Der neue 7er BMW «Im neuen 7er steckt alles, was wir können.»

Mit luxuriösem Komfort und hoher Fahrdynamik will der neue 7er BMW ganz nach oben. Unser Fahrbericht klärt, ob das Flaggschiff auchhält, was es verspricht.

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Und es kommt doch auf die Grösse an. Das ist der erste Eindruck, als uns der Zündschlüssel des neuen 7er BMW zugesteckt wird. Elegant gestylt, mit 9,0x5,5x1,5 cm aber riesengross, offeriert er Möglichkeiten, die man noch nie gesehen, vielleicht auch gar nie gewünscht hat. So können auf dem kleinen Touchscreen aus der Ferne direkt am Schlüssel die Tankanzeige, Reichweite oder Service-Hinweise abgelesen, oder die Klimaautomatik gestartet werden. Als Highlight lässt sich der 7er über den Miniscreen von aussen ferngesteuert starten und in eine Lücke ein- oder ausparken, was dem Fahrer einen bequemen Ein- und Ausstieg ermöglicht. Das funktioniert zwar nur geradeaus und ohne grosses Rangieren, was den Showeffekt aber wenig mindern dürfte.

Dass sich BMW selbst beim Zündschlüssel so ins Zeug legt, kommt nicht von ungefähr. Gemessen an den Stückzahlen sind Luxuslimousinen zwar unbedeutend. Gehts aber um Prestige und Markenimage, spielen sie eine der wichtigsten Rollen überhaupt. Deshalb durften die BMW-Techniker bei der Entwicklung der neuen 7er-Reihe aus dem Vollen schöpfen. Das Ziel: Endlich soll der Klassenprimus, die Mercedes S-Klasse, vom Thron gestossen werden. Dazu reicht es nicht, dass in allen Disziplinen – von Platzangebot, über Verarbeitung bis hin zu Fahrkomfort und Sicherheit – Spitzenwerte erzielt werden. Es braucht auch Innovationen, die der Konkurrent noch nicht hat.

Dazu gehören beim neuen 7er zum Beispiel die Gestensteuerung, mit der per Handzeichen die Radiolautstärke verstellt, oder ein Telefonanruf angenommen und abgelehnt werden kann, ein Panoramaglasdach mit integriertem LED-Sternenhimmel, Laser- statt LED-Licht, das die Leuchtweite von 300 auf 600 Meter verdoppelt oder die zweisitzige Fondlounge, deren Massagesitze sich über ein Tablet x-fach verstellen lassen. Dass sich der bereits stattliche Basispreis mit diesen Optionen locker um einige zehntausend Franken steigern lässt, dürfte die anvisierte Klientel mehr anlocken als abschrecken.

Und die künftigen Besitzer dürfen sich freuen – nicht nur auf die vielen Gadgets, sondern vor allem auf eine rundum gelungene Reiselimousine mit beeindruckend gutem Fahrwerk, hervorragender Geräuschdämmung und souveränem Antriebsstrang. Dank mitlenkender Hinterachse fährt sich selbst die Langversion (5,24 statt 5,10 m) flink und handlich, während die Zweiachs-Luftfederung mit automatischem Niveauausgleich und variabler Fahrwerksabstimmung gleichzeitig für perfekten Langstreckenkomfort sorgt. Wir fuhren den 750 Li xDrive, der mit seinem flüsterleisen 450-PS-V8 sehr standesgemässen Vortrieb garantiert (0-100 km/h in 4,5 s, Normverbrauch 8,5 l/100 km/h). Im Vergleich dazu tut sich der Dreiliter-Sechszylinder-Turbodiesel (265 PS) mit den knapp zwei Tonnen etwas schwerer, doch dank 620 Nm Drehmoment braucht er sich keineswegs zu verstecken – zumal er mit 4,8 l/100 km nur gut die Hälfte verbraucht.

