Tesla-Chef Elon Musk zum VW-Skandal «Elektro-Autos sind die einzige Lösung»

Das Tesla Model X ist da! Tesla-Boss Elon Musk (44) enthüllte den ersten elektrischen SUV diese Woche im kalifornischen Fremont. Wenige Tage zuvor trafen wir ihn zu einem Blitzinterview bei der Eröffnung des neuen Montagewerks im holländischen Tilburg.

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Während ich im Empfangsbereich des neuen Tesla-Werks in einem bequemen Ledersessel sitze, schneidet ein Angestellter noch die Etikette daran ab und hängt die letzten Bilder auf. Auf die letzte Sekunde wird alles perfekt hergerichtet sein, damit Tesla-Boss Elon Musk das erweiterte Werk im niederländischen Tilburg eröffnen kann.

Zwei Jahre nach dem Elektropionier Tesla in Europa sein erstes Werk ausserhalb Amerikas eröffnet hat, musste es bereits ausgebaut werden. Wenige Strassen neben dem ersten Werk findet neu auf knapp 45'000 Quadratmetern (entspricht sechs Fussballfeldern) die Endmontage des Model S statt. Batterie, Antriebsstrang, Hinterachse und Chassis kommen aus den USA und werden in Tilburg zusammengebaut.

Als erste Fabrik in Europa verfügt es über eine Indoor-Teststrecke. Dort wird auf 750 Metern die Beschleunigung und das Verhalten auf holpriger Fahrbahn geprüft – ein Teil der abschliessenden Qualitätskontrolle.

Täglich werden in Tillburg künftig 90 Tesla montiert. Von Tilburg aus gehen sie fast nach ganz Europa. Nur die Model S für die Schweiz und Norwegen kommen weiterhin direkt aus dem Tesla-Hauptwerk im kalifornischen Fremont. Das sei zolltechnisch günstiger und bedeute weniger Wartezeit für Schweizer Kunden, begründet Tesla.

Herr Musk, der VW-Abgas-Betrug erschüttert die ganze Autowelt. Ihre Meinung?
Elon Musk:
Der Volkswagen-Konzern beweist damit nur, dass der Verbrennungsmotor die Grenzen der Physik erreicht hat. Ich vermute, die VW-Ingenieure standen unter enormem Druck, die Motoren sparsamer und umweltfreundlicher zu machen. Doch physikalisch waren keine grossen Fortschritte mehr möglich – und so blieb ihnen nur die Trickserei.

Folglich muss die Autobranche jetzt voll auf Elektroantrieb setzen?
(lächelt) Vielleicht wird Volkswagen jetzt Elektro-Vorreiter. Es wäre jedenfalls das Beste, was aus dieser Geschichte entstehen könnte – wenn die anderen Autohersteller nun einsehen würden, dass Elektroautos die einzig richtige Lösung sind. Bedenken Sie: Wenn Sie heute im Stau stehen, kommt die Frischluft für ihre Klimaanlage praktisch aus dem Auspuff des vor Ihnen stehenden Fahrzeugs...

Wird Tesla vom VW-Skandal profitieren?
Ach wissen Sie, ich denke nicht oft übers Geschäft nach. Ich verfolge ein höheres Ziel: Wir wollen den Wandel zu einer nachhaltigen Mobilität beschleunigen. Was nützt ein volles Bankkonto, wenn die Zukunft nicht gut ist?

Aber irgendwann muss auch Tesla Gewinn machen?
Natürlich, sonst werden unsere Aktionäre ungeduldig. Ich erwarte, dass es 2020 soweit ist. Schon nächstes Jahr sollten wir den Break-even erreichen.

Derzeit montieren Sie in Europa nur aus Amerika angelieferte Komponenten. Werden Sie eines Tages in Europa auch produzieren?
Längerfristig sicher! Weil es für den europäischen Markt wirtschaftlicher ist. Alleine nur der Transport der Autos aus Amerika kostet einiges. Also müssen wir lokal produzieren, wenn unsere Autos hier erschwinglicher werden sollen. Bis Mitte nächsten Jahres will ich in Europa einen Produktionsstandort gefunden haben. In England planen wir jedenfalls ein Entwicklungszentrum.

Publiziert am 05.10.2015 | Aktualisiert am 05.10.2015
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Spektakulär Spektakulär: Tesla Model X mit Flügeltüren
autoscout24.ch

