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Damit eines klar ist: Vor zwei Jahren, auf der damaligen Yamaha YZF-R1, hätte ich mich nie und nimmer so unbekümmert ans Limit herangewagt. Zu gross war mein Respekt gegenüber der spitzen Leistungsentfaltung des 189 PS starken Reihenvierzylinders. Ab 8000 Umdrehungen pfefferte er einen in eine andere Dimension.
Viel wohler fühle ich mich jetzt auf der komplett erneuerten YZF-R1, denn sie lässt sich beim Beschleunigen deutlich besser kontrollieren.
Das liegt nicht an den sieben fehlenden PS, sondern an dem aus der MotoGP-Rennmaschine von Valentino Rossi übernommenen Motorkonzept. Diese abgemilderte Variante eines Big-Bang-Motors (bislang nur Renntöffs vorbehalten, siehe Box) ist ein Gedicht und macht aus der YZF-R1 ein völlig neues Motorrad.
Noch nie zuvor hatte man bei einem Reihenvierzylinder ein derart transparentes Gefühl für den Schub. Anders als bei den herkömmlichen Screamer-Motoren, die ab einer gewissen Drehzahl nur noch schwer zu durchschauen sind, scheint bei der Yamaha zwischen Gasgriff und Hinterrad eine direkte Verbindung zu bestehen.
Auch wenn die neue YZF im unteren, speziell aber im mittleren Drehzahlbereich über deutlich mehr «Knall» verfügt als die Vorgängerin, wirkt die Kraftentfaltung subjektiv nicht ganz so spektakulär wie bei den Screamern.
Allerdings: Ex-Superbike-Pilot Jeffry de Fries fuhr auf der Rennpiste von Eastern Creek (AUS) mit der neuen R1 satte drei Sekunden schneller als mit der sieben PS stärkeren Vorgängerin. Das Defizit im Topbereich wird von der neu entdeckten Transparenz und Traktionsstärke mehr als wettgemacht.
Wir fassen zusammen: Die ab 24120 Franken in Weiss, Blau und Schwarz erhältliche Yamaha YZF-R1 besticht durch ein deutlich breiter nutzbares Drehzahlband und viel Drehfreude. Die Kraft lässt sich speziell am Kurvenausgang effizienter und gelassener in Vortrieb umsetzen.
Der neue Antrieb bezaubert zudem durch eine Klangkulisse, welche die Ohren schlackern lässt und eher an einen V4 als einen klassischen Reihenvierer erinnert.