Was hier gedacht wird, steht danach im BLICK, Blick am Abend, SonntagsBlick und auf Blick.ch
Zweiter Stock des Pressehauses an der Dufourstrasse im Zürcher Seefeld. Donnerstag, 11. März 2010 – ein ganz normaler Tag in der aussergewöhnlichsten Redaktion der Schweiz, wenn nicht Europas, wenn nicht der Welt. Die Lifttür öffnet sich ...
06.00 Uhr: Die ersten Journalisten treffen ein. Sie greifen sich Zeitungen und Magazine, fahren ihre Computer hoch, scannen Websites, lesen Agenturmeldungen, blättern durch die Tageszeitungen. Die riesige Videowand an der Stirnseite des Newsrooms (6,2 x 1,8 Meter) wird hochgefahren.
06.35 Uhr: Die Putz-Equipe ist fertig mit der Arbeit.
07.00 Uhr: Berge von Briefen, Paketen, Zeitungen treffen ein. Assistentinnen bestücken rund 200 Postfächer.
07.05 Uhr: Newsroom-Manager André Maerz holt in seiner roten Newsroom-Tasse einen Kaffee.
07.15 Uhr: Ein Leser will von Assistentin Marlise Weber wissen, ob die (gestrige) BLICK-Titelseite mit dem abgedruckten Lotto-Zettel ein Spiel sei.
07.30 Uhr: Peter Röthlisberger, Chefredaktor von Blick am Abend, trifft ein. Kurz darauf ist auch Rolf Cavalli, Chefredaktor von Blick.ch, auf der «Brücke», dem Rundbogen mit den Chefarbeitsplätzen.
08.00 Uhr: Erstes Meeting. Die Ressortleiter präsentieren ihre Geschichten.
8:00 Uhr: «Jetzt live: Die Abzocker-Debatte im Nationalrat». Blick.ch aktualisiert fast jede Minute. Die besten Zitate, die wichtigsten Entscheide. Dazu das Live-Video aus dem Nationalratssaal online.
08.10 Uhr: Ralph Grosse-Bley, Chefredaktor a. i. des BLICK, trifft ein.
08.45 Uhr: Das Programm für Blick am Abend steht.
09.00 Uhr: Fast alle Journalisten sind jetzt da. Der Newsroom brummt.
9:15 Uhr: Konferenzschaltung der Bundeshauskorrespondenten. Politik-Chef und SonntagsBlick-Chefredaktor Hannes Britschgi diskutiert mit ihnen die Themen des Tages und der Woche.
09.50 Uhr: Projektmanager Edi Estermann zeigt 25 Besuchern vom Verband Schweizer Anzeigen- und Medien-Verkaufsunternehmen Newsroom und Decision Place.
10.00 Uhr: Das BLICK-Planungs-Meeting läuft an. Welche Geschichte kommt wann, von wem, wie gross?
10.30 Uhr: «Duell Janka-Raich – Super-G der Herren im Live-Ticker». Die Einschaltquote bei Blick.ch steigt.
11:30 Uhr: Konferenz SonntagsBlick im 1. Stock: Vize-Chefredaktor Philippe Pfister präsentiert drei mögliche Aufmacher. Einer davon: Kann Partei-Präsident Fulvo Pelli FDP-Kantonalpräsidenten und -Basis von seiner neuen Weissgeld-Strategie überzeugen?
11.38 Uhr: Der Schlussbericht über das Ski-Duell – «Rückschlag! Raich schneller als Janka» – wird die meistgelesene Story des Tages auf Blick.ch.
12.30 Uhr: Ex-Vize-Miss-Schweiz Xenia Tchoumitcheva trifft zum Foto-Shooting mit Thomas Buchwalder ein. Sie ist hin und weg vom Anblick der Videowand: «Komm ich nachher auch da drauf?»
12.55 Uhr: Peter Röthlisberger: «Es ist fünf vor eins! Uns fehlt der Schweiz-Aufmacher.» Blick-am-Abend-Redaktor Michael Perricone wartet noch auf Zitate von Christian Levrat und Christoph Blocher.
13.05 Uhr: Im Web-TV-Studio beginnt das Shooting mit Xenia. Es läuft live auf Blick.ch
13.15 Uhr: Marc Walder, Ringier-Chef Schweiz, eröffnet die Newsroom-Medienorientierung für 23 Journalisten.
13:28 Uhr: Rolf Cavalli: «Ist das Video über den Gaddafi-Botschafter schon da? Gleich hochladen!» Aber das Reuters-Video von der aggressiven Pressekonferenz des Libyers Ibrahim Alredi lässt auf sich warten.
13.55 Uhr: «Live-Video-Interview mit Xenia». Eine Premiere: Das Gespräch mit BLICK-Redaktorin Bettina Bedniner geht aus dem neuen BLICK-Videostudio direkt auf die Homepage – und auf die Videowand.
14.10 Uhr: Marc Walder führt die Medienleute an den Decision Place. Sie erleben die BLICK-Sitzung live.
14:14 Uhr: Ralph Grosse-Bley fragt beim zweiten grossen Meeting des Tages: «Gibts das Seite-1-Girl auch mal ohne Gitarre?» Alles lacht.
14.19 Uhr: «Toter in Seebach: Es war eine Mitbewohnerin!» Der Reporter erfährt am Tatort, wer die Mörderin war, und meldet es in den Newsroom. Die Chefs entscheiden: Sofort auf Blick.ch damit!
14.20 Uhr: Xenia ist der Hit auf Blick.ch.
14.25 Uhr: «Blocher und Levrat: Manchmal hat man den Teufel an seiner Seite». Die beiden gehen, befragt von Blick am Abend, online; um 16 Uhr lesen es die Pendler in der gedruckten Abendausgabe.
14.45 Uhr: Die Medienorientierung ist beendet. David Sieber, Chefredaktor der «Südostschweiz»: «So ein Newsroom lebt von flachen Hierarchien, davon, dass der Chef nicht im Büro mit drei Sekretärinnen sitzt, die ihn abschirmen – aber hier ist mir der Chef architektonisch immer noch zu dominant. Es ist ja nicht nur so, dass man seine Mitarbeiter im Blick hat; die haben einen auch permanent im Blick.» Auch Sieber plant einen Newsroom.
15.00 Uhr: Das dritte Newsroom-Meeting ist beendet. Und der BLICK für den nächsten Tag weitgehend geplant.
16.03 Uhr: Blick am Abend ist gedruckt; die ersten Exemplare werden in den Newsroom geliefert. Der Aufmacher: Alles über Carlos Slim, den reichsten Mann der Welt. Blattmacher Thomas Benkö liest sein Produkt und gönnt sich dazu einen Kaffee.
17.51 Uhr: In der Herrentoilette ist jetzt auch der zweite Papierhandtuchspender leer.
18.24 Uhr: Die letzte BLICK-Konferenz des Tages ist beendet. Die Entscheidung für die Titelgeschichte steht jetzt endgültig fest. Alle eilen an ihre Arbeitsplätze.
23.10 Uhr: Redaktionsschluss für den BLICK. Die Schlagzeile von morgen: «Raus mit Gaddafis Kasperli!»
24.00 Uhr: Die Videowand wird automatisch heruntergefahren.
00.30 Uhr: Die letzten Journalisten gehen heim.