Im Jeep Quer durch Little Switzerland

50 Gipfel, tausende Höhenmeter und urtümliche Wildnis. Mit Zug und Jeep durch die Rocky Mountains.

  • Publiziert: 29.07.2012
  • Von Rahel Ueding
play Der Imogene Pass ist mit 3997 Metern einer der höchsten befahrbaren Päss der USA.

Der US-Bundesstaat Colorado verdankt seine Bekanntheit vor allem den Rocky Mountains, der imposanten Bergkette mit mehr als fünfzig Viertausendern. Aber auch eine der ältesten Bahngesellschaften wurde anno 1870 im Fünf-Millionen-Einwohner-Staat gegründet: Die Denver & Rio Grande Railway baute bereits Ende des 19. Jahrhunderts die ersten Bahnstrecken durch das schwer zugängliche Gebirge. Eine ihrer Strecken führt von Durango nach Silverton und ist heute noch befahren. Hier beginnt unsere Reise in den Teil der Rocky Mountains, der aufgrund seiner Landschaft auch «Little Switzerland» genannt wird …

Die Museumsbahn «Durango and Silverton Narrow Gauge Railroad» braucht rund 3,5 Stunden für die 72 Kilometer nach Silverton und schleudert so viele Russpartikel aus ihrem Schornstein, dass alle Reisenden und auch die am Wegesrand stehenden, winkenden Einheimischen ein wenig davon mit nach Hause nehmen. Die Landschaft wechselt bald vom zivilisierten Umland Silvertons in die immer wilderen und raueren Gefilde des San Juan National Forest. Es geht entlang des Animas Rivers immer weiter ins Gebirge. Wo früher die Arbeiter zu den Gold- und Silberminen und umgekehrt edle Metalle in die Städte transportiert wurden, reisen heute begeisterte Touristen mit Kameras.

In Silverton angekommen, satteln wir um: Von der historischen Eisenbahn auf die zwar modernen, aber irgendwie archaisch wirkenden Jeep-Wrangler-Modelle. Unser Ziel: der Weg. Vor uns liegt nicht nur der so genannte Million Dollar Highway, sondern auch unzählige Offroadstrecken. Die teilen wir mit dutzenden Quad-Fahrern, Offroad-Gruppenreisen und Bikern. Ja sogar Wanderer überholen wir auf dem schmalen Offroad-Pfad, der an gespenstischen Ghost Citys, mehreren eindrucksvoll zerfallenen Mining Camps und schillernden Felswänden entlang führt und immer wieder fantastische Aus- und Überblicke bietet. Während wir uns wie im Film fühlen, mahnt der Guide immer wieder, genügend Wasser zu trinken, um Höhenerkrankungen vorzubeugen. Worüber wir zu Beginn der Tour noch schmunzeln, wird mit jeder Stunde sinnvoller. Spätestens auf dem Gipfel des Red Mountain III (3928 m) wird die Luft spürbar dünner. Und die Übernachtung im Zelt wird auch nach Bier und Barbecue anstrengend - weniger weil wir uns vor den Bären fürchten, sondern weil der Körper mit Schlaflosigkeit auf die Höhe reagiert.

Am nächsten Tag geht's auf dem Million Dollar Highway bis nach Ouray, das wir trotz seiner Sehenswürdigkeit rechts liegen lassen, um uns links erneut in die Wildnis zu schlagen. Wir haben den Imogene Pass, einen der höchsten befahrbaren Pässe Amerikas im Visier. Die Wege sind nun deutlich schmaler, der Untergrund nach heftigen Regenfällen weicher, die Kehren spitzer, der Abgrund näher und tiefer. Bei Gegenverkehr macht sich nun schon hin und wieder ein beschleunigter Puls bemerkbar, denn die Pässe in den Rocky Mountains Colorados kosten jährlich abenteuerlustigen Offroadliebhabern das Leben. Doch mit der nötigen Konzentration und Vorsicht kraxeln und klettern die Jeeps unermüdlich und ohne Fehltritt bergauf. Schlamm, Kies, Gestein, Wasser – wird seelenruhig überrollt. Je nach Untergrund und Steigung mit der richtigen Antriebsvariante oder gar Differentialsperre versehen, schiebt sich unser «Jeep-Zug» langsam aber stetig auf 3997 Meter.

