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Roger Federer baut seinen Rekord weiter aus. Nachdem er in Wimbledon letztes Jahr die 14 Grand-Slam-Titel von Pete Sampras übertroffen hatte, ist er nun bei 16 angelangt. An den Australian Open gewinnt zudem als erster Papi seit Andre Agassi 2003.
Obwohl der Schotte Andy Murray (ATP 4) bis zum Final überragend gespielt hatte, verliert er in seinem zweiten Grand-Slam-Final wie vor zwei Jahren an den US Open in drei Sätzen gegen Federer. Das Resultat diesmal: 6:3, 6:4, 7:6.
Federer und Murray starten beide nervös. Je einmal geben beide ihren Aufschlag bis zum 2:2 ab. Das fünfte Game gibt dem Spiel dann die Richtung vor. Murray hat drei Breakbälle, doch Federer rettet sich mit guten Services aus der Bredouille. Wenig später gelingt ihm das entscheidende Break zum 5:3.
Im zweiten Durchgang ist der Schweizer klar besser. Federer spielt taktisch ausgesprochen klug, schlägt viele weiche Bälle, um dem exzellenten Konterspieler Murray weniger Chancen zu bieten. Wenn er die Möglichkeit hat, brilliert er aber auch mit Winnern und Netzangriffen. Letztlich gelingt ihm nur das eine Break zum 2:1, doch er hätte noch viele weitere Chancen gehabt.
Erst im dritten Satz entwickelt sich der Final zum Spektakel. Mit dem Rücken zur Wand beginnt der Schotte, mehr zu riskieren. Er führt 5:2, doch Roger lässt nicht locker, schafft das Re-Break. Das Tie-Break wird ein echter Klassiker. Ehe Federer seinen dritten Matchball verwertet, hat Murray seinerseits fünf Satzbälle, um wenigstens einen vierten Satz zu erzwingen.
Bei seinem zweiten Matchball hat die Weltnummer 1 die Trophäe praktisch schon in der Hand. Er spielt einen Stoppball und rechnet nicht mehr mit der Schnelligkeit Murrays. «Ich sah mich schon mit dem Pokal in der Hand», gibt Federer nachher zu.
Er könnte den notwendigen Volley spielen, lässt aber Murrays Passierball durch. «Ich dachte erst, er fliegt ins Out, und dann war es schon zu spät.» In dem Moment habe er sich plötzlich nicht mehr mit dem Pokal in der Hand gesehen. «Ich dachte, jetzt könntest du in fünf Sätzen verlieren.» Nicht heute. Zum 13:11 verschlägt Murray eine Rückhand ins Netz.
Und dann ist es Murray, der Tränen der Enttäuschung vergibt. «Sorry, liebe Fans, dass ich nicht gewinnen konnte für euch», sagt er. Und zu Federer: «Weinen kann ich wie du, leider nicht so spielen.» Grossbritannien wartet seit 74 Jahren auf einen Grand-Slam-Sieger bei den Männern. Wenns nach Federer geht, nicht mehr so lange. «Du hast zu viel Talent, um nicht ein Grand-Slam-Turnier zu gewinnen», sagt der Schweizer tröstend.