Mercedes-AMG GT R im Fahrbericht Rennwagen mit Strassenzulassung

Der 585 PS und 700 Newtonmeter starke Mercedes-AMG GT R ist ein Rennwagen mit Strassenzulassung. Gefahren sind wir den bis 318 km/h schnellen Zweisitzer auf der Rennpiste und auf öffentlichen Strassen in Portugal.

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Der von der deutschen Seite des Bodensees stammende AMG-Chef Tobias Moers (50) verrät mir kumpelhaft und in fast perfektem Schweizer Dialekt: «Mer hönd fascht alles rausgholt, was machbar isch.» Und das ist im konkreten Fall des Mercedes-AMG GT R imponierend viel. Soviel, dass der GT R eben einen neuen Rundenrekord auf der legendären Nürburging-Nordschleife realisierte. Und dabei immerhin den mit 787 um genau 202 PS stärkeren Super-Porsche 918 entthronte...

SonntagsBlick-Autoredaktor Raoul Schwinnen konnte den neuen Mercedes-AMG GT R auf der Rennstecke von Portimão (Portugal) testen. play
SonntagsBlick-Autoredaktor Raoul Schwinnen konnte den neuen Mercedes-AMG GT R auf der Rennstecke von Portimão (Portugal) testen. Werk
Kind der «grünen Hölle»

Noch nie hätten sie soviel Technologie vom Motorsport in ein Serienfahrzeug integriert wie in den neuen AMG GT R, erklärt Moers später an der offiziellen Pressekonferenz. Die Grundlagen für den Sport-Zweisitzer bilden das Frontmittelmotorkonzept mit Transaxle, der 585 PS und 700 Nm starke V8-Biturbomotor, das modifizierte Fahrwerk, die neue Aerodynamik und der intelligente Leichtbau.

Die giftgrüne Lackierung «green hell magno» des Testwagens soll übrigens auf seine Abstammung verweisen – einen Grossteil seiner Entwicklungszeit verbrachte der GT R auf der Nürburgring-Nordschleife, auch bekannt als «grüne Hölle».

Jeder 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 585 PS und 700 Nm wird im AMG-Werk in Affalterbach (D) von Hand gefertigt. Im Fall des Foto-Modells von Sebastian Dürre. play
Jeder 4,0-Liter-V8-Biturbo mit 585 PS und 700 Nm wird im AMG-Werk in Affalterbach (D) von Hand gefertigt. Im Fall des Foto-Modells von Sebastian Dürre. Werk

Soviel zur Theorie, doch nun möchte ich den Rennwagen mit Strassenlizenz endlich erfahren. Und zwar erst auf der Rennstrecke von Portimão, einer Piste mit einigen ziemlich fiesen blinden Ecken. Drum ist‘s gut, fungiert als mein Pace-Car-Pilot kein geringerer als der frühere DTM-Champ Bernd Schneider: «Wir fahren erst eine langsamere Einführungsrunde, dann zwei schnelle und zum Schluss wieder eine Cool-down-Runde für Auto und Fahrer. Alles klar?» Los geht’s!

Der Rennwagen

Im Sport+-Modus, mit nur sehr spät reagierendem ESP und offenen Auspuffklappen, krachen wir mit donnerndem Sound durch die ersten Kurven. Herrlich, wie spontan der 1,6 Tonnen schwere Hecktriebler mit Allradlenkung am Gas hängt. Die Leistungsentfaltung ist dabei erstaunlich linear, schon ab 1900/min steht das volle Drehmoment zur Verfügung. Bei der ersten schnellen Runde riskiere ich am Ende der Start-Zielgeraden einen Blick auf den Digitaltacho – 298 km/h.

Doch bevor die 300 km/h-Grenze fällt (318 km/h sollen möglich sein), latscht Schneider vor mir auf die Bremse und lenkt in die erste Kurve ein. Immerhin: Ich bleibe die ganzen vier Runden dran und lasse nicht abreissen. Schneider lobt am Ende: «Das war ganz flott.» Fand ich auch. Und zugleich ein grosses Lob an den GT R. Denn offensichtlich lässt er sich nicht nur von Rennprofis schnell und sicher über die Rennstrecke prügeln.

Auf der Rennstrecke überzeugt der AMG GT R durch seine geballte Power und lässt sich doch auch von Nicht-Rennprofis sicher bewegen. play
Auf der Rennstrecke überzeugt der AMG GT R durch seine geballte Power und lässt sich doch auch von Nicht-Rennprofis sicher bewegen. Werk
Die Strassenzulassung

Später bei einer 70 Kilometer-Runde auf den verkehrsfreien, aber ziemlich holperigen Strassen rund um Portimão stellt der 209'600 Franken teure Sportbolide seine Alltagsqualitäten unter Beweis. Nun ist die Allradlenkung noch viel deutlicher als auf der Rennstrecke zu spüren.

Der GT R fühlt sich extrem handlich an, federt genial statt bockig und versetzt trotz flottem Landstrassentempo kaum über die welligen Buckel. Und fahre ich nicht gerade im Sport+-Modus, wird auch der Sound nachbarschaftsfreundlicher, weil dann die äusseren Auspuffrohre nicht mehr geflutet werden.

