Interview mit Renault-Entwicklungschef Gaspar Gascon Abellan «Im neuen Espace sind 70 Computer verbaut»

Gaspar Gascon Abellan (50), Entwicklungschef der Renault-Gruppe, sprach mit BLICK am Salon über 3-Zylindermotoren, Hybridisierung und autonomes Fahren.

Renaults neuer Kompakt-SUV Kadjar feierte in Genf seine Weltpremiere. play

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Der 50-jährige Ingenieur Gaspar Gascon Abellan startete seine Karriere bei Renault bereits 1990 in Spanien. 10 Jahre später wurde er an die Spitze der Produktentwicklung in Spanien befördert, 2005 zum Direktor für Dieselmotoren-Projekte ernannt. Ab 2011 zeichnete der Spanier als Direktor Planung, Projekte und Partnerschaften im Bereich Mechanik-Entwicklung verantwortlich und stieg schliesslich 2012 zum globalen Entwicklungschef der Renault-Gruppe auf.

BLICK: Wieso setzen momentan so viele Hersteller auf 3-Zylinder?
Abellan: Der 3-Zylinder ist ein toller Motor. Er bietet von Grund auf einen guten Drehmomentsverlauf und hat zudem den Vorteil, dass er sehr kompakt ist. Dies lässt Raum für eine Elektrifizierung.

Denken Sie da an Plug-in-Hybride?
Plug-in-Hybride haben zwar ebenfalls Vorteile, viel spannender finde ich im Moment aber Mildhybride. Dabei kann man mit einem grösseren Generator als Starter arbeiten und zudem Bremsenergie zurückgewinnen sowie speichern. Das bringt einen bis um 25 Prozent tieferen Verbrauch und gleichzeitig bei Bedarf ein sportlicheres Ansprechverhalten.

Und wie gehts beim Downsizing weiter?
Downsizing machen wir schon seit 25 Jahren. Um Motoren effizienter zu machen, müssen diese besser «atmen» können. Deshalb braucht es bei kleinerem Hubraum einen Turbo, damit die Motoren genügend Sauerstoff für die Verbrennung erhalten. Ab einem gewissen Punkt muss man dann jedoch die Zylinderzahl reduzieren, weil sonst in den Brennräumen zu viel Hitze entsteht.

Wie schätzen Sie den Hype ums autonome Fahren ein?
Ich finde es gut, dass auch Firmen wie Google das autonome Fahren vorantreiben. Man sollte die Technik aber nicht so verklären. Viele sind zu euphorisch. Ein pilotiertes Fahren im Stau, das ist kein Problem, das lässt sich auch kurzfristig realisieren. Aber in der Stadt oder beim Parkieren, dies ist nur schon von der gesetzlichen Seite her problematischer.

Und wie siehts punkto Technik aus?
Die Technik ist bereits vorhanden, doch die ganze Logik und Software dahinter noch nicht. Einem anderen Auto im Stau zu folgen, entspricht der Komplexität 1. Nur schon auf der Autobahn eine Spur zu wechseln, entspricht dieser Komplexität hoch 50. Und eine Kreuzung zu befahren dann der Komplexität hoch 1000. Dabei wurden weder Wetter, noch Tageszeiten, etc. berücksichtigt. Deshalb muss noch viel Software mit x Stunden Erfahrung programmiert werden. Nur Scanner, Kamera oder Radar an einem Auto allein reichen da bei weitem nicht!

Welche Helfer sind den schneller realisierbar?
Sicher das automatische Notbremsesystem für die Stadt, das 2016 für alle neuen Modelle obligatorisch wird und auch für ein gutes Abschneiden beim EuroNCAP-Crashtest entscheidend ist. Zudem werden bald Head-up-Display in vielen Modellen zu entdecken sein, da dieses System mehr Sicherheit bietet, aber gleichzeitig nicht sehr teuer ist. Bald dürften auch freie Projektionen auf die Autoscheibe kommen. Und dann etwas, was wir bei den Smartphones schon haben: die laufenden Updates.

Das heisst: Immer noch mehr Elektronik?
Vieles in der Autoindustrie ist schon seit Jahrzehnten erfunden, aber die moderne Elektronik hilft uns nun, mechanische Lösungen zu verkleinern und zu ersetzen. Im neuen Renault Espace alleine sind 70 Computer verbaut, die ausserdem mit einander kommunizieren müssen. Noch vor Kurzem wäre so etwas undenkbar gewesen.

Publiziert am 13.03.2015 | Aktualisiert am 13.03.2015
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Der Spanier Gaspar Gascon Abellan, 50, ist seit 2012 Entwicklungschef der Renault-Gruppe. play

Der Spanier Gaspar Gascon Abellan, 50, ist seit 2012 Entwicklungschef der Renault-Gruppe.

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14 Kommentare
  • Basil Balensis  14.03.2015
    Schade, das ist kein Espace mehr. Und dies sagt jemand, der alle 4 Vorgängermodelle mehrere Jahre gefahren ist. Ob dieses Auto bei den Alteingesessenen Espacefahrern ankommt? Glaub ich persönlich nicht.
    • Peter  Bachmann aus Diessenhofen
      14.03.2015
      Ja genau so ist es... ich habe auf den neuen Espace gewartet....
      Aber so wie er jetzt kommt, ist er für mich unbrauchbar. Renault hat keine Qualität meine 2 Renault Mégane ll sind im abwechselnd immer defekt... Phasenversteller, Zündspulen, Einspritzdüsen, Fensterheber....etc. Nach über 40 Jahre Treu ist jetzt Schluss... wollte einen beim freundlichen Renault_Händler in WIinthi eintauschen... hatten kein Interesse mir ein Angebot zu machen... bye bey RENAULT
    • Peter  Bachmann aus Diessenhofen
      14.03.2015
      Genau so ist es. Nach über 40 Jahre Renaultreue ist jetzt Schluss. Meine aktuellen Renault Mégane ll sind alle 2 Monate defekt... Fensterheber, Phasenversteller, OT Geber; Zündspulen etc. Wollte einen beim freundlichen Renault-Händler in Winthi eintauschen... haben es nicht für nötige gehalten eine Offerte zu erstellen..... Für mich heisst es bye bye Renault
  • Norbi  Nager 13.03.2015
    Autofahren ist und war doch nie so komplex das man dazu 70 Computer in einem Fahrzeug braucht! Wohin soll der ganze Technologiewahnsinn noch führen? Dafür steht man dann mit einem solchen Wagen mehr in der der Garage anstatt auf der Strasse.
  • Roger  Stahel 13.03.2015
    Ich will Auto fahren nicht Computer,deswegen habe ich auch einen 20 Jährigen Wagen da kennt man solche Probleme nicht!Übrigens ist der sicherste Computer der hinter den Augen!
  • marco  montana 13.03.2015
    Herr Abellan, die Komplexität 1 hoch 50 oder 1000 ist immer noch 1. Also spricht eigentlich nichts mehr gegen autonome Fahrzeuge!
  • Henry  Erhard aus Auf Der Wiese
    , via Facebook
    13.03.2015
    Der neue Renault Espace ist übrigens sehr enttäuschend für alle die den "alten" Espace lieben. Da helfen auch die 70 Computer nichts. Durch die Kürzung der Höhe um 6 cm, die weniger weite Ausladung der Frontscheibe, die niedrigere Höhe der Heckklappe geht das Raumgefühlt total verloren. Den Name "Espace" hat das Auto nicht verdient. Ich glaube, dass viele Espace-Fahrer abspringen und Renault sich um neue Kundschaft bemühen muss.