Genfer Salon Weltpremiere schon gefahren Der beflügelte Cayman

Der neue Cayman GT4 ist das preiswerteste GT-Modell von Porsche. Bei unserer ersten Probefahrt beweist der GT-Einsteiger aber, dass er dank 385 PS und etwas weniger Gewicht gar spurtstärker als sein grosser Bruder 911 ist.

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Was bei Porsche das Kürzel GT trägt, kommt der Kernidee der Marke am nächsten: Autos zu bauen, mit denen man unter der Woche zur Arbeit fährt und am Wochenende über die Rennstrecke brettert. «Rund 80 Prozent aller Käufer eines Porsche GT sind damit auch auf dem Rundkurs unterwegs», weiss Markus Atz aus der Porsche-Motorsportabteilung. Mit dem neuen Cayman GT4 bietet Porsche nun erstmals einen GT in seiner aktuellen Mittelmotor-Baureihe an.

Für den Einstiegs-GT, der gleichzeitig das Cayman-Topmodell ist, hat sich Porsche ziemlich hemmungslos beim grossen Bruder 911 bedient. Das betrifft nicht nur das Fahrwerk, das auf Komponenten des 911 GT3 basiert und komplett neu abgestimmt wurde. Oder die Bremsanlage, die ebenfalls aus dem 911 GT3 stammt. Das gilt vor allem für den Motor. Den haben die Porsche-Techniker nahezu komplett aus dem Heck des 911 Carrera S entliehen. Damit er als Mittelmotor funktioniert, wurde der 3,8-Liter-6-Zylinder-Boxer um 180 Grad gedreht in den Cayman eingebaut.

Um den Respektabstand zum 911er wenigstens noch einigermassen zu wahren, darf der Direkteinpritzer im Cayman «nur» 385 PS leisten – also 15 PS weniger als das Original im Carrera S. Auf der Strasse spürt man davon nichts. Da jagt der Boxer den 1340 Kilo schweren GT4 in 4,4 Sekunden auf Tempo 100. Und vorbei ists mit dem Respektabstand zum grossen Bruder – dieser braucht nämlich durch etwas mehr Gewicht eine Zehntelsekunde länger. Beim Topspeed werden dann aber die Machtverhältnisse wieder hergestellt: 304 km/h für den 911 Carrera S, während der Cayman GT4 mit 295 km/h unter der imageträchtigen 300-km/h-Grenze bleiben muss.

So martialisch der Cayman GT4 auch aussieht mit dem feststehenden breiten Heckflügel, den üppigen seitlichen Lufteinlässen, dem deutlich voluminöseren und aggressiver wirkenden Bug sowie der um 34 Millimeter längeren und 18 Millimeter flacheren Silhouette – auf der Strasse erweist er sich als absolut alltagstauglich. Sieht man mal davon ab, dass der Einstieg durch die hochgezogenen Seitenflanken der Sportsitze und der relativ engen Türausschnitte nicht gerade bequem ist. Sonst aber erweist sich das Fahrwerk in der Normal-Einstellung als ausgesprochen komfortabel. Die genaue Lenkung sorgt im Stadtverkehr für ein angenehmes Handling. Und hat man sich erst mal daran gewöhnt, dass die Pedalerie mehr Kraftaufwand als üblich erfordert, wird auch das Spiel mit Gas, Bremse und Kupplung zum Kinderspiel.

Kupplung? Ja, Kupplung. Den Cayman GT4 gibts nur mit Handschaltung. Das hauseigene PDK-Getriebe hätte 28 Kilo mehr Gewicht bedeutet – ein Graus für die GT-Gewichtspuristen bei Porsche. Die 6-Gang-Handschaltung funktioniert präzise und mit kurzen Wegen, wenn auch gelegentlich etwas hakelig. Wer will, kann den 385-PS-Boliden aber auch schaltfaul fahren – zügig beschleunigen aus dem 6. Gang? Kein Problem. Nach oben ist die Drehzahlgrenze des Saugers weit offen – erst bei 7800/min meldet sich der Begrenzer.

Bleibt noch der Preis: Der GT4 ist der preiswerteste GT von Porsche – und gleichzeitig der teuerste Cayman. Mit 118'200 Franken bleibt er nur 5000 Franken unter dem günstigsten 911er, kostet aber über 23'000 Franken weniger als der ähnlich motorisierte 911 Carrera S.

Publiziert am 15.03.2015 | Aktualisiert am 15.03.2015
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3 Kommentare
  • stocker  lars 15.03.2015
    Ja ja: Gerne überschätzt mann sich mit seinem fahrerischen Talent. Bei einem Porsche ist man ja auch ein "Angestellter" der computergesteuerten, verbauten Technik die einen zu "Hamilton" werden lässt. Wehe aber dem unkundigen, Der all den technischen Schnick Schnack ausschaltet. Die besten Fahrer haben die Fliegen sowieso auf der Seitenscheibe:....
  • Salomon  Rittergold aus Lausanne
    15.03.2015
    Ja, für den scheuen Anfang genügt der Cayman GT4 schon. Aber wenn man wirklich will, dass einem die Strasse entgegen fliegt, das Tunnel zur Öse wird und man nicht mehr weiss ob man Lewis Hamilton ist oder doch nicht, dann gibts nur den 911er GT2, ist wohl klaro.
    • Peter  Zillner , via Facebook 15.03.2015
      Jaaaaa genau und vor allem wenn man in der Schweiz den
      Fahrausweis dabei sofort verlieren will und Das nicht durch
      den übermässigen Luftzug !!! Blitz, blitz, blitz, blit..bli..bl..b.