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Da bezahlt man fast eine Viertelmillion Franken und kriegt dafür nicht mal ein festes Dach über dem Kopf. Dennoch ist man bei Audi überzeugt, dass sich künftig jeder zweite R8-Kunde für die offene Spyder-Variante entscheiden wird. Und wie fährt sich ein solches Traumauto? Nach dem Öffnen des Verdecks (per Knopfdruck in 19 Sekunden und selbst bei Fahrt bis Tempo 50 möglich) flanieren wir erst etwas der Meeresküste entlang.
Hinter der separat auszufahrenden Heckscheibe und dem aufgestellten Windschott ist nicht mehr als eine laue Brise zu spüren. Das Richtige für Warmduscher. Doch dann drücken wir auf die Tube: Jetzt geht die Post ab und die 525 PS des 5,2-Liter- V10 brüllen, dass es eine wahre Freude ist. Die Passanten drehen erschrocken den Kopf – und uns bleibt die Luft weg: 4,1 Sekunden bis Tempo 100, nur 12,7 Sekunden bis 200 – und bis 313 km/h soll sich die Beschleunigungsorgie fortsetzen. Was aber ebenso fasziniert wie die ungestüme Power: Mit offenem Verdeck erzittert die im Unterbau verstärkte und so rund 100 Kilo schwerere Karosserie kaum. Das Handling des leichtfüssig wirkenden, 1,7-Tonnen schweren Allradlers ist imponierend, seine Lenkung präzise und die Bodenhaftung beeindruckend.
Leider auch der Preis. Mit 243000 Franken und einem Aufschlag von 19400 Franken gegenüber dem geschlossenen Coupé. «Aber man erhält man dafür auch den schönsten Audi aller Zeiten», lässt sich Projektmanager Marc Linde durch unsere Zahlenspielereien nicht beirren. Und ergänzt stolz: «Wir haben dem Coupé nicht einfach nur das Dach weg geschnitten und eine Stoffhaube aufgesetzt. Vielmehr mussten unsere Designer für den Spyder ein komplett neues Heck entwerfen.»
Und dieser Hintern darf sich sehen lassen. Auch wenn er uns etwas an jenen des Konzernbruders Lamborghini Gallardo erinnert (mit dem der Audi viele Bauteile gemeinsam hat). Egal. Denn wer drin sitzt, vergisst sowieso alles andere.