39 Kommentare
  • Christian  Christian , via Facebook 05.10.2015
    Elektro autos sind wie veganer. Das bisschen was vw gemogelt hat spielt doch keine rolle, wenn die usa und china den höchsten co2 ausstoss haben und nichts dagegen tun. Kauft ein Twike da kann man im notfall noch in die pedale treten oder zurück zum Pferd.
  • RNR  _CH 05.10.2015
    Stimmt schon, Elektroautos verursachen im Betrieb keine Abgase. Die Herstellung, Unterhalt und Betrieb aber schon. Bis soetwas wie die Kernfusion, gute Strom speicher -eventuell Elektrolyse, Wasserstoff- funktioniert entstehen die bösen NOx, CO2, und CO-Moleküle halt anderswo.
    • Adrian  Moll , via Facebook 05.10.2015
      Nur in DEUTLICH geringerem Umfang, und wenn das Auto an der heimischen Solaranlage geladen wird hat kein CO oder NO Molekül eine Chance!
    • Xaver  Perte 05.10.2015
      Wer lädt schon seinen Tesla zu Hause, wenn es doch an der Tesla-Tankstelle Gratis-Strom gibt! So, und nun überlegen sie mal woher dieser Strom kommt.
  • Patrick  Jane aus Basel
    05.10.2015
    Wieso steht hier niergends, wieviel Co2 der Wagen pro 100km ausstösst? Laut Deutschem Strommix ca. 140g/km. Die Produktion der Batterien und die Entsorgung wird auch nochmals viel Energie benötigen. Die Tesla Jünger meinen wirklich, der Strom kommt aus der Steckdose und nicht von einem Kohlekraftwerk oder vom Atommeiler.
    • christian  Gloor 05.10.2015
      Laut Google ist der normale Deutsche Strommix bei 24.2g Co2-EQ oder 18.3g Co2 pro kWh. Der offizielle verbrauch des Teslas liegt bei 1.8kw für 100km den man durchaus erreichen kann. Aber auch verbräuche von 2.3kW/h sind noch realistisch also rechnen wir damit. Das währen dann also knapp 48.4g Co2-eq für 100km. Was weit weg ist von den 140g/km die sie Angeben.

      Jedem E-Auto-Fahrer wird die Herstellung des Stroms vorgeworfen und angerechnet. Wie siehts mit der Benzinherstellung / Transport aus?
  • PH  N0SER 05.10.2015
    Energie von 1 Barrel Öleinheit nach Kilowattstunden
    Aus einem Barrel Rohöl können rund 40 Litern Benzin und 36 Liter Diesel gemacht werden. Ein Barrel Öl in Diesel/Benzin ergibt, bei einem Verbrauch von 4 l/100 km so eine Strecke vom ca.1’900 km.
    1 Barrel Rohöl verstromt = 1’600 kWh, mit diesen kann man mit heutigen Elektroautos Durchschnitts-Verbrauch von 17.5 kWh/100 km, rund 9000 km neuntausend Wegstrecke zurücklegen.
    • Hans  Muster 05.10.2015
      Danke. Angesichts der immer wieder abgeleirten Vorurteile und Falschinformationen frage ich mich langsam, ob diese Ignoranz gewollt ist. Dann hätten sich die Menschen unbewusst für Propaganda der Öl- und Autolobby einbinden lassen. Oder aber, Elektromobilität setzt doch ein gewisses Mass an Wissen voraus, den die Meisten nicht haben und, schlimmer, auch nicht gewillt sind, es sich anzueignen. Jeder, der sich mit der Materie befasst, kommt nur zu einem Schluss: Der Vebrenner hat keine Zukunft.
    • Kevin  Wyss aus Gwatt
      05.10.2015
      Danke für den Vergleich, anzufügen ist noch, klar kommt hierzulande noch ein grosser teil Strom von AKWs jedoch muss man vieleicht auch noch bedenken das Öl muss gefördert, transportiert und verarbeitet werden, dass alles verbraucht unmengen an Energie! Aber jeder soll doch im moment selber entscheiden was er fahren will.
  • Joe  Kilchmann , via Facebook 05.10.2015
    Ein Tesla hat beim 12-Stunden Rennen gerade mal 600km geschafft. Leider kein Fahrzeug für den Alltagsgebrauch
    • Silvio  Mayer , via Facebook 05.10.2015
      Es würde mich interessieren, was Sie genau arbeiten, dass Sie täglich mehr als 600 km fahren? Man weiss, das die meisten Autos weniger als 100 km im Tag bewegt werden, womit ein Tesla die Anforderungen mehr als erfüllt. Nur weil man ab und zu etwas transportieren muss, fährt man ja auch nicht gleich im Alltag einen Lastwagen.
    • Mirko  Timm , via Facebook 05.10.2015
      Silvio. und für die einmal im Monat 1000 km Wegstrecke kauf ich demnach ein Zweitwagen weil tesla kommt nicht so weit und will auch irgendwann ankommen und nicht dauernd schauen wo der nächste supercharger ist. desweiteren kommt man mit tesla wenn Pech nichtmal 200 km. dafür muss nochnichtmal 30 grad draussen sein. siehe Reichweiten vergleich Elektroautos Auto Motor und Sport.
    • Kevin  Wyss aus Gwatt
      05.10.2015
      Ich lann auch mit einem Verbrenner so fahren dass ich keine 200km weit komme! es kommt halt auf den Charakter an! ich fahre meinen Tesla nun 7 Monate und komme Autobahn bei 120km/h 400 km Hauptstrasse 500-550km weit. das reicht für mich gebrauch und wenn ich mal in die Ferien will plane ich halt ein bisschen mehr Zeit ein und komme eh noch relaxter an, weil ich zwischen Stops machen muss. Es ist eine Einstellungssache ich verstehe jeden der das nicht will, aber muss man das Auto schlecht machen