Exklusiv: Erste Fahrt in der E-Limousine Tesla Model S «Das beste Auto der Welt»?

In Kalifornien werden die ersten Tesla Model S ausgeliefert. «Das beste Auto der Welt» nennt es Tesla. Die Testfahrt zeigt, ob die E-Limousine mit 5+2 Sitzen wirklich die Autowelt auf den Kopf stellt.

  • Publiziert: 19.07.2012, Aktualisiert: 20.07.2012
  • Von Marcel Sommer
play Von Journalisten umlagert: Tesla-Boss Elon Musk.

«Wir schalten keine Werbung, denn das beste Auto der Welt verkauft sich von alleine», verspricht George Blankenship, Vertriebschef bei Tesla Motors in den USA, vollmundig. Gemeint ist der Tesla Model S. Eine 2,1-Tonnen-Limousine, die nur mit Strom für ein Dauergrinsen im Gesicht sorgen soll. Der erste 5+2-Sitzer (!) wird in diesen Tagen ausgeliefert. Nach drei Jahren Warten taumeln die Kunden bei Auslieferung am kalifornischen Firmensitz zwischen Erleichterung, Stolz und Elektrowahn.

Kein Wunder: Mit 209 km/h Spitze übt das 416 PS starke Model S Druck auf die mit Sprit betriebene Konkurrenz aus. «Die Welt lebt bis heute in der Illusion, dass E-Autos nicht besser sein können», sagt Tesla-Chef Elon Musk: «Wir zeigen, dass E-Autos die besten Autos der Welt sein können.» Er geht noch weiter: «Bei der Performance wollen wir Autos wie 5er BMW und Porsche Panamera schlagen.» Der lautlose Sprint auf Tempo 100 in 4,5 Sekunden überzeugt uns schon mal: Irre, wie das Ding mit 600 Nm Drehmoment (bereits ab 1/min!) und ohne Schaltvorgänge abgeht!

Im Gegensatz zum Tesla Model X mit Heck- oder Allradantrieb gibt es das 4,98 Meter lange Model S nur mit Heckantrieb. Trotzdem offenbart das angeblich beste Auto der Welt Schwächen. So lässt sich die Lenkung in drei Stufen verändern, wirkt aber selbst im sportlichsten Modus US-typisch unverbindlich. Dass man dennoch rassig um Kurven flitzt, ist dem tiefen Schwerpunkt zu verdanken – ein Resultat des im Unterboden verbauten Akkus. Aber auch die Bremsen dürften kräftiger zupacken. Bei der Federung sichert sich Tesla eine Einnahmequelle: In der Basis gibt es nur gegen Aufpreis eine verstellbare Luftfederung. Dieses Geld darf im Sparschwein bleiben, die Unterschiede sind marginal.

Nicht marginal sind die Verarbeitungsschwächen. Um gegen Audi, BMW, Mercedes oder Porsche einen Stich zu haben, fehlt Feinschliff: Die Innenraummaterialien brauchen Nachhilfe, und in engen Kurven und auf üblen Pisten knarzt und ächzt es schon mal im Alugebälk. Die Kindersitzplätze im Heck mit Blick nach hinten haben den Crashtest bestanden, bleiben aber Notsitze für Kleinkinder.

Cool ist freilich der 17-Zoll-Monitor in der Mittelkonsole mit Smartphone-Anbindung. In den USA kostet die Basis nach Abzug der 7500 Dollar Steuerermässigung ab 49’900 US-Dollar (ca. 48’800 Franken), mit dem 416 PS/600 Nm starken Topmotor ab 84'900 US-Dollar (ca. 82'900 Franken); der Preis, wenn er im Frühling bei uns startet, ist noch nicht bekannt. Bekannt ist die Reichweite: bis zu 480 km pro Akkuladung: Aufgeladen wird der Lithium-Ionen-Akku in einer bis zehn Stunden; alles eine Frage, wie viel man für die Ladeoptionen ausgibt. Und: Theoretisch kann man ein schwächeres gegen ein starkes Akkupack tauschen. Im Moment fehle noch die Nachfrage, heisst es bei Tesla. Noch.

autoscout24.ch

Beliebteste Kommentare

  • Peter  Zillner , via Facebook
    Sinnvoll zur Benzinpreisbekämpfung der Ölmultis und der wucher-
    ischen OPEC ! Wenn das erfolgreich weiterläuft können die Ölmult-
    is sich bald mit dem Erdöl schminken und es sich in die Haare schmieren ! Dann gibt es eine grosse Wende !!
  • Fernando  Reust , via Facebook
    So müssen die Autos konzipiert werden, weg vom alten Schrott, aber bitte Solardach als Standart, nicht vergessen!

Alle Kommentare (6)

  • Pius  Minder
    Schaut euch doch auch mal den FISKER Karma an. Da wurde noch ein Zacken zugelegt.. ein herrliches Auto.
  • Thomas  Weber , Mellingen
    Es gibt ja 3 verschiedene Batterieoptionen 255/370/490 Km Reicheite wobei der Basispreis sich auf die schwächste Variante bezieht.
    Ich möchte nicht wissen was die stärkeren Batterien kosten.
  • Peter  Zillner , via Facebook
    Sinnvoll zur Benzinpreisbekämpfung der Ölmultis und der wucher-
    ischen OPEC ! Wenn das erfolgreich weiterläuft können die Ölmult-
    is sich bald mit dem Erdöl schminken und es sich in die Haare schmieren ! Dann gibt es eine grosse Wende !!
    • Larry  Kaufmann
      Schön wärs. Aber auch Elektroautos haben Nachteile:
      - Reichweite nimmt ständig ab. Geringer Wiederverkaufswert der Occasion mit abgenutztem Akku, also relativ frühe Verschrottung
      - Herstellung der Batterie oekologisch nicht lupenrein riesige Minen in China...
      - Wenn viele Elektro-Autos: Woher der zusätzliche Strom - Ohne AKW fraglich
      • 20.07.2012
      • als Kommentar auf Peter  Zillner
      • 59
      • 21
  • Stefan  Mark , via Facebook
    Wieso scherz? In den USA gab es bis ende 90iger viele Kombis mit diesen +2 sitzen im Kofferraum. Ich finds genjal: Für den Notfall, perfekt.
    • 20.07.2012
    • 27
    • 5
  • Fernando  Reust , via Facebook
    So müssen die Autos konzipiert werden, weg vom alten Schrott, aber bitte Solardach als Standart, nicht vergessen!

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