Triumph Thunderbird Triumph des Donners

  • Publiziert: 29.06.2009, Aktualisiert: 02.01.2012
  • Von Michael Kutschke

Die neue Thunderbird ist den Briten mehr als gelungen. Sie ist hübsch, kräftig, sparsam und kinderleicht zu beherrschen.

Mit seinem Ohrwurm «Englishman in New York» (Ich trinke keinen Kaffee, ich nehme Tee, mein Freund) wollte Police-Frontman Sting sagen: Steh zu dir selbst – egal, was andere über dich denken. Dieser Maxime folgte Triumph mit der neuen Thunderbird.

Britanniens Donnervogel will nicht zuletzt im Motorradland USA für Bewegung sorgen. Die Voraussetzungen dafür sind gut. Denn während japanische Cruiser meist als V2-Plagiate daherkommen, interpretiert Triumph die Philosophie des «American Way of Drive» selbstbewusst britisch – Sting hätte seine helle Freude daran.

Auch am bassigen Wummern des Paralleltwins, der die akustischen Erwartungen an einen grossen Cruiser aus den klassisch gestylten Schalldämpfern mehr als erfüllt. Würde «Terminator 2 – Judgement Day» nochmals gedreht, der «Gouvernator» von Kalifornien würde die bleigeladene Motorrad-Verfolgungsjagd durchs Kanalbett statt auf einer Fat Boy garantiert auf dieser Thunderbird durchziehen.

Die Triumph ist ein Dampfer mit dem gigantischen Hubraum von 1600 ccm. Sie stampft die Konkurrenz spielend in Grund und Boden: 146 Nm Drehmoment und 86 PS sind weit mehr, als alle Mitbewerber in dieser Hubraumklasse liefern. Und wen es nach noch mehr gelüstet, dem offerieren die Briten einen strassenzugelassenen Big-Bore-Kit: Grössere Kolben, neue Laufbuchsen und modifizierte Nockenwellen machen die Thunderbird zum 1700-ccm-Stemmeisen mit 97 PS und 156 Nm.

Gute Figur macht sie dabei aber auch. Chrom, so weit das Auge reicht – und eine ausgezeichnete Verarbeitung. Die Sitzposition ist cruisertypisch, die Ergonomie passt vom Seitenständer bis zur Sicht in den Spiegeln. Das Sechsganggetriebe zappt sich wunderbar. Der sechste Gang ist als Overdrive ausgelegt und die Kraftentfaltung des Motors ist ein Gedicht: Aus dem Standgas zieht die Thunderbird titanisch vorwärts. Sie macht das mit einer Noblesse und Gutmütigkeit, die ihresgleichen sucht.

Die Motorelektronik glättet selbst ruckartiges Gasaufreissen, stellt nur den maximal möglichen Vortrieb bereit. Das völlig neue, von Triumph entwickelte Drive-by-Wire-System beschert der Thunderbird eine vorbildlich sanfte und weiche Kraftentfaltung. Die intelligente Einspritzanlage ermittelt für jeden Zylinder einzeln und konstant die Parameter für eine möglichst effektive Verbrennung.

Jeder Zylinder ist mit einer eigenen Lambdasonde und separaten Kennfeldern versehen. Positiver Nebeneffekt: Nur 4,8 Liter Testverbrauch. Ein tolles Ergebnis für ein 308 Kilo schweres 1600er-Dickschiff ab 20150 Franken!

Vergleich und Fahrbericht

Einen ausführlichen Fahrbericht über die Triumph Thunderbird bringt das Schweizer Fachmagazin «Töff». Neben einem Cruiser- Test liefert es in seiner neuesten Ausgabe den Vergleich der Power-Naked-Bikes Ducati Streetfighter S, Buell 1125 CR, BMW K1300 R und MV Agusta Brutale 1078 RR. Im Test des Monats wird die französische Kleinserien- Diva Wakan 100 Roadster vorgestellt.

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