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Kampf der Titanen Der Porsche Cayenne tritt gegen den BMW X6 an.
Superschwere Allradlimousinen, SUV genannt, gelten neuerdings als Bedrohung der Ölreserven und des Weltklimas. Schweizer Neuwagenkäufer indes zeigen sich von solchen Urteilen unbeeindruckt. Selbst der Porsche Cayenne, Hassobjekt der SUV-Gegner, erfreut sich ungebrochener Beliebtheit – bei 332 Verkäufen im ersten Halbjahr 2008 fanden sich sogar sieben Kunden mehr als im Vorjahreszeitraum.
Und doch wird der Cayenne künftig um Kunden bangen müssen, denn mit seinem neuen potenten Offroader X6 wittert BMW grosse Marktchancen in der Schweiz: 116 Stück sind bereits verkauft.
Optisch fallen beide aus dem Rahmen. Der Cayenne erschreckt mit gewaltigen Lufteinlässen in der Front, der BMW durch schiere Grösse. Dazu sorgt das coupéartige Dach des X6 zusammen mit seinem «Sprungschanzen»-Heck für Aufsehen. Doch der X6 ist nur einen Zentimeter niedriger als der Porsche.
Leider sieht man im BMW schlecht nach hinten, und die Köpfe der Insassen kommen dem Dachhimmel ziemlich nah. Schlicht und modern präsentiert sich das Cockpit: wenig Tasten und «iDrive»-Knopf für alle Funktionen. Im Vergleich wirkt der fünfjährige Cayenne innen geradezu altbacken: die Konsole mit Tasten übersät, das Design eher bieder. Dafür punktet der Porsche mit Raumgefühl und ungestörtem Überblick vom Fahrerthron.
Mit neuer Technik bringt BMW dem X6-Fahrwerk das Kurvenwedeln bei. Sein Allradantrieb verteilt die Kraft nicht (wie beim Bruder X5) «nur» nach vorne und hinten, sondern auch zwischen linkem und rechtem Hinterrad. Alle Reifen haben also optimalen Grip, und das ESP muss nicht ständig eingreifen, um das Auto in der Spur zu halten.
Hinzu kommt eine optionale Aktivlenkung sowie ein adaptives Dämpferwerk, das Wankbewegungen ausgleicht. Erstaunlich, wie flink sich das Riesenschiff um die Ecken zirkeln lässt – beinahe wie ein Sportcoupé. Porsche setzt beim Basis-Cayenne auf ein klassisches Chassis mit elektronisch geregeltem Allrad und Stahlfedern, adaptive Dämpfer und Luftfederung mit Wankstabilisatoren gibts gegen Aufpreis.
Sportlich-hart und herzhaft nimmt der Fünfplätzer die Piste, mehr familientauglicher Sportwagen als echter SUV – leider auch beim Verbrauch: So genehmigt sich der Cayenne GTS auf 100 km gut zweieinhalb Liter mehr als der gleichstarke Top-X6 (siehe Steckbriefe).
Während beim BMW genügsamere Diesel zu haben sind, warten Porsche-Fans auf den Audi-Selbstzünder für den Cayenne. Immerhin haben beide Hersteller für etwa Ende 2009 Hybriden angekündigt. Beim Preis der Basis hat der Porsche nur scheinbar die Nase weit vorn. Automat (4329 Franken) und Tempomat (722 Franken) kosten extra, sind aber beim BMW Serie.