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Schon die Eckdaten sind ungeheuerlich: 485 PS, 0-100 km/h in 3,5 Sekunden, Spitze über 300 km/h. Darum nennen die Fans den Nissan GT-R «Godzilla» – wie das gleichnamige Filmmonster aus Japan.
Gegenüber Rivale Porsche 911 Turbo ist vieles gleich und doch einiges anders: Mit 4,65 Metern ist der GT-R um stattliche 20 cm länger als der Stuttgarter, und der V6-Biturbo blubbert unter der dominanten Fronthaube, nicht im Heck. Auffallend: seitliche Kiemen, flache Dachlinie mit leichtem C-Säulen-Knick und wuchtiges Heck mit Rundleuchten und Auspuffrohren im Viererpack. Noch auffallender: Gegenüber Porsche kostet der Nissan GT-R fast die Hälfte. 119000 Franken sind für die Basisversion fällig.
Platznehmen auf den Ledersitzen geht erfreulich bequem. Das Display in der Mittelkonsole ist wie eine Playstation mit frei wählbaren Anzeigen: Vom Öldruck über Querbeschleunigung und Stoppuhr bis zur Beanspruchung von Bremsen und Getriebe findet sich alles, was Spieler- und Sportlerherz begehrt.
Die ersten Kilometer sind dank 6-Gang-Doppelkupplungs-Getriebe bequem absolviert. Bei der Auffahrt auf die Autobahn geht das Herz auf: Schnell umgeschaltet auf Sportfahrwerk und Schaltung per Lenkradpaddel – Godzilla entfaltet seine unbändige Kraft, die er dank Allradantrieb und Sportreifen jederzeit voll auf den Belag bringt. Auffallend, wie satt der GT-R auf der Strasse liegt, er ist mit 1740 kg auch 85 kg schwerer als der Porsche. Mit seinem Radstand von 2,78 Metern fühlt er sich in ganz engen Kurven auch nicht so wohl.
Das ideale Revier des GT-R ist aber eigentlich die Rennstrecke, am liebsten die 20,8 km lange Nürburgring-Nordschleife, auf der Nissan soeben eine neue Bestzeit von 7:26,7 realisiert hat. Einzig die Corvette ZR-1 war als Serienauto 0,3 Sekunden schneller. Ein Schönheitsfehler, den Nissan bald ausmerzen möchte.