E-Autos am Pariser Autosalon Adieu Reichweitenangst!

Opel, VW, Mercedes – immer mehr Hersteller bekennen sich zur Elektromobilität. Und dank weiteren Fortschritten bei der Akkutechnik schwindet auch die Angst vor einer plötzlich leeren Batterie.

Immer informiert - Abonnieren Sie den Blick-Newsletter!
Bitte geben Sie eine gültige E-Mail-Adresse ein.
Schön, dass wir Ihnen unsere BLICK News des Tages senden dürfen. Möchten Sie zusätzlich den BLICK Sport Newsletter erhalten?

Top 3

1 Ford Mustang aus fast 200'000 Lego-Steinchen Klotzen mit Klötzchen
2 «Schweizer Auto des Jahres 2017» Vollgas an der Wahl-Gala!
3 Weltpremiere: Ford Fiesta Sicher in the City

News & Trends

teilen
teilen
15 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden

Opel schreckt die Konkurrenz auf: Der neue Ampera-e verspricht mehr als 500 Kilometer Normreichweite. Opel-Chef Karl-Thomas Neumann verrät am Autosalon in Paris stolz: «Wir sind mit dem Ampera-e 417 Kilometer von Paris nach London gefahren und hatten immer noch eine Restreichweite von 80 Kilometern.»

Die Preisfrage

Das macht den neuen Opel-Stromer zum Klassen-Primus. Zum Preis des Ampera-e schweigt Neumann aber noch. Angesichts der Tatsache, dass der technische Bruder Chevrolet Volt inklusive staatlicher Förderungen in Amerika rund 30'000 Dollar kostet, dürfte der 150 kW/204 PS starke Ampera-e mit umfangreicherer Ausstattung bei uns vermutlich zwischen 35'000 und 40'000 Franken kosten.

Opel-Chef Karl-Thomas Neumann beim Roundtable am Pariser Autosalon. Martin A. Bartholdi
Nachgefragt bei Opel-Chef Karl-Thomas Neumann

«Die Elektro-Autos werden etablierte Modelle ersetzen»

Herr Neumann, wie sieht die Elektromobilitätsstrategie bei Opel aus?
Karl-Thomas Neumann:
Wir wollen in absehbarer Zeit eine ganze Palette an Elektroautos anbieten. Einen Zeitplan kann ich Ihnen aber momentan nicht nennen. Es gibt noch zahlreiche Hindernisse und Widrigkeiten auf dem Weg zur E-Mobilität. Aber unsere Message ist klar: Es geht! Die Zukunft ist lokal CO-neutral.

Welche Rolle spielt der Ampera-e?
Mit dem Ampera-e bieten wir optisch ein ganz normales Auto – allerdings mit Elektroantrieb. Damit ist er ein guter Imageträger, um den wichtigen ersten Schritt zur E-Mobilität zu bewältigen. Wir – und damit meine ich die gesamte Autobranche – müssen dem Kunden die Reichweitenangst nehmen. Und genau da setzt der Ampera-e mit über 500 Kilometer Reichweite an. Und in einem zweiten Schritt müssen E-Autos dann Emotionen wecken.

Wann kommt der erste E-Astra?
Erst, wenn wir den Astra von Anfang an als Elektro-Auto konzipieren. Beim Ampera-e haben wir das Auto um die Batterie herum entwickelt. So werden eigene Elektro-Baureihen auf eigenen Plattformen entstehen, die allenfalls auch die etablierten Baureihen ersetzen werden. Denn vorläufig brauchen wir noch beide Technologien: Elektromotor und Verbrenner.

Auch den Diesel?
Ja, auch den Diesel. Er ist immer noch die effizienteste Lösung, um die beliebten grossen SUV anzutreiben. Wir müssen ihn aber sauber machen und dieses Versprechen halten!

Und wie stehts mit der Hybrid-Technologie?
Auch wir werden mittelfristig Hybrid-Fahrzeuge auf den Markt bringen. Aber ich sehe das nur als Zwischenschritt. Schon kurzfristig gehört die Zukunft in den Städten den batteriebetriebenen Elektroautos. Für längere Strecken und die Peripherie wird sich langfristig ziemlich sicher der Wasserstoffantrieb durchsetzen.

Interview: Martin A. Bartholdi

Diesel bald vergessen?

Den Abgasskandal vergessen will man bei VW wohl mit dem verstärkten Fokus auf die Elektromobilität. Allerdings dauert es bei den Wolfsburgern noch bis 2020, ehe die in Paris gezeigte Studie I.D. als Serienmodell vom Band läuft.

