A4 kommt zwar erst im November auf den Markt. SonntagsBlick durfte aber exklusiv bereits jetzt mit Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg ans Steuer – und war beeindruckt.

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Intuitiv streicht Audi-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg mit dem Finger übers nun feststehende, nicht mehr versenkbare 8,3-Zoll-Display des neuen Audi A4. Aber es tut sich nichts! «Das müsste doch gehen», grummelt er und versucht erneut, im Navi den Flughafen als neues Endziel einzugeben. Dann die Erkenntnis: «Ach ja, den Touchscreen führen wir erst ab dem neuen Audi A8 ein.»

Aber auch mittels Controller und Touchpadbedienung hat der Audi-Chefentwickler den Flughafen im Cockpit des neuen A4 im Nu ins Navi einprogrammiert. Das funktioniert genauso tadellos wie die frei konfigurierbaren Digitalinstrumente, das gestochen scharfe Head-Up-Display oder die Tasten mit Mehrfachbelegung, bei denen Funktionen erst angezeigt werden, wenn man die Taste berührt. Cockpit und Interieur des neuen A4 sind nicht nur elegant, sondern auch gut verarbeitet. Sogar schon beim uns für die Fahrt zum Flughafen zur Verfügung stehenden Vorserienfahrzeug.

Als Hackenberg vor zwei Jahren von VW zu Audi stiess, war der neue A4 schon fast fertig entwickelt. Mit seinen korrigierenden Eingriffen drückte der Entwicklungschef dem Wagen dennoch seinen Stempel auf. Optisch unterscheidet sich der 4,73 Meter lange A4 kaum vom Vorgänger, dennoch ist er an seinen frechen, dynamischen Blinkern und den neuen LED-Scheinwerfern sofort zu erkennen. Wie zum Beweis kreuzen wir einen alten Lanz-Bulldog-Traktor aus den 1940ern und dessen Fahrer starrt unserem A4 nach. Hackenberg strahlt – der Maschinenbauer in ihm über den alten Traktor, und der Entwicklungschef, dass der Audi sogleich als Neuer erkannt wurde. «Den A4 darf man optisch nicht revolutionieren, sondern nur evolutionär verändern, sonst vergrault man die Stammkundschaft», erklärt er. «Aber ein, zwei Eyecatcher brauchts schon!»

Selbst wenn es auf Anhieb nicht gleich zu erkennen ist, profitiert der neue A4 von viel Hightech, ist bis zu 120 Kilo leichter und fährt sich sehr souverän. Gut gelungen ist vor allem das Fahrwerk mit den neu entwickelten Fünf-Lenker-Achsen. Zudem kann man über den Drive-Select-Schalter im Cockpit den Dämpfer-Modus wählen. «Das Fahrwerk ist sehr komfortorientiert», erläutert Hackenberg. Zur Demonstration fährt er extra rechts über die Pflastersteine. Und tatsächlich, der Audi glättet die kleinen Unebenheiten souverän glatt. «Wir haben ihm Feinschliff verpasst, ohne jedoch die Störinfos ganz weg zu nehmen. Schliesslich muss der Fahrer ja wissen, dass er auf Pflasterstein fährt.» Auch die neue elektromechanische Servolenkung überzeugt. Nur mit den Fingerspitzen dirigiert Hackenberg den A4 lässig und präzise durch die vielen Kurvenpassagen.

Sehr laufruhig und gut auf die 8-Gang-Automatik abgestimmt wirkt der neue Dreiliter-V6-Diesel mit 272 PS und 600 Nm. Wieso aber kommt der A4 nicht mit Plug-in-Hybridantrieb? «Wir haben ihn zwar im Baukasten», antwortet Hackenberg, «und werden ihn beim A6, Q5 und Q7 auch bringen. Aber die A4-Kunden verlangen ihn noch nicht. Dafür bringen wir weitere V6-Motoren und bald unterschiedliche Hybridvarianten wie einen Microhybrid oder einen mit 48-Volt-Bordnetz. Und natürlich eine Erdgas-Version.» Er holt kurz Atem und ergänzt: «Zudem arbeiten wir auch an elektrischen Verdichtern. So bleiben wir effizient, verlieren aber nichts an Sportlichkeit.»

Die kommt ab 2016 nicht zu kurz. Wie beim Vorgänger wird auch der Neue erst als dynamischer S, später (2017) auch als besonders leistungsstarker RS angeboten. «Auf Wunsch hat der A4 alle Assistenzsysteme, die wir auch im Q7 anbieten an Bord», betont Hackenberg zum Abschluss unserer Fahrt. Zu den Preisen will er noch nichts verraten, doch ehe er sich verabschiedet und in den Werks-Jet steigt, sagt er schmunzelnd: «Bei Ihrer Rückfahrt können Sie sich ja noch von den Komfort- und Sicherheitsfeatures wie etwa dem Stauassistenten oder dem aktiven Spurhalteassistenten überzeugen, falls Sie nun im Feierabendverkehr landen.»

Publiziert am 27.07.2015 | Aktualisiert am 26.07.2015
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6 Kommentare
  • Daniel  Grob 27.07.2015
    Herr Hackenberg ist der Meinung, man dürfe den Audi optisch nicht revolutionieren, sonst vergraule man die Stammkundschaft. Die Absatzzahlen geben ihm wohl recht. Aber jedesmal wenn ich einer Audi-Flotte entlangfahre, bin ich erschüttert über das Single Frame-Einerlei über alle Modelle hinweg. Ich befürchte, dass man sich vor lauter Fixierung auf einen scheinbar unveränderlichen Kundengeschmack jegliche gestalterische Weiterentwicklung verschenkt.
  • Manfred  Hügi , via Facebook 27.07.2015
    und wenn das soooo viel tolle Technik und Qualität drin sein soll, warum schafft es der VAG-Konzern nicht, mehr als nur 2 Jahre Werksgarantie einzubinden??
  • Jean-Piere  Neidhart aus Sattahip/Chonburi
    27.07.2015
    Richtig langweilige Karosse, ein typisches Rentnerauto eben.
  • Roger  Stahel 27.07.2015
    Stauassistenten,Spurhalteassistenten,Berganfahrtshilfe,Schildererkennung etc.wieso fährt man nicht gleich mit der Bahn,bei so viel Hilfe hätte man früher nicht mal den Führerschein bestanden!Mir hat es heute persönlich zu viel Schnickschnack an Bord und habe das Gefühl das der Fahrer vor lauter Spielereien sich gar nicht mehr richtig auf den Verkehr konzentrieren kann,mir fällt es auf jedenfall auf das immer mehr abgelenkt sind und manchmal sehr zick zack fahren!
    • Daniel  Grob 27.07.2015
      Der Bürger wird eben nicht nur von der Politik bevormundet, sondern auch im Strassenverkehr. Mich nimmt lediglich wunder, wie lange es noch dauert, bis auch das Steuerrad entfernt wird, da zu gefährlich.
    • pascal  müller aus zürich
      27.07.2015
      ob nützlich oder nicht lässt sich diskutiere. was ich überhaupt ausstehe an modernen autos sind die elektronikfehler zb wenn die diebstahlsixherung spinnt und das auto sich garnicht starten lässt etc ... da vermisst man schon den primitiven motor ohne den schnickschnack, alle repersturen an meinem audi waren aufgrund elektronik... sehr mühsam