Schade, ist der wortwörtliche Höhepunkt der Tour auch gleichzeitig deren Ende. Wo man hier in «Little Switzerland» doch noch endlos herumkurven möchte. Am Zielort Telluride angekommen, geben wir die treuen Begleiter ab. Und sind froh, dass wir die Qualitäten des Offroad-Urgesteins einmal in «artgerechter» Umgebung erfahren durften.  

Jeeps Aufbruch

«Bei Jeep geht demnächst ein Feuerwerk los,» kündigt Herbert Meyer, CEO von Jeep Schweiz selbstbewusst an. «Ab Mitte 2013 wird es alle 6 Monate eine Neulancierung geben. Neue Modelle, neue Motoren, neue Getriebe. Die Konkurrenz wird sich ganz warm anziehen müssen.» Konkret erzählt er, dass der Compass von einem Facelift profitiert, neu auch mit CVT-Getriebe zu haben ist, und endlich die neuen Crashtest-Anforderungen betreffend Fussgängerschutz erfüllt. Das Fahrzeug wird in Genf 2013 vorgestellt und soll im selben Jahr lanciert werden. 2014 kommt dann ein komplett neuer Compass. Den neuen Cherokee zeigt Jeep 2013 bereits in Detroit. Er wird mit neu entwickelter 9-Gang-Automatik ausgestattet sein und im Oktober 2013 auf den Schweizer Markt kommen. Und zu guter Letzt wollen die Amerikaner 2014 in bislang nicht erschlossene Gefilde vorstossen und mit einem neuen B-Segment-Fahrzeug der bereits etablierten Kompakt-SUV-Konkurrenz das Fürchten lehren. Der ca 4,20 Meter kurze Wagen ist auf Europa ausgelegt, kommt ebenfalls mit dem neuen Getriebe und wird von Fiat-Motoren befeuert. «Er wird etwas urbaner werden als bisherige Modelle, soll aber dennoch die bekannten Offroad-Fähigkeiten von Jeep beibehalten. Unser Ziel sind nächstes Jahr Stückzahlen von 2000 bis 2500, und 2014 zwischen 5000 bis 6000.» Ist das realistisch? «Ja, schon heute liegen wir im SUV-Segment nur knapp hinter Mercedes M-Klasse und bereits vor VW Touareg und BMW X5.»

autoscout24.ch

Beliebteste Kommentare

  • Tom  Frei , via Facebook
    Kann man ja nur in den USA machen, in der CH wird man ja schon gebuesst wenn man den Jeep Katalog anschaut
    • 29.07.2012
    • 33
    • 5
  • Roland  Vogel , Basilea , via Facebook
    Zudem bietet eine Schweizer Firme diverse Offroadtouren mit Jeep`s in den USA an. Natürlich auch den Rubicon Trail!!
    Zu finden via Google Rubicon Trail oder Moab Offroad eingeben.

    Gruss an alle Jeep Fans
    • 29.07.2012
    • 23
    • 5

Alle Kommentare (5)

  • andreas  viertler , altos
    Wiso immer die USA, es gibt wunderschöne Trails in Südamerika Paraguay, Chile und Bolivien mit wunderschönen Steppen, Bergen usw. Wer Freiheit liebt sollte mal das ins Auge fassen, gruss an alle Freiheitsliebenden
    • 30.07.2012
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  • Tom  Frei , via Facebook
    Kann man ja nur in den USA machen, in der CH wird man ja schon gebuesst wenn man den Jeep Katalog anschaut
    • 29.07.2012
    • 33
    • 5
  • Roland  Vogel , Basilea , via Facebook
    Zudem bietet eine Schweizer Firme diverse Offroadtouren mit Jeep`s in den USA an. Natürlich auch den Rubicon Trail!!
    Zu finden via Google Rubicon Trail oder Moab Offroad eingeben.

    Gruss an alle Jeep Fans
    • 29.07.2012
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  •   DR , Lostorf
    Motorisiert zurück in die Natur. Super
  •   Peter Steiner , Luzern
    Tim McGraw hat einen Extrasong zur Stadt Telluride: "Telluride"

    Enjoy it!
    • 29.07.2012
    • 5
    • 5

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