Elektro-Rennserie Formel E Die künftige Formel 1?

Nach seinem Sieg in Monaco ist der Schweizer F1-Testpilot Sébastien Buemi der erste Rennfahrer der Welt, der bislang zwei Läufe der neuen Formel E-Serie gewinnen konnte. Was aber ist die Formel E? SonntagsBlick hat sich im Fürstentum ein Bild gemacht.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Top 3

1 Lamborghini Miura Ein Traum wird 50
2 Auto-Gadgets Lamborghini-Auspuff als Soundanlage
3 Mercedes: Scheinwerfer wird zum Beamer Film ab!

News & Trends

teilen
teilen
17 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden

Schon seit der Erfindung des Rades lieferten sich Menschen mit den daraus entstandenen Gefährten Rennen. Vom Pferde-Streitwagen über die ersten Automobile bis zur heutigen Formel 1. Und auch der jüngste Mobilitätstrend, die Elektroautos, führte zum Kräftemessen auf der Rennstrecke. Seit vergangenem September wird die erste internationale Elektro-Rennserie, die Formel E, ausgetragen. Und die ist mit dem Rennen im Fürstentum Monaco vor einer Woche in Europa angekommen. Speziell an der Formel E: Alle Läufe finden Standortmarketing wirksam in Stadtzentren auf temporären Rennstrecken statt. Dank emissionsfreiem E-Antrieb und ohne Motorenlärm werden die Anwohner kaum gestört. Zudem dauert ein Rennanlass (zwei Trainingsläufe, ein Qualifying, ein Rennlauf) auch nur ein Tag.

Da verwundert es eigentlich kaum, interessieren sich neben 180 Welt-Metropolen auch Schweizer Städte wie Lausanne, Lugano oder Zürich für die Austragung eines Formel-E-Laufs – zumal sich der Ständerat im März ja bereits dafür ausgesprochen hat, Formel-E-Rennen vom Rundstreckenverbot auszunehmen... Gewinnt der Schweizer Sébastien Buemi also bald auch auf Schweizer Boden (Lausanne gilt als Favorit) Formel-E-Rennen? Der gegenwärtig Meisterschaftsdritte fährt für das französische «e-dams Renault»-Team. Insgesamt bestreiten 20 Fahrer in zehn Teams die Rennen – alle mit identischem Material, einem Spark-Renault SRT_01E. Die französische Firma Spark konstruierte den Einsitzer gemeinsam mit Dallara (Monocoque), Renault (Elektronik), McLaren (E-Motor und Getriebe), Williams (Batterie) und Michelin (Reifen). Alles grosse Namen aus dem Motorsport – und diese finden sich auch in der Boxengasse wieder. Bruno Senna, der Neffe des verstorbenen Ayrton Senna, oder die Rennfahrer-Söhne Nicolas Prost und Nelson Piquet jr. starten als Fahrer, während der Sohn von Mario Andretti, Michael, als Teamchef mit eigenem Team antritt.

Mit hart umkämpften und attraktiven Rennen will die Formel E der Elektro-Mobilität zu mehr Popularität verhelfen. Gleichzeitig will sie auch als Techniklabor für die Weiterentwicklung leistungsfähigerer E-Motoren und Batterien dienen. Gerade die Akkus machen auch in der Formel E auf das Reichweitenproblem von E-Mobilen aufmerksam. Sie bieten nicht genügend Speicherkapazität für ein ganzes Rennen von gut einer Stunde. Und so müssen die Fahrer bei Rennhälfte das Auto wechseln. «Schon in zwei Jahren», glaubt Buemi, «dürfte das aus technischen Gründen nicht mehr nötig sein.» Vielleicht werden dann die Fahrzeugwechsel aber dennoch beibehalten, sorgen diese doch für Spektakel. So hätte Buemi in Monaco während des Umsteigens fast seinen Sieg verspielt, nachdem er das Rennen bis dahin souverän kontrolliert hatte.

Der Schweizer brachte schliesslich seinen Sieg ins trockene. Er ist damit der erste Fahrer, der nach sieben Rennen von der Pole-Position aus und zugleich ein zweites Formel-E-Rennen gewinnen konnte. Beides spricht für die Attraktivität dieser neuen Rennserie. Und mit sechs Siegern in sieben Rennen schlägt die Formel E punkto Unterhaltungswert die Königsklasse Formel 1 um Längen. Einzig beim Sound kann die Formel E mit der F1 nicht mithalten. Statt lautes Motorengeheul in den Strassenschluchten Monacos war lediglich ein gespenstisch anmutendes Sirren, ähnlich einem Wespenschwarm, zu hören. Und die einzig gewohnten Rennsportgeräusche beim Formel-E-GP in Monaco waren die Schlagschrauber an den Boxen sowie ab und an quietschende Reifen.

