Reto Hess und sein Elektro-Sportwagen Der erste Fisker in der Schweiz

Fisker? Nein, kein Tiefkühlfood aus Skandinavien. Sondern der erste Sportwagen mit Elektroantrieb plus Range Extender. Reto Hess ist der erste Fisker-Besitzer der Schweiz.

  • Publiziert: 17.07.2012, Aktualisiert: 12.33 Uhr
  • Von Raoul Schwinnen
play First in Switzerland: Reto Hess und sein weisser Fisker Karma.
play Fünf Meter Eleganz: Der Fisker Karma und Reto Hess an der Ortstafel von First ZH.

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore gab im Oscar-gekrönten Dokumentarfilm «Eine unbequeme Wahrheit» den Ausschlag. «Ich sah den Film zur globalen Erwärmung und entschied, dass ich auch aktiv etwas zum Umweltschutz beitragen will», erzählt Reto Hess. Der externe Kundenberater, der beruflich viel mit dem Auto unterwegs ist, suchte dann im Internet nach einer umweltfreundlicheren Lösung. Und dabei stiess der 42-Jährige zufällig auf die amerikanische Marke Fisker.

«Als ich den Karma am Bildschirm sah, war ich hin und weg: Liebe auf den ersten Blick.» Hess bestellte online gleich direkt bei Fisker in Kalifornien, ohne das Auto jemals zuvor real gesehen zu haben. Seine Geduld wurde dann arg auf die Probe gestellt: Es dauerte dreieinhalb Jahre, ehe Reto Hess am 30. März 2012 endlich seinen weissen Fisker Karma, den ersten verkauften Fisker in der Schweiz, in Empfang nehmen durfte.

«Das Warten hat sich aber gelohnt», meint er. Denn das Zusammenspiel des bei Bedarf Strom erzeugenden und so die Reichweite verlängernden Vierzylinder-Benziners (212 PS) mit den beiden je 204 PS starken E-Motoren funktioniert tadellos. «Bis zu 80 Kilometer weit schaffe ich es rein elektrisch», berichtet Hess über die Reichweite mit frisch geladenem Akku. Danach schaltet sich der Benziner als Stromgenerator zu. Hess freut sich aber auch über die sehr sportlichen Fahrleistungen (0 bis 100 km/h in 6,6 Sekunden, Spitze 200 km/h), wenn alle Systeme zusammen arbeiten. «Dennoch brauche ich im Schnitt nur runde drei Liter auf hundert Kilometer», sagt Hess über seine bisherigen Verbrauchserfahrungen.

Wer sich heute für einen Fisker Karma interessiert, braucht weder Geduld, noch muss er «blind» über das Internet bestellen. Die Fisker Automobile AG in Härkingen SO, eine Emil-Frey-Tochter, kümmert sich mittlerweile um den offiziellen Import des fünf Meter langen Viertürers. Und bei den fünf Schweizer Vertragshändlern stehen auch Karmas zu Probefahrten bereit. Der Preis des luxuriösen E-Sportlers: ab 129'900 Franken.

Henrik Fisker: Von Z8 über DB9 zum Karma

Attraktives Design und fortschrittliche Technik – all das wollte der gebürtige Däne Henrik Fisker (49) bei seinem ersten eigenen Projekt. Der Designer des BMW Z8 und des Aston Martin DB9 gründete dazu 2007 in Kalifornien mit zwei Millionen Dollar Startkapital sein eigenes Unternehmen, die Fisker Automotive Inc. Dank Zuschüssen u.a. des US-Energieministeriums nahmen seine Pläne schnell konkret Form (und beim Karma auch atemberaubend schöne Formen) an. Heute beschäftigt Fisker bereits gegen 900 Mitarbeiter, vertreibt den Fisker Karma, und lanciert bald neben dem Karma Shooting Brake (Kombi) das neue, viertürige Coupé Atlantic (Bild).

