Wie ein 3er aus Amerika: Als erster Caddy macht der ATS einfach richtig Spass.
Na also, es geht doch. Schneidig sehen alle Cadillacs schon seit Jahren aus. Aber der ATS ist der erste, der sich auch so fährt. Der 4,64 Meter lange ATS kurvt mit präziser Lenkung und super Spurtreue fast so behände um Ecken wie ein 3er BMW. Dabei federt er nie unartig, sondern wahrt Manieren. Dadurch macht der 1,5-Tonnen-Hecktriebler (optional Allrad) Laune auf europäische Art – Kompliment!
Wenig Reiselaune kommt hinten auf: Der Fond ist knapp; man sitzt ordentlich, aber nicht mehr. Der Laderaum fasst 381 Liter. Dafür schwelgt man vorne in Luxus, der nicht die Welt kostet: Den üppig ausgestattete Caddy gibts nämlich ab 50 710 Franken.
Dafür ist nicht jedes Detail ist so perfekt wie bei Audi und Co., aber immerhin edel und stylish. Zudem gibts viele Assistenzsysteme, Vibrationsalarm im Sitz statt Gepiepse beim Parkieren und Multimedia im iPhone-Stil namens «Cue». Der Touchscreen versteht Gesten wie Wischen und gibt Rückmeldung an den Finger. Cool, aber teils verwirrend.
Sofort enträtselt ist der 2,0-l-Benziner: Da brauchts keinen V6 mehr. Der 4-Zylinder-Turbo leistet 276 PS und stemmt 353 Nm bei 1700–5500/min. Er geht vehement ab, ist enorm elastisch, jagt in 5,9 s auf 100 km/h und tönt fein. Normverbrauch: ab 8,2 l/100 km. Schade nur: Der optionale, rustikale Automat schluckt im Vergleich zur manuellen 6-Gang-Schaltung viel Schärfe. Ein Diesel folgt.
Fazit: Als Geheimtipp hat der ATS seine Chance gegen Audi A4 und Co. – wer sich von der Masse abheben will, bekommt ab Dezember Dynamik zum fairen Tarif.
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