BMW K 1600 GT und GTL BMW setzt auf Sex in einer Reihe

  • Publiziert: 06.04.2011, Aktualisiert: 03.01.2012
  • Von Ulf Böhringer

Bislang waren vier Zylinder das höchste der Gefühle bei BMW-Motorrädern. Mit den neuen K 1600 GT und GTL ändert sich das nun. Sie verfügen über einen Reihen-Sechszylinder.

Im Bereich der Tourenmotorräder beschreitet BMW mit der K 1600 GT und GTL Neuland. Sie passen in keine der bisher vorhandenen Schubladen: Von den bekannten Powertourern K 1300 GT, Yamaha FJR und Kawasaki 1400 GTR trennen sie zwei zusätzliche Zylinder und ein sensationelles Drehmoment.

Und trotz vor Innovationen strotzender Ausstattung sind die beiden BMW gegenüber der ultraschweren und inzwischen angestaubten Honda Gold Wing fast schon Leichtgewichte. Optisch sind sie vermutlich am besten mit dem Begriff «dezent-elegant-funktional» zu beschreiben.

Die Entwickler haben sich viele Gedanken über den neuen Luxus-Powertöff gemacht. Kritikwürdige Punkte sind deshalb nur schwer zu finden. Höchstens der Tacho. Er ist links im extrem informationsreichen Cockpit platziert, als Analoginstrument ausgeführt und will vom Auge bewusst angesteuert werden. Dafür überzeugen Neuerungen wie Zentralverriegelung (per Tastendruck für sämtliche Schlösser der Gepäckkoffer) oder das adaptive Kurvenlicht (zur Erleuchtung auf höchstem Niveau).

Kaum läuft der Motor, ist der charakteristische, unverwechselbare Sound zu hören: Jeweils drei Zylinder werden in einer autonomen Auspuffanlage zusammengefasst. Das klingt dezent bei niedrigen Drehzahlen, fast schon aggressiv bei über 5000 Touren (das Leistungsmaximum steht bei 7750/min an, der rote Bereich beginnt bei 8500/min). Der extrem schmale Reihen-Sechszylinder mit 1649 ccm Hubraum ist ein Ausbund an Kraft und Souveränität. Unterwegs braucht man kaum zu Schalten – Serpentinen im sechsten Gang zu durchfahren oder bergauf aus weniger als 1000/min zu beschleunigen ist alles kein Problem.

Erstaunlicher als die Motorqualitäten sind die Fahreigenschaften der K 1600 GT. Unglaublich, wie entspannt sich 400 Kilo (Fahrer inklusive) über Passstrassen treiben lassen. Wobei die GT – europäischer, fahraktiver – und die GTL – «amerikanischer», lässiger – ausgelegt ist. Leistung gibts bei beiden im Überfluss, aber dennoch leicht dosierbar. Bei 250 km/h ist bei der GT Schluss, die GTL wird zugunsten der Fahrstabilität «schon» bei 220 km/h elektronisch eingebremst. Klare Ansagen, wie übrigens auch beim Preis: 27000 Franken kostet die K 1600 GT, 29500 Franken die GTL.

Artikel aus dem Magazin «Töff»: www.toeff-magazin.ch

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