Der E-Motor mit 125 kW/170 PS schafft eine Spitze von 160 km/h und soll später das Serienfahrzeug mit einer Batterieladung zwischen 400 und 600 Kilometer weit bringen.

Auch Mercedes legt den Schalter um

Was BMW mit seiner Submarke «i» recht ist, kann Mercedes nur billig sein. Die Schwaben gründen mit EQ ebenfalls eine eigene E-Mobilitätsmarke. Und bringen mit dem Mercedes Generation EQ auch gleich eine 4,70 Meter lange E-SUV-Studie nach Paris. Und diese wird klar gegen Teslas Model X positioniert.

So soll das EQ-Akkupaket (bis 70 kWh) und die zwei E-Motoren im Mercedes-Allradler bis zu 300 kW/403 PS leisten und eine maximale Reichweite von 500 Kilometern schaffen.

Die magische Grenze

Reichweitenangst adieu auch bei Renault. Die magische Grenze von derzeit rund 300 Kilometern knackt der Renault Zoe ZE 40 dank aufgepeppten Batterien locker. Renault-Boss Carlos Ghosn verspricht eine Reichweite von rund 400 Kilometern für den elektrischen Clio-Bruder.

Doch überstrahlt wird der Zoe in Paris von der attraktiv gestylten Renault-Elektrosportwagenstudie Trezor Z32. Bei dessen Technik steht die Formel E Pate: Der E-Motor basiert auf jenem aus der Rennserie und leistet 260 kW/350 PS bzw. 380 Nm. Zwei Batterien machen die Renault-Studie bis 300 km/h schnell und beschleunigen sie in weniger als vier Sekunden auf Tempo 100.

 

Publiziert am 02.10.2016 | Aktualisiert am 02.10.2016
teilen
teilen
15 shares
6 Kommentare
Fehler
Melden
autoscout24.ch

6 Kommentare
  • Patrick  Walker aus Buchrain
    02.10.2016
    Bei diesen Reichweiten kann ich nur Müde lächeln. Mit meinem Diesel mache ich 1000 Kilometer und mehr. Mit dem Elektroauto kannst du nicht einfach mal in ein paar Minuten "voll" machen.
    Ein E-Auto mit mindestens 700 Kilometer Reichweite, da überlege ich mir das vielleicht.
    • Silvio  Mayer , via Facebook 02.10.2016
      In den meisten Fällen wird eine so grosse Reichweite schlichtweg nicht gebraucht. Zudem lädt man über Nacht das Auto zu Hause auf, dann fährt man immer mit vollem "Tank" los und muss nie mehr an einer dreckigen stinkenden Tankstelle anstehen. Für wirklich weite Reisen lohnt sich Flug oder Zug eher, und ev. vor Ort ein Auto mieten. Nur weil man alle paar Jahre ein Zügelwagen braucht, fährt man im Alltag ja auch nicht mit einem Lastwagen rum.
  • Ovis   Colonus 02.10.2016
    Aber es immer noch ein opel !
    Wie haben letztes jahr eine Anschaffung geprüft. Kleinlieferwagen mit Elektroantrieb. Die Kosten für die Anschaffung und die Miete der Batterie wahren zu hoch. Es konnten auch keine genauen Kosten GENNANT werden was der Unterhalt des Wagen Kostet. Wir haben uns für einen 1000 ccm Eco Tech Motor entschieden. Läuft günstig und Gut. Die Elektromobilität sollte vom Teuren Image (Tesla Sportwagen) und Oko Auto zur Praktischen anwendung gelangen.
  • Roger  Stahel 02.10.2016
    Und da gibt es tatsächlich noch immer stimmen und ewig gestrige die sagen die deutschen(Opel)hätte nicht mal ein e-Auto im Programm,nun wenn man sie machen lässt und GM wieder Geld fliessen lässt sieht man aktuell durch die ganze Palette was sie drauf haben,nämlich gute und solide Autos bauen!
    • Peter  Hodel 02.10.2016
      Der Ampera-E ist ein Chevy Bolt mit Opel-Emblem, nichts da mit deutschem Engineering. Trotzdem natürlich toll, dass wenigstens ein deutscher Hersteller die E-Revolution mit einem richtigen Auto unterstützt. Von den anderen "Premium" Herstellern gibts nur wenig Greifbares, aber viel Vaporware.
      Da lob ich mir Renault mit der neuen Zoe: Kein grosses Blaba, sondern Taten.
    • Reto  Petitprince aus Binningen
      02.10.2016
      Für Gelegenheitsfahrer ( weniger 5000 km/Jahr) sind die Mietmodelle für den Akku nicht interessant. Dann lieber ein Opel mit Range Extender, so wie der erste Ampera.