Die erste Kawasaki ER-6 war vor sechs Jahren DIE Sensation in der Mittelklasse. Jetzt lanciert Kawasaki die dritte Generation.
Ein Attribut passte lange auf Einsteigerbikes: bieder. Denn günstig bedeutet Standardteile. Doch schon die erste Kawasaki ER-6 überraschte 2006 mit grosser Innovationslust. Jetzt setzt die dritte Generation noch eins drauf: Die neuste ER-6n und ihre verkleidete Schwester ER-6f wirken noch erwachsener und stilsicherer. Die Lampenmaske der „n“ sitzt nun tiefer und lässt sie gedrungener erscheinen. Der Auspuff ist kantig skulptiert und die klassenübliche Kastenschwinge ist einem kunstvoll aus Stahlrohren gebogenen Exemplar gewichen.
Die Updates beschränken sich aber nicht bloss aufs Design. Der Rahmen ist komplett neu konstruiert. Er ist zwar schwerer, dafür steifer und vor allem schmaler geraten. Die Airbox saugt seitlich zwischen den Rahmenrohren an, was in Kombination mit neuem Luftfilter und Auspuff für eine fülligere Drehmomentkurve sorgt. Beim 649-ccm-Vierventiler (72 PS) mit entgegengesetzt laufenden Kolben ist die Kraft breiter verteilt, was Schaltarbeit spart.
Die Maschine liegt auch bei hohen Tempi (sie geht über 200 km/h) stabil. Die Telegabel ist straff und hält beim Bremsen gut dagegen. Die Bremsen sprechen jedoch recht defensiv an und erfordern Kraft. Hierzulande wird die ER-6 übrigens ausschliesslich mit neustem Bosch-ABS und ab 9390 Franken ausgeliefert.