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Ottmar Hitzfeld (61), aufgewachsen in Lörrach an der Schweizer Grenze, als Spieler gross geworden beim FC Basel, als Fussball-Lehrer beim SC Zug (Aufstieg), dem FC Aarau (Cupsieg) und GC (4 Titel in 3 Jahren) zum Erfolgstrainer gereift. Mit sieben Deutschen Meistertiteln, zwei Champions-League-Siegen im Rucksack, als zweifacher Welttrainer des Jahres ausgezeichnet und mit dem Titel «Gottmar» geadelt landet Hitzfeld vor zwei Jahren bei der Schweizer Nati. Welch Geschenk des Himmels!
Gestern schafft Sankt Ottmar mit unserer Auswahl das Husaren-Stück: 1:0 gegen Europameister und Turnierfavorit Spanien! Als Dank müssten wir Hitzfeld eigentlich den Schweizer Pass schenken. Oder ihn heilig sprechen. Ottmar unser!
«Ich bete jeden Tag. Und ich danke Gott für das privilegierte Leben, das ich führe. Und das schon mein ganzes Leben lang», hat Hitzfeld unlängst gesagt.
Gestern bekreuzigte er sich nach dem Schlusspfiff am Spielfeldrand. Und sagt danach ganz weltlich: «Es braucht in solchen Spielen auch das nötige Schlachtenglück. Es ist natürlich ein schönes Gefühl, gegen den Topfavoriten zu gewinnen und mit drei unerwarteten Punkten ins Turnier zu starten.»
Hitzfelds Taktik? «Wir wollten mit zwei eng beeinanderliegenden Linien sehr kompakt spielen, das Mittelfeld für die Spanier eng machen, und uns nicht rauslocken lassen. Wenn man gegen Spanien mitspielt, wird man ausgekontert.»
Er entscheidet sich wie fast immer für ein 4-4-1-1-System mit Eren Derdiyok, statt für ein 4-2-3-1 mit Schwegler.
Sankt Ottmar vergisst in der grössten Stunde seiner Nati-Karriere seine wichtigsten Ministranten nicht. Hitzfeld: «Unser Goalie Diego Benaglio ist im Eins-zu-Eins Weltklasse. Klar aber auch, dass ein Torwart über sich hinauswachsen muss, wenn man Spanien schlagen will.» Übrigens: Die Schweiz ist nun auch dank Hitzfeld und Benaglio (und vor allem dessen Vorgänger Pascal Zuberbühler) seit 484 Minuten an einer WM ungeschlagen.
Und über Torschütze Gelson sagt Sankt Ottmar: «Er ist dank einer Top-Leistung gegen Italien sehr spät auf den fahrenden Zug aufgesprungen. Er ist einer, der auch als Ersatzspieler die Teamkollegen immer anspornt. Ein sehr wichtiger Spieler.»