MV Agusta Brutale 675 Castiglionis Erbe

MV Agusta F4 und Brutale sind seine Kreationen und die neue Brutale 675 das letzte Werk des verstorbenen Zweirad-Visionärs Claudio Castiglioni.

  • Publiziert: 23.46 Uhr, Aktualisiert: 22.08.2012
  • Von Simon Haltiner

Der Italiener Claudio Castiglioni prägte bis zu seinem Krebstod 2011 die Motorradwelt der letzten Dekaden. Der Visionär gründete gemeinsam mit seinem Bruder 1978 die Motorradfirma Cagiva. In den Achtzigern rettete er Ducati und erschuf gemeinsam mit dem Designer Massimo Tamburini die Ikone Ducati 916. Nach dem Verkauf von Ducati sicherte er sich die Rechte an Meccanica Verghera (MV) Agusta. Da er seine Motivation aus der Liebe zu seinen Schöpfungen und weniger aus dem zu erwartenden Profit bezog, erstaunt es nicht, dass finanzielle Probleme bis zuletzt sein Wirken begleiteten.

Die Brutale 675 soll als preiswertes Einsteigermodell (ab 11 170 Franken) für MV erstmals das Tor zu einer breiten Käuferschaft aufstossen. Denn nur durch eine massive Steigerung der Verkaufszahlen hat MV Agusta eine Zukunft. Der neue Dreizylindermotor der Brutale feierte sein Debüt schon im Frühling im Supersportler F3. Der ultrakompakte Reihendreier (108 PS) demonstriert das derzeit Machbare im Motorenbau. Er wiegt nur 52 Kilo und baut ganze 80 mm schmaler als der kompakte Triumph-675er. Er verzichtet auf die radial stehenden Ventile und ist mit Bohrungen von 79 mm (Hub: 45,9 mm) extrem kurzhubig konzipiert. Kinderkrankheiten wie die ruppige Gasannahme und das Antriebsspiel sind mittlerweile dank neuer Software und Ruckdämpfergummis verschwunden.

Fazit: Beim Fahren ist die «Brutalina» ein ausgesprochen fähiges, aber dennoch beherrschbares Bike. Man sitzt sportlich zum Vorderrad hin orientiert. Toll, dass trotz moderatem Kniewinkel die Rasten auch bei zackiger Gangart kaum je aufsetzen.

autoscout24.ch

Alle Kommentare (2)

  • Kevin  Meier , via Facebook
    Entschuldigung, aber ich habe hier ein wenig mehr über das Motorrad erwartet und weniger eine Geschichtslektion welche ich mir auch bei Wikipedia reinziehen kann... Wie siehts mit dem Drehmoment aus? Wie fühlt sich das Fahrwerk an? Sind Sie das Motorrad denn überhaupt gefahren?
    • 22.08.2012
    • 19
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  • Jean-Philippe  Ducrey
    Nette Geschichte. Vielleicht ein Funken mehr Wahrheit etwa warum Castiglioni Ducati verkaufen MUSSTE, wie ebenso Motor Morini oder später Husqvarna wäre angebracht.
    Nichts desto trotz: Castiglioni hat viel für die Italienische Töffindustrie gemacht, die es ohne ihne als solches heute nicht mehr geben würde. Mit der 851 hat Ducati ein Duftmarke gesetzt, die für schöne und leistungsfähige Maschinen heute noch gilt. Die 916 ist schlichtweg der Töff schlechthin. Dafür gebührt Castiglioni grosse Anerkennung.
    • 22.08.2012
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