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Der VW T5 Multivan braucht weder «Peace»-Aufkleber noch Surfbrett auf dem Dach, um sich zu legitimieren. Auch der neue VW Bus ist ein echter Kerl – wie sein Urahn T1 von 1950. Doch ist der neue Bulli (stammt übrigens von «Bus-Lieferwagen») deutlich manierlicher und prima ausgestattet.
Schon beim Einsteigen (bis auf die Sitzhöhe von 97 Zentimetern ist es tatsächlich ein Steigen) begrüssen uns an den Türrahmen blau illuminierte «Multivan»-Schriftzüge. Das Cockpit unterscheidet sich kaum von einem Golf-Arbeitsplatz. Regensensor, Navi, Sitzheizung? Alles inklusive. Besonders angenehm: Der Knüppel des 6-Gang-Getriebes liegt in perfekter Griffnähe.
Breite Schiebetüren auf beiden Seiten erlauben bequemen Einstieg auf die hinteren Plätze. Die zweite Sitzreihe bietet Businessklass- Niveau und besteht aus zwei Einzelsitzen, die sich nach Belieben verschieben, drehen, umklappen oder ganz ausbauen lassen. Eher Economy-Gefühle vermittelt dagegen die dritte Reihe: Die Bank lässt sich zwar ebenfalls klappen und schieben, ist aber einteilig und schwerfällig.
Entfernt man sie ganz und räumt auch die mittleren Sitze ab, entsteht ein 1,22 Meter breiter Laderaum von 4525 Litern Volumen. Ideal für Möbeltransporte. Keine Spur von Nutzfahrzeug-Feeling während der Fahrt: Der Zweiliter-Turbodiesel brummt dank Commonrail-Technik kaum.
Der Testverbrauch von 9,1 l/100 km ist für den 2,3 Tonnen schweren Transporter erstaunlich sparsam. Natürlich ist der Neuzeit-Bulli kein Sportwagen: Zu weich ist sein auf 700 Kilo Nutzlast ausgelegtes Fahrwerk. Doch mit seinen 140 PS wirkt der T5 erstaunlich agil und beschleunigt zügig.
Von 14,2 Sekunden auf 100 km/h hätte man im Ur-Bulli T1 nur träumen können. Damals waren 25 PS und 85 km/h Spitze das höchste der Gefühle. Der Wermutstropfen: Mit gut 70000 Franken ist unser Testwagen auch preislich dem Hippie- Image deutlich entwachsen.