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Über die Jahre hat sich die Natur den Schrottplatz zurückerobert — was den Autofriedhof märchenhaft entrückt aussehen lässt. (Elisabeth und René Bühler)
Da liegt er still in der Natur: der Autofriedhof Gürbetal in Kaufdorf bei Belp BE. Zu Füssen der Baumriesen haben Hunderte Oldtimer ihre letzte Ruhe gefunden. Damit ists nun vorbei. Gemäss Bundesgerichtsentscheid muss das Gelände bis Ende Monat geräumt werden. Das kostet rund zwei Millionen Franken – doch Friedhof-Betreiber Franz Messerli fehlt das Geld dazu. Falls er die angesetzte Frist nicht einhalten kann, droht die Gemeinde mit Zwangsräumung und Enteignung der Parzelle. «Sollen sie doch», sagt Messerli trotzig, «dann zahlt halt die Gemeinde die anfallenden Kosten.» Für den Fortbestand des Autofriedhofs wurde eigens ein Förderverein gegründet. Doch auch Mitglied Georges Sommer gibt sich desillusioniert: «Wir sind alle nur noch müde. Ein trauriges Ende.»
Alles begann 1933. Franz Messerlis Vater Walter schlachtete auf einem Bauernhof alte Autos aus, handelte mit Ersatzteilen. Und weil der Mann alles liebte, was einen Motor hatte, stellte er die Fahrzeuge kurzerhand zur Seite. So fanden zusehends mehr Oldtimer in Kaufdorf ihren letzten Standplatz: Mit Hilfe der Natur entstand der seltsamste Friedhof der Welt.
Viele sehen die Symbiose aus Natur und Technik als Kunst. Rund 30000 Besucher pilgerten in den letzten zwei Jahren zur automobilen Freilicht-Ausstellung.
Die Behörden sind da ganz anderer Meinung. Seit Jahren fordern sie beharrlich die Räumung des Areals und Sanierung des Erdreichs. Doch Franz Messerli – er trat 1986 das Erbe seines verstorbenen Vaters an – und der Förderverein wehrten sich nach Kräften. «Die Autos schaden der Umwelt kein bisschen», argumentierte Messerli lange Jahre. «Da läuft weder Öl noch sonst was aus. Weil nichts da ist, was auslaufen könnte.» Doch der Gemeinde blieben der Exzentriker und dessen Rostlauben-Friedhof ein Dorn im Auge.
Daran änderten selbst verschiedene Lösungsansätze nichts. Ein Sanierungskonzept wollte den Friedhof mit einem kleinen Vergnügungspark samt Biotop (als Katalysator für das Erdreich) aufwerten. Eine Schweizer Uni hatte ihr Interesse angemeldet, auf dem Gelände Langzeitanalysen an Metallen und Lacken durchzuführen. Selbst ein Scheich soll ein millionenschweres Kaufgebot gemacht haben, erzählt Georges Sommer.
Genützt hat alles nichts. Ein Jammer für die engagierten Menschen und den Autofriedhof.