Publiziert am 18.05.2015 | Aktualisiert am 18.05.2015

Nachgefragt bei Monaco-Sieger Sébastien Buemi

Was sind die Unterschiede zwischen Formel 1 und Formel E?
Sébastien Buemi: Es gibt eigentlich keine. Die E-Autos haben zwei Pedale, ein Lenkrad und ein Getriebe. Sie fahren sich auch ziemlich ähnlich wie ein F1-Bolide, ausser dass sie langsamer sind und ich als Fahrer nur den Fahrtwind höre.

Wie ist es, als erster Fahrer zwei Formel-E-Rennen gewonnen zu haben?
Grossartig! Weil es in dieser ausgeglichenen Meisterschaft so schwierig ist, zu gewinnen. Alle haben die gleichen Autos und das Niveau der Fahrer ist sehr hoch. Über die Hälfte der Piloten hat F1-Erfahrung. Deshalb sind Details bei der Abstimmung und präzises Kurvenfahren entscheidend.

Wie sehen Sie die Zukunft der Formel E?
Die jetzt schon gute Show wird noch besser. Vor allem, wenn 2016 das Feld für weitere Hersteller geöffnet wird, die mit eigenen Elektromotoren antreten können. Dennoch wird die Formel E die Formel 1 als Königsklasse des Motorsports nie ablösen!

teilen
teilen
17 shares
10 Kommentare
Fehler
Melden
autoscout24.ch

10 Kommentare
  • spichtig  samuel aus Neudorf
    19.05.2015
    Nix Formel E es wird Zeit für den Driftsport
  • Marco  Dal Maso aus Zuchwil
    19.05.2015
    Bevor wir die Formel E / das Elektro-Auto als "sauber" einstufen, sollte man sich lediglich 3 Fragen stellen!

    - Von wo beziehen wir unseren Strom Atomengergie, Kohlekraftwerkt etc.?
    - Ist die Herstellung der Batterien wirklich für die Umwelt unschädlich eingesetzte Materialien sind hochgiftig?
    - Ist das Entsorgen der Batterien unproblematisch ein normaler PW hat 200 - 300 kg Batterien an Bord?

    Reden wir jetzt immer noch von einer sauberen Technologie? Ich glaube nicht mehr, oder?
    • Alexander  Brunner 19.05.2015
      1 Über 50 Prozent des Stroms wird in der Schweiz aus Wasserkraft gewonnen. Zusätzlich werden immer mehr Solar Anlagen installiert.

      2 Die Herstellung der Batterien beträgt rund 15 Prozent der Umweltbelastung bei der Herstellung eines PW

      3 Die Akkus werden nicht einfach entsorgt, sondern recycelt, das ist ein grosser Unterschied

      Und was ist den die Alternative zum E-Auto? Erdöl wird es nicht immer geben, und viel wichtiger, wird für viele andere Bereiche benötigt
    • Rolf  Gerber aus Zürich
      19.05.2015
      Genau wie es bei der F1 passiert, finde ich diese Rennsportklasse gut um Weiterentwicklungen zu fördern. Stellen sie sich vor, dass dadurch ein Stromspeicher der ein 2 Stundenrennen durchält entwickelt wird, würden alle weltweit davon profitieren. In ihre Reifen am Auto steckt auch Rennsporttechnologie. Ich finde auch nicht so wichtig ob genau diese Renner "sauber" sind. Hauptsache sie helfen die Zukunft der breiten Masse sauberer zu machen.
  • Mika  Zeller 18.05.2015
    Es gibt nun keine Argumente mehr gewisser Kreise , Rundstreckenrennen für die Formel E in unserem Land weiter zu verbieten, denn die Renner sind leise und belasten die Umwelt in keiner Art und Weise und sie sind letztendlich förderlich für die Weiterentwicklung der Elektromobiltechnologie. Für diese Art Rennwagen muss das Rundstreckenrennverbot fallen.
    • Henry  Henry Wittwer aus Xcanatun Col. Merida YUC. Mexico MX
      19.05.2015
      Herr Zeller , eine F1 hat nichts mit Luftverschmutzung zu tun!
      1 Rennen pro Jahr???
  • Gerardo  Roesler aus Chiclayo
    18.05.2015
    Früher schon hiess es: Haas und Lorenzeti rasen wie die zwei Elektrohasen. Heute scheint das wahr zu werden!
  • Henry  Henry Wittwer aus Xcanatun Col. Merida YUC. Mexico MX
    18.05.2015
    Das bringt nichts F-E. In Yucatan MX gibt es NEU nun einen F1 Raceway.
    Die Bewilligung ist da. Habe die Planungsbureaus schon eingerichtet.
    Nach meinen Erfahrungen muss das hauen. Ich bin kein Politiker, sondern ein Injenero und kann was. Ist das Allen klar.