Ferrari F12 Berlinetta Der schnellste Strassen-Ferrari aller Zeiten

Mit dem F12 Berlinetta präsentiert Ferrari einen neuen Supersportler, der 120 PS mehr als sein Vorgänger leistet, aber 70 Kilo weniger wiegt. Dennoch schafft er den Spagat zwischen Rennstrecke räubern und komfortabel über den Boulevard gleiten mit Bravour.

  • Publiziert: 16.09.2012, Aktualisiert: 19.09.2012
  • Von Wolfgang Gomoll

Lamborghini-Aventador- und McLaren-MP4-12C-Fahrer müssen jetzt stark sein. Sehr stark. Denn Ferrari legt mit dem neuen F12 Berlinetta die Messlatte im Kampf um die Krone bei den Supersportwagen hoch. Sehr hoch. Schliesslich kann der neue 740-PS-Hochleistungssportler aus Maranello alles noch etwas besser als sein Vorgänger F 599 GTB – und der war schon keineswegs schlecht. Das zeigt sich alleine schon beim Einsteigen: Obwohl das neue Ferrari-Topmodell 6,3 Zentimeter tiefer als der 599 GTB liegt, gleitet man ganz entspannt in die bequemen Schalensitze. Die richtige Sitzposition ist schnell gefunden und mit der gewohnten Zeremonie aus Zündschlüsseldreh und Startknopfdruck erweckt man das unter der Haube schlummernde 6,3-Liter-V12-Kraftwerk.

Doch wer nun einen ungestümen Kraftprotz erwartet, wird enttäuscht. Fast schon zurückhaltend säuseln die zwölf Töpfe vor sich hin. Ähnlich entspannt geht es auch zunächst auf der Strasse zu. Da 80 Prozent der 690 Newtonmeter Drehmoment schon bei 2500/min bereitstehen, lässt sich der Ferrari entspannt auf Automatikmodus im Stadtverkehr bewegen, während die adaptiven Dämpfer etwaige Unebenheiten lässig wegradieren. «Eine hohe Alltagstauglichkeit war uns wichtig», erklärt Fahrzeugentwickler Martino Cavanna, «da 20 Prozent unserer Kunden das Auto täglich fahren und auch längere Strecken zurücklegen werden.»

Doch sobald man dem «Cavallino Rampante» die Sporen gibt, verwandelt sich die zahme Stute in einen athletischen Hengst. Die zwölf Posaunen aus Maranello trompeten dann aus vollem Rohr und der 1,5 Tonnen leichte Sportler schnellt mit einer an Sprintstar Usain Bolt erinnernden Dynamik nach vorne. Innerhalb von nur 8,5 Sekunden ist die 200-km/h-Marke geknackt – und erst bei über 330 km/h und 8250 /min ist Schluss.

Doch selbst dann stellt der Ferrari den Fahrer nicht wirklich vor Probleme. Die Lenkung reagiert intuitiv und direkt nach dem Motto «du dirigierst, ich gehorche.» Ein Resultat der deutlich verbesserten Aerodynamik, die für doppelt so viel Abtrieb sorgt als noch beim 599 GTB, der feinen Fahrwerksabstimmung mit dem E-Differenzial an der Hinterachse, das bei Bedarf fast 100 Prozent der Antriebskraft auf ein Rad lenkt und der fast perfekten Gewichtsverteilung von 46 zu 54 Prozent. Dass der behände Kurventanz ohne nerviges Kopfnicken vonstatten geht, ist dem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe zu verdanken, das die Schaltvorgänge extrem flott und fast unmerklich erledigt.

Dreht man das «Manettino», den roten Set-up-Schalter am Lenkrad, auf «Race», reagiert der F12 allerdings deutlich nervöser. Nun wird jeder Kieselstein spürbar und das Heck beginnt zu tänzeln. «Das ist Absicht. Der Race-Modus ist wirklich nur für die Rennstrecke», erklärt Ingenieur Cavanna. Und auch dort setzt der F12 Berlinetta neue Massstäbe: Die hauseigene Teststrecke in Fiorano umrundet er in 1:23 – und ist damit der schnellste Ferrari mit Strassenzulassung. Auch bei der Verzögerung schlägt er seinen Vorgänger um zehn Meter und steht aus 200 km/h bereits nach 131 Metern still. Trotz seiner beeindruckenden Power hält sich der Zweisitzer beim Durst zurück. Der Verbrauch sank um 20 Prozent auf rund 14,3 l/100 km.

