Gipfeltreffen auf der Strela-Alp Leuthards Fondue-Offensive

  • Aktualisiert am 03.01.2012
  • Von Hannes Britschgi
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Imagepflege für die Schweiz auf 2000 Meter über Meereshöhe: Zum Abschluss des WEF lud Doris Leuthard Wirtschaftsführer und Journalisten zum Dîner auf der Strela-Alp.

Alp Strela, eine Alm, 300 Meter über Davos, Südlage: Hier liegt das erste «entschleunigte» Skigebiet der Schweiz. Und hierhin – abseits der Hektik und des Verkehrschaos am WEF – lud Bundespräsidentin Doris Leuthard (46) ein Dutzend Topshots aus Wirtschaft, Forschung und Verwaltung zum Abschlussfondue mit der Weltpresse.

Die Namen der Zwölferrunde lesen sich wie ein Who is who der Schweiz: Peter Brabeck (65, VR-Präsident Nestlé), Daniel Vasella (56, CEO und VR-Präsident Novartis), Hans-Ulrich Doerig (69, VR-Präsident Credit Suisse), Philipp Hildebrand (46, Präsident Nationalbank), Patrick Odier (54, Präsident Bankiervereinigung), Martin Senn (52, CEO Zurich Financial Services), Georges Kern (44, CEO IWC Watches), Bertrand Piccard (51, Präsident Solar Impulse, Ralph Eichler (62, Präsident ETH Zürich), Patrick Aebischer (55, Präsident EPF Lausanne) Marie-Gabrielle Ineichen-Fleisch (48, Botschafterin, Seco), Walter Thurnherr (46, Generalsekretär des Volkswirtschaftsdepartements).

Punkt 19.00 Uhr fuhr die 30-köpfige, in dicke Winterkleidung verpackte Gruppe per Standseilbahn auf die Schatzalp. Härtetest war ein fünfminütiger Fussmarsch durch knirschenden Schnee bei minus 16 Grad hinauf ins Restaurant Strela-Alp. Erst gabs Glühwein zum Apéro, dann begrüsste Gastgeberin Leuthard in Englisch.

Vor dem Essen analysierten Phi-lipp Hildebrand, Peter Brabeck und Bertrand Piccard in kurzen Referaten die Situation der Schweiz. Persönlich, pointiert und prägnant arbeiteten sie die Stärken des Landes und die Herausforderungen der Zukunft heraus. Sie scheuten sich nicht, gewisse Entwicklungen der Schweiz kritisch zu kommentieren.

Damit waren die Themen zum anschliessenden Fondueplausch gesetzt. Bei Malanser Freisamer, Jahrgang 2007, diskutierte man weit über die Zeit hinaus.

Nach Plan hätte die illustre Gruppe um 21.30 Uhr wieder im Tal sein müssen. Doch die Gespräche waren derart animiert, dass die Gäste erst eine Stunde später wieder auf dem Talboden waren.

Leuthard konnte die Charmeoffensive bei der Weltpresse als Erfolg verbuchen. Die ausländischen Journalisten bedankten sich herzlich und wünschten der Schweiz in schwierigen Zeiten ein bisschen mehr Selbstvertrauen. Alle waren über die Schneelandschaft im Mondschein begeistert. Besser hätte sich die Schweiz gar nicht präsentieren können. Fast schien es, die CVP-Bundesrätin verfüge über einen direkten Draht nach oben.

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