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Es ist seltsam, dass niemand zuvor die Idee hatte, einen Film über Dutti zu drehen», sagt Martin Witz (51). Schliesslich gebe es in der Schweiz nicht viele derart aussergewöhnliche, aber auch widersprüchliche Persönlichkeiten wie den 1962 im Alter von 74 Jahren verstorbenen Migros-Gründer Gottlieb «Dutti» Duttweiler. «Er war von einem erstaunlichen Kaliber», so Witz, «aus Gesinnung Demokrat, im Temperament jedoch ein Diktator.»
Drei Jahre hat der Regisseur mit Produzent Andres Pfäffli (53) an «Dutti der Riese» gearbeitet. Die Produktion verschlang fast eine Million Franken. Entstanden ist ein unabhängiger Autorenfilm, kein Auftragsfilm der Migros, wie Witz beteuert. Bislang unveröffentlichte Dokumente und Tonaufnahmen zeigen Dutti als furchtlosen, zugleich harmoniebedürftigen Menschen. «In jungen Jahren war er ein Kriegsgewinnler, später Humanist und Genossenschafter», so Witz.
Mit 100 000 Franken gründete Dutti 1925 die Migros: Aus fünf umgebauten Ford-Lastwagen verkaufte er Zucker, Reis, Kaffee und Seife. Heute hat die Migros rund 80 000 Mitarbeiter und zählt zu den grössten Konzernen der Schweiz.
«Gegen Ende seines Lebens war Dutti ein grosser Zweifler», weiss Pfäffli, «skeptisch gegenüber der grenzenlosen Konsumgesellschaft, die er selbst mitaufgebaut hat.» Für Kultur und Humanität einzustehen sei wichtiger als dem Konsum zu frönen und Geld zu verdienen, so Duttis Erkenntnis. Witz: «Schon das macht ihn zur einzigartigen Figur in der Geschichte der Schweiz und zu einem längst fälligen Kinohelden.»