Schon gefahren: Nissan GT-R Godzilla ist da!

  • Publiziert: 19.05.2009, Aktualisiert: 19.01.2012
  • Von Herbie Schmidt

Lange mussten die Fans auf Nissans Supersportler GT-R warten. Nun ist er endlich da - also ab auf die Piste.

Schon die Eckdaten sind ungeheuerlich: 485 PS, 0-100 km/h in 3,5 Sekunden, Spitze über 300 km/h. Darum nennen die Fans den Nissan GT-R «Godzilla» – wie das gleichnamige Filmmonster aus Japan.

Gegenüber Rivale Porsche 911 Turbo ist vieles gleich und doch einiges anders: Mit 4,65 Metern ist der GT-R um stattliche 20 cm länger als der Stuttgarter, und der V6-Biturbo blubbert unter der dominanten Fronthaube, nicht im Heck. Auffallend: seitliche Kiemen, flache Dachlinie mit leichtem C-Säulen-Knick und wuchtiges Heck mit Rundleuchten und Auspuffrohren im Viererpack. Noch auffallender: Gegenüber Porsche kostet der Nissan GT-R fast die Hälfte. 119000 Franken sind für die Basisversion fällig.

Platznehmen auf den Ledersitzen geht erfreulich bequem. Das Display in der Mittelkonsole ist wie eine Playstation mit frei wählbaren Anzeigen: Vom Öldruck über Querbeschleunigung und Stoppuhr bis zur Beanspruchung von Bremsen und Getriebe findet sich alles, was Spieler- und Sportlerherz begehrt.

Die ersten Kilometer sind dank 6-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe bequem absolviert. Bei der Auffahrt auf die Autobahn geht das Herz auf: Schnell umgeschaltet auf Sportfahrwerk und Schaltung per Lenkradpaddel – Godzilla entfaltet seine unbändige Kraft, die er dank Allradantrieb und Sportreifen jederzeit voll auf den Belag bringt. Auffallend, wie satt der GT-R auf der Strasse liegt, er ist mit 1740 kg auch 85 kg schwerer als der Porsche. Mit seinem Radstand von 2,78 Metern fühlt er sich in ganz engen Kurven auch nicht so wohl.

Das ideale Revier des GT-R ist aber eigentlich die Rennstrecke, am liebsten die 20,8 km lange Nürburgring-Nordschleife, auf der Nissan soeben eine neue Bestzeit von 7:26,7 realisiert hat. Einzig die Corvette ZR-1 war als Serienauto 0,3 Sekunden schneller. Ein Schönheitsfehler, den Nissan bald ausmerzen möchte.

GT-R: Keine(r) war schneller

Genau 2250 GT-R-Modelle rollen nach Europa, davon 154 in die Schweiz. Anlageberater Rolf Schneider (50) war der Erste, der von Nissan-Botschafterin Anna Maier den Schlüssel überreicht bekam.

«Für mich gabs nach dem Kauf kein Halten: Ich fuhr sofort zum Nürburgring auf die Nordschleife, um zu erleben, ob der GT-R wirklich die versprochenen Fahrleistungen bringt», sagt Rolf Schneider. Der Mann kann die Leistung durchaus einschätzen: «Ich bin oft mit dem Porsche Turbo auf der Rennstrecke unterwegs. Der GT-R bietet gleiche Leistung zum halben Preis.»

Die Schweizer Fan-Gemeinde des Godzilla ist erstaunlich gross: Tina Mitterhofer (22) gehört mit dazu. Sie übernimmt als erste Frau dessen Steuer – und will auf der Rennpiste in Dijon auf Jungfernfahrt gehen. Die Kauffrau aus Tagelswangen ZH macht leidenschaftlich gern Tempo. «Ich fahre sonst Porsche», sagt sie. Die Wahl des Nissan war quasi vorgegeben: «So viel Sportwagen fürs Geld – den musste ich haben.» Sie ist eine von drei Frauen, die zu den ersten 154 Schweizer GT-R-Kunden zählt. Mit Konsequenzen: «Jetzt muss endlich eine Rennlizenz her.»

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