Jaguar Lightweight E-Type Neugeborener Klassiker

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Die Geschichte dieses Jaguar Lightweight E-Type mutet ziemlich skurril an (siehe Box unten). Umso gespannter bin ich auf meine exklusive Jungfernfahrt im brandneuen Oldtimer, der erst gut 300 Kilometer auf dem Zähler hat und als erster der fehlenden Sechs für rund 1,5 Millionen Franken den Weg in die Schweiz fand.

Die fehlenden Sechs

Vor rund 50 Jahren sollte eine auf 18 Fahrzeuge limitierte Modellreihe eines kompromisslos um 114 Kilo gewichtsreduzierten E-Type, der sogenannte Lightweight E-Type, gebaut werden. Doch nach 12 gefertigten Exemplaren (11 existieren heute noch) wurde die Produktion plötzlich eingestellt. Warum das restliche halbe Dutzend nicht mehr gebaut wurde, ist bis heute nicht geklärt. Vielleicht, weil das Werk mit dem Erfolg des konventionellen E-Types von 1961 bis 1975 nicht mehr über genügend Kapazitäten für ein derartiges Nischenprojekt verfügte – oder weil Ferrari mit dem 250 GTO ein nicht minder begehrenswertes Konkurrenzprodukt lancierte? Jedenfalls blieb über die seither verstrichenen fünf Jahrzehnte eine sechszeilige Lücke im Jaguar-Fahrgestellnummern-Archiv – und diese wurde nun mit den letzten sechs, jüngst aufgebauten Lightweight E-Type, geschlossen.

 

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SonntagsBlick-Autoredaktor Raoul Schwinnen durfte mit dem neuen Oldtimer eine Ausfahrt auf der Rennstrecke machen. Thomas Buchwalder

Mit dem nötigen Respekt öffne ich die Tür und klemme mich vorsichtig hinters Lenkrad. Natürlich rechts. Ein erster Blick bestätigt: Sieht alles wie in einem E-Type vor 50 Jahren aus – es riecht gar so. «Kein Wunder», schmunzelt der extra für mein Abenteuer aus England angereiste Jaguar-Experte David Withers, «das Hauptaugenmerk bei der Zum-Leben-Erwecken der sechs fehlenden Fahrgestellnummern lag auf einer zeitgemässen Produktionsform wie vor fünf Jahrzehnten.» Kein moderner Schnickschnack – nur die auf Computern gespeicherten Zeichnungen und Daten wurden genutzt.

Nicht ganz wie vor 50 Jahren sind der Feuerlöscher oder die Sitze – immerhin ist ihr Leder alt. play
Nicht ganz wie vor 50 Jahren sind der Feuerlöscher oder die Sitze – immerhin ist ihr Leder alt.

«Natürlich», gesteht Withers, «sind die heutigen Sechs besser als das Dutzend vor 50 Jahren.» Er deutet auf die Frontscheibe. «Vor allem dieses Bauteil bereitete grosse Sorgen. Die alten Lightweights wiesen da schon mal bis zu zwölf Millimeter Differenzen auf.» Der Neue nicht. Und auch dessen Spaltmasse entsprechen modernsten Ansprüchen. Ein Blick unter die Motorhaube oder in die Radkasten zeigt mir, dass nur dort eine Lackschicht aufgetragen wurde, wo sie von aussen sichtbar ist. Der Rest der Alukarosse blieb roh – genau wie beim vor 50 Jahren gebauten Dutzend. Selbst das Seitenfenster kann ich nicht via Kurbel sondern nur von Hand öffnen und mit einem Keil fixieren. Lightweight eben. «Die sechs Kunden hätten neues Leder haben können», weiss Withers, «aber keiner wollte das.»

Der mächtige 3,9-Liter-Alu-Sechszylinders des E-Types leistet 340 PS. play
Der mächtige 3,9-Liter-Alu-Sechszylinders des E-Types leistet 340 PS.

Doch fertig geplaudert, jetzt will ich endlich fahren. Kupplung drücken, Schlüssel drehen – laut röhrend erwachen die 340 PS des 3,9-Liter-Alu-Sechszylinders. Das Getriebe – Stichwort Le Mans-Konfiguration – besteht aus nur vier Gängen. Und der erste ist seeeehr lang bis 80 km/h ausgelegt. Vorsichtig, später mutiger, trete ich im leichtgewichtigen E-Type auf der Rennstrecke – und nur dort darf der Lightweight mangels offizieller Strassenzulassung auch bewegt werden – aufs Gas. Ich fege auf den schmalen Reifen um die Kurven und lenke auf die lange Gegengerade ein. Mehr als 250 Sachen sollen möglich sein. Doch ich treibe es nicht auf die Spitze, schliesslich will ich dem Besitzer sein 1,5-Millionen-Juwel unversehrt zurückgeben. Doch angefreundet hab ich mich mit dem jungen Nostalgiker schnell.

Publiziert am 06.12.2015 | Aktualisiert am 05.12.2015
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