Ob als Coupé oder offener Volante – der neue Aston Martin DB9 ist ein echter Gentleman. Der aber auch ziemlich unartig werden kann.
Auf der Aston-Martin-Preisliste ist der Platz zwischen DB9 und DBS wieder frei. Denn mit der Lancierung des neuen, klar sportlicheren und dennoch luxuriösen DB9 endet das kurze Comeback des Virage.
Macht aber nichts, denn der neue, optisch nur sanft veränderte DB9 ist eine Wucht. Angetrieben vom Sechsliter-V12-Saugmotor (517 PS, 620 Nm) sprintet der doch 1785 Kilo schwere Brite locker los – von 0 auf 100 km/h in nur 4,6 Sekunden. Drückt man die Sporttaste im Cockpit, legt der Aston seine Gentleman-Manieren vollends ab und donnert – begleitet von einem sonoren Röhren – los. Erstaunlich wie agil und handlich sich der 4,72 m lange Hecktriebler auf den 20-Zöllern selbst durch enge Kurven dirigieren lässt.
Mitverantwortlich dafür ist die hohe Karosseriesteifigkeit: Dank geklebtem Alu ist der DB9 um 20 % steifer als sein Vorgänger, beim offenen Volante sind es gar 30 %. So macht die Kurvenhatz Spass! Beeindruckend sind aber auch die bissigen, serienmässigen Keramik-Bremsen, die das Temperament des Aston (und des Fahrers) schnell und sicher einbremsen. Der DB9 lässt sich aber auch ganz manierlich fahren, so dass man den Luxus im Innern wie Volllederausstattung, Sportsitze, LCD-Display und 700-Watt-Audioanlage noch besser geniessen kann.
Einzig beim Kofferraum geizten die Briten. Denn der Laderaum unter der Heckklappe mit markanter Spoilerlippe ist sowohl beim Coupé (184 l) als auch beim Volante (152 l) klein ausgefallen. Für einen Golfbag dürfte es aber gerade noch reichen – wichtig für eine Klientel, die 203 971 Franken fürs Coupé oder gar 221 344 Franken fürs Cabrio hinblättern muss.
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