Mehr als zehn Jahre nach seiner glorreichen RSV Mille meldet sich Aprilia mit der RSV4 Factory im Superbike-Segment zurück. Und wie!
Mit 40 Millionen Franken Entwicklungskosten ist die RSV4 das teuerste, aufwendigste und stärkste Serienbike, das bei Aprilia je gebaut wurde. Noch nie haben die Ingenieure so eng mit ihrer äusserst erfahrenen Rennabteilung zusammengearbeitet, die allein auf 33 Grand-Prix-Weltmeisterschaftstitel verweisen kann. Mit der Vorgängerin RSV Mille hat die Neue denn auch kaum noch etwas am Hut. Nur das von Stardesigner Miguel Galluzzi im Windkanal entwickelte RSV4-Kleid lässt sich als Hommage an die gute alte Mille verstehen.Die in vier Jahren entwickelte RSV4 ist ein überaus kompaktes Superbike mit kraftstrotzendem, aber linear und gut kontrollierbar beschleunigendem Hightech-V4-Motor. Neben dem Antrieb überzeugt vor allem das Fahrwerk der neuen Aprilia. Der Alu-Brückenrahmen gehört zum Schönsten, was die Töffwelt je gesehen hat. Dasselbe gilt für die Bananenschwinge, die sich über ein voll verstellbares Öhlins-Federbein abstützt. Eine erlesene technische Delikatesse stellt die variable Positionierung des Motors im Rahmen dar. Durch das Tauschen von Einsätzen (Inlets) senkt sich der Motor um bis zu zehn Millimeter ab. Zudem lassen sich via Inlets auch der Lenkkopfwinkel und die Höhe des Schwingendrehpunkts individualisieren.Tönt prickelnd und funktioniert absolut beeindruckend. Die trocken 179 Kilo leichte RSV4 schneidet mit fast schon unverschämter Präzision durch Highspeed-Kurven und enge Schikanen, liegt dabei stabil wie eine Raumstation im Orbit und vermittelt ein transparentes Feedback sowie ein astreines Gefühl für die Traktion. Das Einlenken funktioniert ohne nennenswerten Kraftaufwand und auch durch die Betätigung der Bremse lässt sich das neue Aprilia-Superbike nicht aus der Ruhe bringen.Dass Aprilia gute Motoren und Fahrwerke baut, ist bekannt. Aber mit der RSV4 hat das
Unternehmen reelle Chancen, punkto Fahrwerk hinfort als neue Referenz zu gelten. Und das hat sogar die Motorrad-Fachredaktion überrascht.Mehr über Motorräder: www.toeff-magazin.ch