Exklusive Probefahrt Platz nehmen in der Zukunft

Der Prototyp F015 fährt ohne Fahrer, gehorcht aufs Wort und reagiert auf Gesten. So stellt sich Mercedes die Zukunft vor. SonntagsBlick ging in San Francisco (USA) mit dem spektakulären Forschungsauto auf Probefahrt.

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Vor zwei Wochen zu Beginn der Presseveranstaltung sorgte der Auftritt des Mercedes F015 Luxury in Motion mitten in San Francisco für Aufregung. Das silberglänzende Science-Fiction-Gefährt war das Tagesgespräch, füllte Zeitungsspalten und sorgte für aufgeregte Aktivitäten auf Facebook und Twitter. Zu utopisch hebt sich die Vision des Zukunftsautos von heutigen Modellen ab. Nach den Journalisten aus USA und Asien bin nun auch ich vor Ort, um das Auto von übermorgen genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei steht für mich weniger das autonome Fahren im Vordergrund als vielmehr die Frage, wie selbstfahrende Autos das Gesamtpaket Automobil, aber auch unser Leben allgemein, beeinflussen werden.

Wohin die Reise geht, macht bereits die futuristische Optik klar: Sie wirkt wie von einem anderen Stern, trotzdem aber so harmonisch, dass sie in 15 Jahren durchaus in unser Strassenbild passen könnte. Zum Start meiner Probefahrt muss ich mich nicht zum Fahrzeug hin bewegen, ich rufe es per Handy-App zu mir. Und tatsächlich gleitet der F015 leise aus der Garage zu meinem Standort. Die gegenläufigen Riesentüren – sogenannte Saloon Doors, wie man sie auch von Rolls-Royce kennt – geben den Blick in den riesigen Innenraum frei. Mit 5,22 Metern ist der F015 zwar gleich lang wie die S-Klasse, dank dem rekordverdächtigen Radstand von 3,61 Metern (24 cm mehr als der Maybach) fühlt man sich innen aber wie in einer bequemen Lounge.

Zu viert sitzen wir uns nun in drehbaren Sesseln gegenüber, das Lenkrad hat sich im Rücken des Fahrers in den Armaturenträger zurückgezogen, in den Türtafeln erscheinen riesige Displays über die sich mittels Fingertipp, Gestik, ja sogar Blickkontakt die unterschiedlichsten Menüs wie Internet, E-Mails, Musik, Filme, aber auch Navigation oder das Tempo aufrufen bzw. beeinflussen lassen. Und wir fahren. Autonom, elektrisch leise und ohne Fahrer. Jeder Passagier kann auf Wunsch die Kontrolle über das Fahrzeug ausüben – über das grosse Türdisplay auf seiner Seite.

Aus Sicherheitsgründen ziehen wir unsere Runden auf einem ausgedienten Navy-Stützpunkt vor den Toren San Franciscos. Und auch das muss gesagt sein: unsere Route ist vorprogrammiert. Denn der schicke Prototyp ist frei von Radsensoren, Radar und Lasertechnik, ohne die aber rein autonomes Fahren nicht möglich ist. Der F015 soll uns vor allem Potenzial und Möglichkeiten zeigen, die erst dank autonomem Fahren realisiert werden können. So kommuniziert unser utopisches Gefährt visuell und akustisch mit seinem Umfeld, mit Fussgängern, Radfahrern, aber auch mit anderen Autos. Fahren wir autonom, zeigen das vorne und hinten blaue LEDs nach aussen an. Übernimmt der Fahrer das Steuer – das kann er, wann immer er will – wechselt die Farbe auf weiss. Möchte zum Beispiel ein Fussgänger die Strasse überqueren, stoppt der F015 und legt per Laser einen Zebrastreifen vor ihn hin, gleichzeitig fordert eine Stimme zum Überqueren auf.

Natürlich lässt der F015 noch viele Fragen offen. Zum Beispiel wie die Insassen die so gewonnene Zeit tatsächlich nutzen werden? Oder wie sich das Zukunftsauto in einer nicht zu vermeidenden Unfallsituation verhalten soll: Wohin ausweichen? Mit wem oder was eher kollidieren? Mit dem Gegenverkehr? Grossen oder kleinen Autos, Menschen? Oder wie sieht es mit der Haftung aus, wenn das Fahrzeug autonom unterwegs ist und – warum auch immer – verunfallt? Grundsätzlich soll autonomes Fahren aber zu weniger Unfällen führen.

Klar scheint auch der Antrieb: Elektrisch mit Brennstoffzelle. Und sicher ist, dass das autonom fahrende Auto schrittweise kommen und unsere Fahrgewohnheiten, aber auch unser Leben, sukzessive verändern wird. Mercedes-Zukunftsforscher Alex Mankowsky prophezeit mit leichtem Augenzwinkern: «2030 fahren unsere Autos autonom, 2050 werden sie vielleicht fliegen können.» Schöne Aussichten.

Publiziert am 30.03.2015 | Aktualisiert am 30.03.2015
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1 Kommentare
  • Henry  Henry Wittwer aus Xcanatun Col. Merida YUC. Mexico MX
    30.03.2015
    Hoechste Zeit, dass mal ein richtiges Auto gebaut wird. Bei vielen kommt dir ja vor wie ein Schuhloeffel. Mercedes hat wenigstens noch ein Sitzkomfort.