BMW zeigt mit der Studie Concept Active Tourer, wie sich die Münchner ihren späten Einstieg in das Van-Segment vorstellen. Doch der Frontriebler erscheint erst in zwei Jahren und muss sich zudem einem harten Wettbewerb stellen.
BMW steht für Reihensechszylinder und Heckantrieb. Bisher! Vergessen Sies. Die famosen sechs Töpfe fallen sukzessive dem Öko-Verdikt zum Opfer und jetzt geht es auch dem dem Heckantrieb an den Kragen. Fest steht, dass die nächste Generation des Einsers ab 2018 von der Vorderachse angetrieben wird. Mitte 2014 will BMW zudem mit einem frontgetriebenen Van auf Kundenfang gehen.
Das Design der Studie, die zumindest äusserlich schon nahe an der Serienversion sein dürfte, hält keine grossen Überraschungen parat, ist aber allemal gefällig. Die kurzen Überhänge, die breite Niere mit den horizontalen Streben, die seitlich verlaufende Sicke und der Hofmeister-Knick in der C-Säule kennzeichnen den Familienlaster eindeutig als BMW. «Wir wollen die Sportlichkeit anders präsentieren», erklärt Designer Michael de Bono, der den Van gerne mit einem Sprinter, der im Startblock kauert, vergleicht. Ob das die Familien-Kundschaft im Van-Segment ähnlich sieht, bleibt abzuwarten.
Auffällig sind auch die grossen Fenster und die tiefe Schulterlinie. Zusammen mit der erhöhten Sitzposition geben sie dem Fahrer einen guten Rundumblick. Das dürfte bei der Klientel gut ankommen. Auch das Fahrverhalten wird eher auf der komfortablen Seite sein.
Im Innenraum macht sich der fehlende Mitteltunnel positiv bemerkbar. Die breite Mittelkonsole entfällt und sorgt für ein luftigeres Platzgefühl. Viele der futuristisch anmutenden Bedienelemente dürften den Weg in die Serie nicht schaffen. Gute Chancen hat das aus dem Mini bekannte Rail-System, mit dem sich je nach Bedarf Cupholder, Armlehnen oder andere Elemente auf einer Schiene zwischen den Sitzen befestigen lassen.
Bei den Antrieben gibt es auch nichts bahnbrechend Neues: Natürlich wird der Dreizylinder-Benziner auch den Van antreiben, der zunächst nur als Frontriebler zu haben sein wird. Die Allrad-Version erscheint etwa drei Monate später. Dass ohne «E» in zwei Jahren gar nichts geht, ist auch den Münchner Vertriebs-Strategen klar. Die Elektro-Architektur des Plug-In-Hybrid stammt vom Sportler i8, wird aber nicht ganz so leistungsstark sein.
Die Kombination aus dem Dreizylinder-Ottomotor mit 136 PS und einem Elektromotor mit 50 kW garantiert eine Systemleistung von über 190 PS und eine Reichweite von mehr als 30 Kilometern. Da die elektrisch betriebene Hinterachse ständig einsatzbereit sein wird, ergänzt der E-Quattro die Antriebspalette.
Klingt alles ganz interessant. Doch die Studie lässt vermuten, dass der kompakte BMW-Van nichts kann, was seine Mitbewerber aus Wolfsburg, Stuttgart und aus Ingolstadt nicht auch können. Mit einem Preis oberhalb des Einser BMWs dürfte der Münchener ab etwa 35'000 Franken zu haben sein. Ein stattlicher Preis: Zumal 2014 vermutlich auch die Modellüberarbeitung des VW-Touran auf den Markt kommt und auch Audis Van in den Startlöchern stehen wird. Der Wettbewerb wird hart, den Kunden freuts.
Beliebteste Kommentare
Alle Kommentare (5)