
Bitte melden Sie sich an, um Ihren Kommentar abzugeben.
Wenn Sie ein Konto bei Facebook haben, können Sie sich damit anmelden.
Zwischen Mai 2000 und März 2005 halbierte die Schweizerische Nationalbank ihren Goldbestand. Jeden Tag verkaufte sie rund eine Tonne, total 1300 Tonnen, schön gestaffelt, damit der Marktpreis nicht einbricht. Bund und Kantone erhielten den Erlös von 21 Milliarden Franken.
Vergangene Woche entschied der Nationalrat: Der Bundesanteil fliesst in den AHV-Ausgleichsfonds.
Doch die Freude über den Geldsegen ist getrübt. Denn ausgerechnet nach Abschluss des Verkaufs stieg der Goldpreis kräftig an (siehe Grafik) und liegt heute auf einem 20-Jahre-Hoch. Das bedeutet: Das Nationalbank-Gold wäre heute über 27 Milliarden Franken wert – sechs Milliarden mehr! Der Basler Ruedi Rechsteiner (47) kritisiert: «Die Regierung wollte schnell Kasse machen. Dabei hatte Gold immer wieder Höhenflüge.»
Nationalbank-Präsident Jean-Pierre Roth (59) ärgert sich über den Goldpreis-Vergleich. Gegenüber «Finanz und Wirtschaft» sagte er: «Das ist unfair, weil Sie wissen, was inzwischen passiert ist. Niemand kann mit Sicherheit sagen, wo der Goldpreis in zwölf Monaten liegt.»
Dennoch gab es Experten, die steigende Goldpreise voraussagten, nachdem es seit zwanzig Jahren abwärts ging. Crash-Prophet Marc Faber (59) etwa setzte bereits 2002 langfristig auf Gold. Heute sind sich die Experten einig, dass es auch weiter aufwärts geht: Zentralbanken in Asien kaufen massenweise Gold und die Schmuckindustrie boomt wegen der Neureichen in China und Indien. UBS und Credit Suisse erwarten deshalb für 2006 höhere Goldpreise.
Sollten sie Recht bekommen, wären sogar mehr als sechs Milliarden Franken Volksvermögen futsch.