Weltpremiere Karl Noch ein Zwerg von Opel

Auf Adam folgt im Sommer Karl. Und dieser ist noch etwas kleiner und vor allem günstiger als seine beiden Mini-Brüder Adam und Corsa. Nächste Woche feiert Karl am Genfer Autosalon Weltpremiere. Exklusiv durfte ihn SonntagsBlick bereits vor seiner offiziellen Taufe kennenlernen.

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Ich stehe mitten in einer abgedunkelten Halle auf dem Opel-Firmengelände in Rüsselsheim. Natürlich erst, nachdem ich mich beim Pförtner am Werkseingang registrieren liess, mein Fotohandy abgegeben hatte und von einer strammen Werksschutz-Begleiterin in Empfang genommen wurde. Grund: Noch vor der offiziellen Enthüllung in Genf darf ich exklusiv den neuen Opel Karl entdecken. Dabei behilflich sind mir die fürs Aussen- und Innenstyling verantwortlichen Chefdesigner Carsten Aengenheyster und Stefan Arndt sowie Produktmanager Martin Golka. Nach einer kurzen Einführungsrede des Produktverantwortlichen flammen plötzlich grelle Decken-Scheinwerfer auf und die beiden Chefdesigner ziehen das Tuch vom bisher verhüllten Kleinwagen. Nun steht er also vor mir – Karl – fast etwas verloren mitten in der grossen Halle.

Bevor ich mich intensiver mit dem Auto befasse, möchte ich erst von Golka wissen, warum der Kleine ausgerechnet Karl heisst? Als Antwort zitiert er seine Marketingchefin Tina Müller: «Weil Karl deutsch, emotional, nahbar und zudem kurz, knackig, charaktervoll und einprägsam ist.» Aha. Der Name Karl ist aber auch eine Hommage an einen Sohn des Firmengründers Adam Opel. Während Adam Opel das Unternehmen zum grössten Fahrradhersteller Deutschlands machte, starteten seine Söhne Carl, Wilhelm und Friedrich 1898 die Autoproduktion in Rüsselsheim. Und wo reiht sich Karl in der Opel-Modellpalette ein? «Ganz unten», so Golka, «er ist mit 3,68 Metern Länge unser Kleinster – gar noch etwas kürzer als der Adam.»

Zusammen mit den Designern begebe ich mich nun zum Auto. Mein erster Eindruck: Klein, modern und sympathisch. Pragmatischer als der verspielte Adam, aber weniger konservativ als der Corsa. «Genau das war unser Ziel», bemerkt Exterieur-Designchef Aengenheyster erfreut. «Karl soll modern wirken, optisch ansprechen und dennoch praktisch und vor allem günstig sein.» Aus diesem Grund gibts das nur 940 Kilo schwere Leichtgewicht auch nur mit fünf Türen und einer einzigen Motorisierung, einem modernen Einliter-Dreizylinder-Benziner mit 75 PS. «Ein Benziner ist kostengünstiger als ein Diesel», erklärt Aengenheyster, «so lassen sich die Produktionskosten niedrig halten und erlaubt uns, den Karl in Deutschland für weniger als 10'000 Euro anzubieten.» Trotzdem ist Karl keine billige Kiste. «Praktisch und günstig, ja», betont Designchef Aengenheyster, «aber nicht billig.» Und er verrät: «Auf Wunsch unseres obersten Chefs Neumann mussten wir bei den hinteren Türen nachträglich mit zusätzlichen Dichtungsgummis nachbessern, weil ihm die Geräuschdämmung zu schlecht war.»

Aussen schlicht und ohne grosse Spielereien, gilt ähnliches für den Innenraum. Trotzdem wirkt dieser alles andere als billig. Der verantwortliche Interior-Designchef Stefan Arndt gibt zu, dass er mir die teuerste der drei erhältlichen Ausstattungsvarianten zeigt. Dennoch: Alles ist mit wertig anmutenden Materialien verkleidet, die Anzeigen sind übersichtlich, die Schalter und Knöpfe stammen aus dem Konzernregal. Und gegen Aufpreis gibts neben elektrischen Fensterhebern, Tempomat, Zentralverriegelung Spurhalteassistent, Klimaautomatik gar Lenkrad- und Sitzheizung sowie wenn gewünscht diverse Infotainmentpakete. Sonst gilt aber auch für den Innenraum: Praktisch kommt vor ästhetisch. Und diesbezüglich hat Arndt wahre Wunder vollbracht. Obwohl Karl leicht kürzer als Adam ist, sitzt man im Karl hinten als Erwachsener deutlich komfortabler. Auch der Kofferraum ist beim Karl grösser (es passen locker zwei Getränkeharasse rein) und die Ladekante fast zehn Zentimeter tiefer. Stolz zeigt mir Arndt: «Übers Wageninnere verteilt finden Sie insgesamt elf Ablagen für Kleinkram.»

Fazit: Opels neuer Einsteiger, der zwar in Deutschland entstand, aber in Korea gebaut wird, ist ein durchaus charmanter, aufgeräumter Zwerg mit vielen unauffälligen aber praktischen Vorzügen. Und trotz seiner kompakten Abmessungen ist der Kleine gar nicht so klein.

Publiziert am 01.03.2015 | Aktualisiert am 01.03.2015

OPEL KARL

Antrieb: 3-Zylinder-Benziner, 999 ccm, 75 PS, 96 Nm, Vorderradantrieb, 5-Gang-Getriebe
Fahrleistungen: 0-100 km/h 15,5 s, Spitze 170 km/h
Masse: Länge/Breite/Höhe = 3,68/1,60/1,48 m, Gewicht 940 kg, Kofferraum 195-940 l
Normverbrauch: 4,3 l/100 km = 99 g/km CO2
Preis: ab ca. 10'000 Franken

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Autosalon Genf 2015
autoscout24.ch

6 Kommentare
  • Roger  Stahel 01.03.2015
    Weis nicht was das Bashing gegen Opel soll,selber fuhr ich verschiedene Marken aber der Opel ist am günstigsten im Unterhalt und sehr zuverlässig,also meine Erfahrung!
  • Gerry  Kuster 01.03.2015
    Adam, Karl und Corsa sind zwei Modelle zu viel, was nur zu höheren Produktions-, Marketing- und Distributionskosten führt und die Verkaufspreise unnötig ob die Höhe treibt. Aber das Auto ist sicher gut.
  • Merry  von Bergen 01.03.2015
    Der Hyundai i20 wird in der Türkei gebaut wird, nicht in Korea. Das Designzentrum von Hyundai ist unter andern in Rüsselsheim. Der Hauptsitz von Opel ist ebenfalls in Rüsselsheim, vielleicht wurde der i20 bei Opel designt? Es gibt keine schlechte Autos, höchstens schlechte Garagen.
    • Robert  Egli aus Saland
      02.03.2015
      Falsch, ist ein Nachfolger von Daeweoo/Chevrolet Matiz oder Splash. Daewoo gehört wie Opel zum GM Konzern
  • Hans  Blattmann 01.03.2015
    Im Gegensatz zu den Koreanern, wird der Karl aber nach 7 Jahren keine vorprogrammierte Sollbruchstelle enthalten. Man sieht kaum noch alte Koreaner herumfahren Opel schon. Alle im Export gelandet da eine Reparatur zu teuer gewesen wäre.
  • Roland  Güller , via Facebook 01.03.2015
    Könnte auch ein Hyundai sein, wird ja auch in Korea gebaut, ist eine reine Kopie des alten i20, der Nachfolger vom i20 der new i20 ist aber das bessere Auto!