Die neue 7er-Reihe steht ab 24. Oktober bei den Schweizer Händlern. Vorerst als 730d mit 265 PS und 750i mit 450 PS, beide serienmässig mit 4x4, 8-Gang-Automatik und wahlweise mit kurzem oder langem Radstand. 2016 folgt mit dem 740e ein Plug-in-Hybrid mit 326 PS und irgendwann auch mal noch eine V12-Version. Die Preise liegen mit 108'400 Franken (730 d xDrive) bis 140'700 Franken (750 Li Xdrive) auf hohem, aber konkurrenzfähigem Niveau. Nun muss der Markt zeigen, ob es dem besten BMW aller Zeiten gelingt, die S-Klasse vom Thron zu stossen. Das Zeug dazu hat er, oder wie BMW-Vorstandvorsitzender Harald Krüger sagt: «Im neuen 7er steckt alles, was wir können.»

Publiziert am 06.09.2015 | Aktualisiert am 06.09.2015
3 Fragen an

Das Geheimnis sind horizontale Linien

Adrian van Hooydonk (51) gehört seit 23 Jahren zum BMW-Design-Team und ist seit 2009 Chefdesigner.

Der neue 7er soll als BMW-Flaggschiff modernen Luxus verkörpern. Wie haben sie das umgesetzt?
Adrian van Hooydonk:
Wir haben alle Linien auf das Wesentliche reduziert und mit gezieltem Einsatz von Chrom die Funktionalität hervorgehoben. So gibts zum Beispiel an den Flanken nur zwei Linien – die Hauptlinie mit den Türgriffen und ganz unten eine Chromleiste. Dazwischen schaffen Licht und Schatten die eigentliche Skulptur.

Weshalb spielen gerade horizontale Linien eine wichtige Rolle?
Der 7er soll auf der Strasse Souveränität, Ruhe und Eleganz ausstrahlen. Dabei helfen horizontale Linien. Sie nehmen dem Auto optisch den Vorwärtsdrang. Den braucht der 7er nicht. Er ist schnell und kraftvoll, wird an der Ampel nicht herausgefordert.

Haben Sie das Aussendesign aufs Interieur übertragen?
Die Balance zwischen Dynamik und Komfort spiegelt sich im Innenraum wider. Die horizontalen Linien im Armaturenträger und den Türen sind leicht geschwungen, um den grosszügigen Innenraum noch grösser wirken zu lassen.
Interview: Martin A. Bartholdi

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8 Kommentare
  • Ewald  Rindlisbacher aus Grayland
    07.09.2015
    Ich fahre lieber ein Auto, wo ich selber einparken kann und lenken kann. Solcher Computerschrott ist nur fuer Leute die nicht Autofahren koennen. Ich wuerde lieber den ersten 7 fahren aus den 70ger Jahren. Das war effektiv noch ein Auto.
  • Urs  Meier 06.09.2015
    Und wenn man mit der Leasingrate in Verzug ist, lässt sich das Teil leider nicht mehr starten. Und vorbestrafte Temposünder werden wohl automatisch gedrosselt.
  • Daniel  Gubler 06.09.2015
    Die Mercedes S-Klasse hatte schon immer den Nimbus der edelsten Luxusklasse. Das wird sich jetzt mit dieser 7-er Version bestimmt nicht ändern. Da hilft auch kein Zündschlüssel mit nettem Display. Viel beim S abgeschaut aber unerreicht.
  • Markus  Egli aus Wettingen
    06.09.2015
    Featuritis statt echtem Gebrauchsnutzen. So wird sehr schnell klar, weshalb Tesla, Google und Apple in diese Sparte investieren und wohl grossen Erfolg haben werden.
  • Eric  Lang aus Aarau
    06.09.2015
    Wie soll ein Fahrer da noch einfachste Dinge während der Fahrt einstellen, wenn man mehrheitlich nur noch über den Bildschirm in Untermenüs die Einstellungen machen kann.
    Dazu Infos im HUD, welche einem mehr ablenken, als infomieren.
    Wenn das so alles legal ist, dann spiele ich in Zukunft während der Fahrt, auch mit meinem Smartphone herum.