
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
play
Sitztüftler: Zwei BMW-Entwickler bei der Sitzprobe.
Sitzentwickler Thomas Klawitter und drei Teams von Konstrukteuren fanden bei näherem Hinsehen jede Menge Möglichkeiten, Komfort, Sicherheit und Gewichtsersparnis bei Autositzen zu optimieren. Sie liessen sich dabei unter anderem von Wasserbewohnern leiten.
Bei Klawitters «Bionik-Sitz» funktioniert die Rückenlehne wie der Leib einer Forelle. Presst man den Rücken hinein, nähert sich die Nackenstütze automatisch dem Kopf. Klingt seltsam, entspricht aber tatsächlich dem Bewegungsmodus einer Schwanzflosse: Drückt man seitlich gegen den Körper, kommt sie einem entgegen. Im Sitz sorgt das für ein Gefühl der Geborgenheit, vermindert aber auch die Gefahr eines Schleudertraumas. «Und zwar noch besser als aktive Kopfstützen», sagt Klawitter nicht ohne Stolz. Angenehmer Nebeneffekt: Die neuartige Rückenlehne ist dünn und schmal, sie lässt daher den Fondpassagieren mehr Beinfreiheit.
Bei der Sitzkonstruktion «Space Comfort Shell» betätig man ein Knöpfchen und schon schmiegen sich diverse Luftkissen an den Körper. Der Sitz passt nun wie angegossen. Weil mithilfe dieses Patents auf viele Stellmotoren verzichtet werden kann, ist die Gewichtsersparnis enorm.
Der «Ergositz» schliesslich soll einen idealen Seitenhalt erzeugen. Auch hier wirkt das Prinzip der Fischflosse, jedoch horizontal. Wird der Körper beim Beschleunigen in den Sitz gedrückt, nimmt die Umklammerung durch das Querstrebengerippe zu – der Sitz hat den Fahrer fest im Griff.
Zurzeit lassen die BMW-Sitzforscher die Erkenntnisse aus allen drei Konstruktionen in Entwürfe für einen Leichtbausitz einfliessen. Das Resultat könnte ein «Luftkissen-Flossler» mit völlig neuem Sitzgefühl werden. «In drei bis fünf Jahren sind wir so weit», verspricht Klawitter.
play
Sattelfest : Der «Ergositz» soll perfekten Seitenhalt bieten.