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996 Milliarden Franken Netto-Vermögen haben die Schweizer Haushalte 2003 gegenüber den Steuerbehörden deklariert. Das sind etwa 230000 Franken pro Haushalt, fast das vierfache der durchschnittlichen jährlichen Haushaltsausgaben von etwa 60000 Franken. Im Schnitt hat also jeder Haushalt eine Reserve von knapp vier Jahresausgaben.
Doch dieser «Wintervorrat» ist sehr ungleich verteilt. 36 Prozent davon gehören allein der Oberstschicht, dem reichste Prozent aller Haushalte). Sie haben im Schnitt 8,2 Millionen Franken gehortet, und könnten allein mit dem Zinsertrag vier Haushalte versorgen, ohne ihr Kapital antasten zu müssen. 29 Prozent der Schweizer haben hingegen gar kein steuerbares Vermögen. Darunter befinden sich allerdings auch einige junge Hausbesitzerfamilien, deren Hypothek höher ist als der Steuerwert ihrer Liegenschaft.
Die extrem ungleiche Verteilung der Vermögen ist das Spiegelbild der ebenfalls ziemlich einseitigen Einkommensverteilung. Die reichsten 0,2 Prozent der Haushalte kassieren 4 Prozent und das reichste Zehntel rund 24 Prozent aller steuerbaren Einnahmen (vor Abzügen). Dem ärmsten Zehntel bleibt noch ein Anteil von 3,3 Prozent. Anders gesagt: Die reichsten verdienen rund siebenmal soviel wie die ärmsten. Entsprechend unterschiedlich ist auch die Fähigkeit, Reserven anzulegen.
Im Vergleich zur letzten Erhebung 1997 ist die Verteilung sowohl der Vermögen als auch der Einkommen ziemlich stabil geblieben. Der Anteil der Oberstschicht hat sich zwar um 1 Prozentpunkt auf leicht erhöht, dafür ist der Anteil der Schweizer ohne steuerbares Vermögen von 31 auf 29 Prozent gesunken, was allerdings weitgehend mit dem höheren Steuerwert der Wohnhäuser zusammenhängen dürfte.
Innerhalb der einzelnen Kantone hat sich hingegen einiges verändert. 1997 gab es noch keinen einzigen Kanton, in dem das reichste Prozent der Haushalte mehr als die Hälfte aller Vermögen besass. 2003 haben Nidwalden (55%), Basel-Stadt (53%) und Schwyz (52 Prozent) diese Grenze überschritten. In diesen Kantonen ist die Oberschicht auch am reichsten, wobei Nidwalden mit 29,4 Millionen pro Kopf klar obenauf schwingt. Der Grund dafür sind nicht die Bodenschätze sondern die tiefen Steuerfüsse. Der Wettlauf der Steuerfüsse hat sich inzwischen weiter verschärft.
Inzwischen haben die Wertschriftenbestände der Schweizer Haushalte laut Nationalbankstatistik um 600 Milliarden Franken zugenommen. Für die Oberst-Schicht sind damit je noch einmal rund 5 Millionen Franken dazu gekommen.
Wie steht die Schweiz mit ihrer Einkommensverteilung im internationalen Vergleich da? Der französische Ökonom und Verteilungsexperte Thomas Piketty vergleicht die Schweiz mit den USA, wo das reichste Prozent «nur» über rund 22 Prozent aller Vermögen verfügt. So gesehen wäre die Schweiz also eine wesentlich ungleichere Gesellschaft als die USA. Piketty vergisst allerdings die Guthaben der Schweizer gegenüber ihren Pensionskassen, die in der Steuerstatistik nicht berücksichtigt sind. Zudem verfügt die Schweiz mit der AHV – anders als die USA – über eine gut ausgebaute staatliche Alterversicherung.
Verteilung des Reichtums in der Schweiz.