Abu Ghraib: Nach vier Jahren tauchen neue Fotos auf Neue Schock-Fotos aus Abu Ghraib

  • Publiziert: 28.02.2008, Aktualisiert: 13.01.2012
  • von Benjamin Rüegg

MONTEREY/KALIFORNIEN USA. Der Psychologe Philip Zimbardo präsentiere heute auf einer Konferenz bisher unveröffentliche Bilder aus dem berüchtigten Abu Ghraib-Gefängnis im Irak. Die Bilder sind schockierend.

Wichtiger Hinweis: Die Bildstrecke ist für sensible Menschen und Kinder nicht geeignet.

Zimbardo hatte für einen Vortrag an der TED-Konferenz in Montrey (Kalifornien) Zugang zu bisher unveröffentlichten Fotos aus dem irakischen Gefängnis Abu Ghraib. Die über 300 Fotos zeigen die unglaublichen Qualen, die US-Soldaten den irakischen Gefängnis-Insassen zugefügt haben.

Die Folterungen in Abu Ghraib waren 2004 durch die Veröffentlichung von Fotos publik geworden und lösten weltweit Empörung aus. Der Oberstleutnant Steven Jordan soll den Einsatz von Hunden und das vollständige Entkleiden von Gefangenen zu deren Erniedrigung gebilligt haben.

Elf US-Soldaten sind bereits verurteilt worden, die höchste Strafe erhielt Charles Graner mit zehn Jahren Haft. Lynndie England wurde zu drei Jahren Haft verurteilt. Dem Oberstleutnant drohen «lediglich» achteinhalb Jahre.

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DAS HORROR-GEFÄNGNIS

Schon zu Zeiten Saddam Husseins war das Gefängnis wegen seiner Folter-Praktiken berüchtigt. Nach dem Irak-Krieg wurde das Gefängnis 2004 von den USA übernommen. Es befindet sich wenige Kilometer vor Bagdad und wurde darum hauptsächlich als Hauptumschlagsort für Verhaftete verwendet. Es bietet Platz für rund 8000 Häftlinge.

Zimbardo's «Gefängnis-Experiment»

Im sogenannten «Gefängnis-Experiment» zeigte Zimbardo, wie sich 24 College-Studenten als Wächter oder Gefangene in einem Gefängnis verhielten. Die Rollen waren «zufällig» verteilt. Die Studenten lebten sich mehr und mehr in ihre Rollen ein, die «Wachen» agierten immer sadistischer und die Gefangenen wurden immer passiver und zeigten Anzeichen extremer Depressionen. Das Experiment sollte zwei Wochen andauern, Zimbardo brach es bereits nach sechs Tagen wieder ab.

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