Erfreulicherweise verzichtet der F12 auf jede Krawall-Optik. Spoiler? Fehlanzeige. Die Aerodynamik beschränkt sich auf eine intelligente Luftführung und einer kleinen Kante am Heck. Die schicke Zurückhaltung setzt sich im Interieur fort. Das Cockpit wirkt mit viel Leder elegant und die Hebel und Schalter fühlen sich deutlich wertiger an als noch beim Vorgänger. So leistet sich der Ferrari F12 Berlinetta nur wenig Schwächen und macht auf jedem Meter Spass. Das ist Musik in den Ohren eines jeden Sportwagen-Fans – auch wenn die rote Sinfonie mit 325'000 Franken ihren Preis hat.

autoscout24.ch

Beliebteste Kommentare

  • Beat  Steinhauer
    Wow!!!, ein Kompliment an die Designer dieses Ferarris. Sehr schön proportioniert. Wenn ich mir den Leisten könnte, würde ich in am Montag bestellen :- *smile*....
  •   Peter Streit , Bern
    Wieso Kopie, weil er 4 Räder und Scheinwerfer hat. Sorry aber ein V12 Frontmotor braucht halt Platz und da ist es ja klar das die Front lang ist wie beim Aston Martin. Man sieht keine Ähnlichkeit mit dem Aston Martin, den Ferrari erkennt man blind allein wegen dem Sound der 12 Töpfe. Ein Sportauto mit so viel Leistung wo man auch längere Strecken fahren kann ohne sich den Rücken zu brechen gibt es nicht. Wer mal mit dem Aventador gefahren ist weiss dass, bei dem gibt es nicht so viel Platz nach hinten um den Sitz einzustelken. Sehr gelungenes Fahrzeug mit vielen Details und mit einem breitem Grinsen beim Starten des Motors.

Alle Kommentare (11)

  •   Dario , Paris
    Einfach genial was da Ferrari wieder auf die Beine ja besser gesagt auf die Raeder gestellt hat. Sorry fuer alle anderen Authersteller. Ferrari ist und bleibt das mass aller dinger. Ciao an alle ferrari fans und die es nach diesem prachtstueck noch werden
    • 17.09.2012
    • 13
    • 9
  • Toni  Tobler , Zürich
    Es ist heute sehr wichtig, das ein Auto 330kmh fährt, man ist dann um 4.8374sec schneller in der Migros!
  • Michael  Heldner , via Facebook
    naja sehe ehrlich gesagt nicht viel Ferrari drin, klar schöne Proportionen aber erinnert mich optisch stark an die neue Viper oder dem Aston Martin, naja eigentlich egal, mitlerweile sehen die jeweiligen Autos im gleichen Preissegmet eh mehr oder minder gleich aus
  • Dorian  Grey , Villa General Belgrano
    Echt gelungene Karre... Aber: Für was 740 PS?? Damit ich in 2,2 Sek. auf 120 bin?? Auf der anderen Seite:
    Na gut.....wär schon geil, mal sowas zu sehen.
  •   Peter Streit , Bern
    Wieso Kopie, weil er 4 Räder und Scheinwerfer hat. Sorry aber ein V12 Frontmotor braucht halt Platz und da ist es ja klar das die Front lang ist wie beim Aston Martin. Man sieht keine Ähnlichkeit mit dem Aston Martin, den Ferrari erkennt man blind allein wegen dem Sound der 12 Töpfe. Ein Sportauto mit so viel Leistung wo man auch längere Strecken fahren kann ohne sich den Rücken zu brechen gibt es nicht. Wer mal mit dem Aventador gefahren ist weiss dass, bei dem gibt es nicht so viel Platz nach hinten um den Sitz einzustelken. Sehr gelungenes Fahrzeug mit vielen Details und mit einem breitem Grinsen beim Starten des Motors.
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