Greenpeace war mit seiner Störaktion fehl am Platz: Denn am Pariser Autosalon dominieren kleine und kompakte, die Umwelt schonende Neuheiten. Und die sind durchaus sexy.
Genau als VW-Entwicklungschef Ulrich Hackenberg den neuen VW Golf VII enthüllt, entrollen Greenpeace-Aktivisten über der Bühne ein Transparent mit der Aufschrift «Volkswagen verpestet unsere Luft». Was die Aktivisten freilich nicht beachten: Hackenberg stellt just zu jenem Zeitpunkt den besonders umweltfreundlichen VW Golf Bluemotion vor – mit einem Verbrauch von nur 3,2 l/100 km bzw. 85 g/km CO-Ausstoss. Der nur einen Augenblick verdutzte Hackenberg reagiert prompt und bemerkt schlagfertig: «Schön, dass offenbar auch Greenpeace unserer Bemühungen beachtet.»
Auffallend am diesjährigen Pariser Autosalon ist die Fülle an Weltpremieren – von Wirtschaftskrise keine Spur. Und dass diese Neuheiten vor allem die Klein- und Kompaktklasse betreffen. Kleine Autos sind wieder sexy – wie zum Beispiel der neue Opel Adam. Dem Kleinstwagen – 30 cm kürzer als ein Corsa – widmet Opel während den zwei ersten Pressetagen die komplette Standfläche. So weit das Auge reicht steht ein Adam neben dem anderen – und keiner sieht gleich aus. «Genau das ist die Stärke unseres jüngsten Spross», erklärt Opel-Entwicklungschef Michael Ableson, «seine grosse Individualisierbarkeit.» Für die Publikumstage ab heute Samstag (bis 14. Oktober) werden dem Hoffnungsträger Adam aber noch einige Mokkas zur Seite gestellt.
Und Mokka ist das Stichwort für die Geburt eines neuen Fahrzeugssegments in Paris – nämlich jenes der kleinen SUV’s. So bietet auch Opel-Schwester Chevrolet mit dem technisch baugleichen Trax einen Mini-SUV. Und auch Peugeot macht sich auf Basis des kleinen 208 mit der robust wirkenden Studie 2008 Gedanken zu diesem Thema.
VW im Golffieber: Vom sportlichen GTI mit 220 PS (Bild) bis zum umweltfreundlichen Bluemotion mit 110 PS und nur 3,2 Liter Verbrauch reicht die Palette beim neuen VW Golf VII. Ab 17. November stehen die ersten Modelle ab 24 400 Franken beim Händler.
Renault Clio: Er ist der Hoffnungsträger des Konzerns und soll dank mehr Platz, sparsameren Motoren und kaum veränderten Preisen die Verkaufszahlen wieder ankurbeln. In Paris stehen viele Varianten des Fünftürers – mit 3 Türen gibt es ihn nicht mehr.
BMW Active Tourer: Etwas lieblos ohne eigene Bühne und Zusatzscheinwerfer steht er in Paris – der erste BMW-Kompaktvan. 4,35 m lang und 1,56 m hoch bietet der Fünfsitzer viel Stauraum (bis 1550 Liter) und verfügt – Tabubruch – über Vorderradantrieb
Suzuki S Cross: Die mit 1,60 m Höhe aber nur 4,30 m Länge stämmig wirkende Studie S Cross löst in einem Jahr den SX-4 ab und fordert die das SUV-Segment dominierenden VW Tiguan und Ford Kuga heraus. Unter anderem mit dem grössten Kofferraumvolumen.
Opel Adam: Mit dem 3,70 m kurzen Zwerg hält auch bei Opel Lifestyle Einzug. Zahlreiche Individualisierungsmöglichkeiten und die Einbindung von Handy und Internet dürften der angesprochenen jungen Klientel gefallen. Müssen nur noch die Preise stimmen.
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