Ende September findet der Pariser Autosalon statt. Doch vor seinem wichtigen Heimspiel kränkelt der französische Autokonzern PSA (Peugeot, Citroën) stark.
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Der kleine Peugeot 208 ist der grosse Hoffnungsträger für Peugeot.
Allein im ersten Halbjahr 2012 schrieb der PSA-Konzern 983 Millionen Franken Verlust. Zum Vergleich: Im Vorjahr waren es im gleichen Zeitraum noch 967 Millionen Gewinn. Der Umsatz sank um fünf Prozent und monatlich fährt PSA derzeit rund 240 Millionen Franken Verlust ein. Immobilien und Tochterfirmen wurde bereits verkauft, sonst wäre der Verlust noch höher.
Bitter für die Franzosen: Zu einem guten Teil ist die Krise hausgemacht. Während sich die Konkurrenz vor allem in China und USA weitere Standbeine aufbaute, fokussierte sich PSA hauptsächlich auf Europa. Doch nun setzt die Wirtschaftskrise in Südeuropa, einer traditionellen PSA-Verkaufshochburg, den Franzosen stark zu. Kommt dazu, dass sich die angepeilte Höherpositionierung der Marken zurzeit als Boomerang erweist. Modelle wie der Peugeot 508 oder der Citroën C5 kommen global nicht auf die erhofften Verkaufszahlen.
Dies bleibt natürlich nicht ohne Folgen: In den nächsten drei Jahren sollen mindestens 1,8 Milliarden Franken eingespart werden. Das geht nicht ohne drastische Einschnitte: 8000 Stellen werden gestrichen, ein Werk bei Paris mit mehr als 3000 Beschäftigen geschlossen (es stand im SonntagsBlick). Die französische Regierung versprach zwar dem kränkelnden Riesen unter die Arme zu greifen, wunderte sich aber, wo die Subventionen der letzten Jahre geblieben sind. Immerhin hat PSA in den letzten vier Jahren schon Staatshilfen in Höhe von fast 5 Milliarden Franken erhalten. „Das ist Geld, das ohne Ertrag verschwunden ist“, schimpft etwa Sozialministerin Marisol Touraine. Und der Minister für produktiven Wiederaufbau, Arnaud Montebourg, fragt: „Wohin will PSA eigentlich? Die Strategie von Peugeot, die Allianz mit GM, die Haltung der Aktionäre sind ein echtes Problem. Wir haben kein besonderes Vertrauen in das, was uns heute die Peugeot-Spitze sagt.“
Düstere Zeichen für den bevorstehenden Pariser Autosalon: Dort möchte PSA zwar Optimismus versprühen und einen wichtigen wirtschaftlichen Impuls setzen. Doch die Neuheiten an der nur alle zwei Jahre stattfindenden Heimmesse sind überschaubar. Einziger Lichtblick ist der neue Peugeot 208 – ihm kommt die Rolle eines Heilsbringers zu. Doch: „Wenn der 208 nicht einschlägt, schaut es ziemlich düster aus“, befürchtet ein führender Peugeot-Mitarbeiter.
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