PEKING – Zwei putzige Südchinesische Tiger-Babys dürfen nicht mehr auf der faulen Zoo-Haut liegen. Sie müssen in freier Wildbahn zur Jagd-Schule.
«Tiger Woods» und «
Madonna» sind zwei solche Südchinesischen Tiger. Die beiden Babys erblickten das Licht der Welt im Zoo von Schanghai. Seither wurden sie dort gehegt und gepflegt. Auch wenn sich das Pärchen sicher mehr Auslauf gewünscht hätte, zu Fressen gabs dort immer genug.
Doch genau das ist das Problem. Auf der faulen Haut liegen und warten, bis Essen serviert wird, liegt nicht in der
Natur dieser
Tiere. Auf Beute lauern, anpirschen und zupacken heisst das Motto. Doch das ist den Zoo-Tigern fremd. Ein Umstand, der das Aussterben der ganzen Art zur Folge haben könnte.
Und deshalb wurden «Tiger Woods» und «Madonna» nun in ein Reservat in Südafrika verlegt. Dort sollen sie auf einer Fläche von 500 Hektaren das erlernen, was ihre Vorfahren instinktiv gemacht haben: leben und vor allem überleben in freier Wildbahn.
Schon vor einem Jahr wurde ein Tigerpärchen ins vierjährige Überlebenscamp geschickt. In ein Reservat in der Nähe von Südafrikas
Hauptstadt Pretoria. Und das Training lohnte sich: Bereits nach einem halben Jahr machten sie erstmals erfolgreich Beute.
Experten sehen in diesem Training die einzige Möglichkeit, die Südchinesischen Tiger vor dem Aussterben zu retten. Sonst gebe es im Jahr 2010 keine mehr, schätzen sie. Die Tiger-Unterart gehört zu den zehn am meisten gefährdeten Tieren. Zurzeit leben auf der ganzen Welt weniger als 30 in der Wildnis und 60 weitere in Zoos.