Die Schweiz gilt als logistische Basis für Extremisten – und war damit vor Anschlägen sicher. Nun aber rückt der Terror näher: Mit dem umstrittenen Panzer-Deal gerät unser Land ins Fadenkreuz der Kaida.Die Schweizer Bevölkerung muss keine Angst haben», sagte Bundespräsident
Samuel Schmid (58) nach den Anschlägen in
London zu BLICK. Im Moment gebe es keine Hinweise auf ein erhöhtes Risiko.Die Schweiz als Oase des Friedens inmitten des von Terror bedrohten Europa?Mitnichten: «Die Uno und die Welthandelsorganisation WTO in
Genf sind für die radikalen Islamisten ein rotes Tuch und gehören zweifellos zu den gefährdeten Organisationen», sagt ein hochrangiger Nachrichtendienstler zu SonntagsBlick (in der gedruckten Ausgabe). New York, Djerba,
Riad,
Madrid: Bei all diesen Terrorattacken führten Spuren auch in die Schweiz – Bin Ladens Backoffice: Der Transit-Terrorist: Mohammed Atta (†33), Anführer der 9/11-Todespiloten machte auf seinem Weg in die USA einen Zwischenstopp in Zürich-Kloten. Er kaufte ein Sackmesser und hob am Bancomaten Geld ab. Der falsche Schweizer: Aiman al-Sawahiri (54), Nummer 2 der Kaida, besass einen gefälschten Schweizer Pass. Er soll sich mehrmals in unserem Land aufgehalten haben. Die Handy-Falle: Khalid Scheich Mohammed (41), Bin Ladens Nummer 3, telefonierte mit Schweizer Prepaid-Handys. Er gilt als Chefplaner des 11. Septembers. Die Riad-Connection: Nach den Anschlägen von Riad verhaftete die
Bundesanwaltschaft in der Schweiz elf mutmassliche Terrorhelfer. Sie sollen die Kaida logistisch unterstützt haben. Der Märtyrer: Mohamed Achraf (31) war bereit, für den heiligen
Krieg zu sterben. Der Marokkaner plante einen Bombenanschlag auf das Oberste Gericht in Madrid und wurde im vergangenen August in Zürich verhaftet. Achraf stand auch in Kontakt mit dem Mörder des holländischen Filmemachers Theo van Gogh. Die Bieler Spur: Nach dem Anschlag auf der tunesischen Ferieninsel Djerba, bei der in einer Synagoge 21 Menschen getötet wurden, führte eine Spur nach Biel BE. M.*, Sekretär eines islamischen Zentrums, soll angeblich in Kontakt zu den Attentätern gestanden haben. Der Netz-Terror: Mitte Februar wurden in Biel und Düdingen FR fünf Muslime verhaftet. Sie hatten auf ihrer Internetseite Videos verbreitet, auf denen die Tötung von Geiseln im Irak zu sehen war. Bereits ein halbes Jahr zuvor wurde die Internetseite des in
Lausanne wohnhaften Tunesiers Moez G.* vom Netz geholt. Extremisten hatten von dieser Plattform aus ihre Hasstiraden in die Welt geschickt. Die Konti des Bösen: Sieben Jahre lang war für Osama Bin Laden (48) ein Schweizer Bankkonto eingerichtet. Auch sein Stellvertreter al-Sawahiri war Kontoinhaber bei einem Schweizer Geldinstitut.Diese Beispiele lassen den Schluss zu: Die Schweiz ist für die Terroristen ein logistischer Transferplatz. Er ist für sie wichtig als finanzielle Drehscheibe und als Ruheraum. «Darum ist die Schweiz vorläufig kein Anschlagsziel», sagt Terrorismus-Forscher Rolf Tophoven (67). Für den Schweizer Islamisten Ahmed Huber (77) ist klar: «Es gibt kaum Interesse an einem Anschlag in der Schweiz.»Reizt der Panzer-Deal des Bundesrates nun die Kaida (gestern im BLICK)? Wird die Schweiz wegen mickrigen 12 Millionen Franken für 180 Schützenpanzer, die via Arabische Emirate in den Irak verkauft werden sollen, zur Zielscheibe?Noch verschonen Bin Ladens Leute unser Land. Weil die Schweiz für die Kämpfer im Namen Allahs zu wichtig ist. Noch.*Namen der Redaktion bekannt.