Über den gelben Schalter in der Mittelkonsole lässt sich die Traktionskontrolle in neun verschiedenen Abstufungen einstellen. play
Über den gelben Schalter in der Mittelkonsole lässt sich die Traktionskontrolle in neun verschiedenen Abstufungen einstellen. Werk
Begeistert

Nach den Testfahrten klopft mir AMG-Chef Moers wieder kumpelhaft auf die Schultern: «Na, wie wars?» Doch bevor ich antworten kann, ergänzt er: «Wer Benzin im Blut hat, wird von der beeindruckenden Längs- und Querbeschleunigung, dem präzisen Einlenkverhalten und dem sensationellen Grip begeistert sein. Oder?» Was soll ich da noch antworten – das hätte ich nicht besser auf den Punkt bringen können.

Publiziert am 18.12.2016 | Aktualisiert am 18.12.2016
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  • Henry  Eric Wittwer IMMOBIL press aus Xcanatun Col. Merida YUC.MEXICO
    18.12.2016
    Wuerde mir noch so passen, mal ueberlegen. MFK frei, Steuerfrei. Die Nummer im Jahr 30.- SFR. Versicherung freiwillig. Fahre schon 3 Jahre ohne Versicherung.
    Dann lohnt sich der Preis.
  • Niels  Huggli aus Zug
    18.12.2016
    Ein sehr schönes Auto, das sich leider nur eine handvoll Schweizer leisten würden, mehrheitlich Leute, die Geld geerbt haben. Diese Energie, die in die Entwicklung von Supersportwagen eingesetzt wird, ist einfach etwas vom sinnlosesten auf dem Planeten. Auf der Rennstrecke ist man am Ende gleich weit wie am Anfang und auf der Strasse darf man nur 120km/h fahren. Ausser in Deutschland und in sechs Bananenrepubliken kann man Vollgas fahren und andere Verkehrsteilnehmer gefährden. Hut ab.
    • Daniel  Evans 18.12.2016
      Es soll Menschen geben die nicht Motzen und ihren Neid zur Schau tragen als Hobby haben, sondern Motorsport.
      Etwas mehr Toleranz wäre ihrerseits definitiv angebracht. Es macht hier ja auch niemand ihre Hobbies als sinnlos fertig; Briefmarken sammeln, Zug fahren, Kakteen züchten, oder was auch immer.
  • Aleksandar  Pavic , via Facebook 18.12.2016
    Tolle Sache aber wenn man genau hin sieht ist alles nur noch Plastik und Aluminium. Wo sind die richtigen Autos aus Eisen und Guss geblieben?
    • M.  Meier aus Untersiggenthal
      18.12.2016
      Es hat noch genügend Guss und Eisen dran, so viel dass man nicht 9 Minuten um den Ring hat sondern tiefe 7er Zeiten! Nicht zu vergessen Carbon, Magnesium, Titan ist ebenfalls zu bestaunen und sind wohl hochwertiger als Guss und Eisen. Dass nennt man fortschritliche effiziente Materialien
  • Thierry  Eutone aus Grandvillard
    18.12.2016
    Genau so einen Eimer braucht man hier in der Schweiz ... nee im Ernst, schaut schick aus, ber nicht in grün ;-)
  • Manuel  Bircher aus Leuggern
    18.12.2016
    Sicher, das ist ein Spitzenwagen. Aber... bitte nicht die einfach irgendwelche Zahlen verwenden. Die Zeiten entnehmen Sie hier anscheinend vom auto-motor-sport Test. Porsche ist mit dem 918 (mit 887PS nicht 787PS) eine Zeit von 6:57 gefahren.
    • René  Allgäuer , via Facebook 18.12.2016
      Genau Porsche 918 6.57, Lambo Aventador 6.59, Dodge Viper ACR 7.01, Nissan GTR 7.06! Der Benz ist ein sehr schönes super schnelles Auto, aber man sollte trotz allem die Wahrheit nicht verdrehen wie es einem gerade passt.
    • Stefan  Obrist aus Hünenberg See
      18.12.2016
      Ja und auch gegen den Porsche 911 GT2 RS verliert er gemäss aktueller Autobild kläglich mit 4:1. Und erst dann kommen alle die Supersportwagen von Porsche, Audi, Lambo, Ferrari, Bugatti etc., da ist der AMG GT-R nur noch 2. Liga. Sicher nicht schlecht, aber aber ohne Allrad keinen Stich in Zukunft.
    •   , via Facebook 18.12.2016
      Ja darum haben ja fast alle Rennwagen Allrad und die F1 Boliden keine Zukunft! Allrad gehört in die Berge aber sicher nicht auf die Rennstrecke.
    • Frederik  Bentschen 18.12.2016
      Das sind nicht irgendwelche Zahlen. Die gefahrene Rundenzeit von 7:11 vom GT R entspricht dem vom Sport Auto durchgeführten Test. Damit ist der GT R um rund 2 Sekunden schneller als der Porsche Spyder 918, welcher ebenfalls von Sport Auto getestet worden ist. Außerdem können die von Sport Auto gefahrenen Rundenzeit als durchaus repräsentativ betrachtet werden, da die Autos so getestet werden, wie sie ab Werk ausgeliefert werden (d.h. keine Modifikationen, Wechsel auf Rennreifen etc.)