 

autoscout24.ch

Beliebteste Kommentare

  • Luzi  Luz
    Das ist genau der Typ Mensch, der den Brunz von Al Gore glaubt und auch noch meint er würde die Welt retten, indem er ein Fahrzeug mit drei Motoren und zwei Energiequellen fährt. der wählt sicher sogar Grünliberale.
  • Klaus  Küfner , via Facebook
    In Tiefgarage unserer Firma stehen schon seit über einem halben Jahr zwei Fisker mit Aargauer Kennzeichen. Ich denke, das dürften die ersten Schweizer Fisker Karma sein....
    • 17.07.2012
    • 49
    • 7

Alle Kommentare (13)

  •   Graf Peter , Luzern
    Tolles Auto, aber wer etwas tun will für die Umwelt sollte das nicht kaufen!!! Die Herstellung der Ionenakkus die diese Fahrzeuge verbaut haben ist wohl die grösste Umweltsünde schlechthin, da kann man mit einem Benziner weit fahren bis das rausgeholt ist, aber da wird immer weggeschaut und gesagt toll ein Elektroauto so gut für die Umwelt, und ja de Strom kommt ja bekanntlich aus der Steckdose!!!!
    • 20.07.2012
    • 0
    • 0
  • Yannick  Wild
    So was darf sich "Sportwagen" nennen? Mit 200 km/h Spitze 6.6 Sekunden von 0-100 km/h? Ein Toyota Prius schafft fast schon 200 km/h, ist zwar nur ein Hybrid, aber trotzdem.....
  • Meier  Thomas , Rheinfelden
    Die Bezeichnung "erster", kann man auch vielseitig umschreiben. Erster Direktimport, erster über die Schweiz verkaufter "amag", etc... Ich hatte auch einen im Aargau gesehen, einen silbernen bei der Ecocar beim Feldschlösschen in Rheinfelden.
    • 17.07.2012
    • 16
    • 4
  • Klaus D.  Beccu, Dr.-Ing., , Troinex GE
    Stylistisch gut gelungen der Fisker Karma, auch die Range Extender Technik ist die einzig realistische elektrische Antriebslösung, sofern unterwegs mit dem Benziner eine Teilaufladung der Batterie erfolgt, um dann, falls erforderlich, in der Stadt wieder voll elektrisch zu fahren. Bei dem Opel Ampera ist das nicht der Fall, muss erst wieder 5 Std. an die Steckdose: ein grosser Nachteil. - Eine Krux: bleibt noch : nach ca. 3 Jahren ist eine neue Li-ion Batterie fällig zum Preis von 20000 CHF - kein Problem, wenn man für das Auto schon ca. 140000 Fränkli bezahlt hat.
    • Philipp  Menk , Winterthur
      Sie sollten sich besser informieren als einfach so Behauptungen aufzustellen.
      1. Der Ampera hat auch einen Range Extender. Der Ampera ist nämlich baugleich mit dem Chevi Volt, dem "Erfinder" des Range Extenders!
      2. Wer hat jemals gesagt, dass nach der Jahren der Akku ausgetauscht werden muss!?
      3. Wer hat je 3 Jahre im Voraus einen Preis bekannt gegeben!? Unseriös, oder?
      Also, zuerst Kopf einschalten, bevor man quacksalbert. Sie als promovierter sollten sowas eingentlich automatisch tun…
      • 17.07.2012
      • als Kommentar auf Klaus D.  Beccu, Dr.-Ing., , Troinex GE
      • 51
      • 11
  • Dominic  Ackermann , via Facebook
    also in Olten ist vor ca 2 Monaten schon einer durchgefahren.
    • 17.07.2012
    • 14
    • 5
Seite 1 2 3 »
Seitenanfang

Top 3

1 BMW Pininfarina Gran Lusso Coupé Kommt so der 7er?bullet
2 Fiat Uno Ein Herzensbrecher wird 30bullet
3 Lamborghini Egoista Ein Kampfjet zum Geburtstagbullet

News & Trends