«Black'n'Blond» abgesetzt!

  • Aktualisiert am 14.01.2012

ZÜRICH – Genug gelangweilt: «BlacknBlond» verschwindet. Wegen mangelnder Entwicklung, wie es heisst.

So richtig Spass hatte (fast) niemand an der einzigen Late-Night-Show des Schweizer Fernsehens. Bei der ersten Sendung nach der Sommerpause wirkten sogar die Macher Roman Kilchsperger und Chris von Rohr blass und unmotiviert.

Kilchsperger kasperte sogar noch rum, er habe nicht daran geglaubt, dass es «BlacknBlond» nach der Sommerpause auch noch gebe.

Nun muss er sich nicht drüber wundern: Die Sendung wird abgesetzt. Per sofort! «Grund ist die fehlende Entwicklung nach der Sommerpause. Anstelle von ‹Black’n’Blond› zeigt SF zwei ab nächstem Montag die Serie ‹Dr. House›», heisst es in einer knappen Pressemitteilung von SF.

Die «fehlende Entwicklung» lässt sich auch an den Zuschauerzahlen ablesen: Die erste Sendung sahen noch 264600 Neugierige an den heimischen Bildschirmen. Bei ihrer Rückkehr am vergangenen Montag zappten nur noch knapp 70000 in die Sendung rein – und wurden erst noch enttäuscht (Blick Online berichtete).

Bleibt zu hoffen, dass mit dem Ende dieser Late-Night-Sendung nicht das letzte Wort in Sachen komödiantischer Spät-Talk gesprochen worden ist. Beim nächsten Mal aber bitte mit Witz und Niveau.

INTERVIEW URS DURRER, PRESSESPRECHER SF

Heute Morgen hat Schweizer Fernsehen den Entscheid gefällt, die Latenightshow BlacknBlond per sofort abzusetzen. heute sprach mit SF Pressesprecher Urs Durrer über die Gründe:

«heute»: Herr Durrer, gestern haben Sie BlacknBlond noch vehement verteidigt. Heute kommt das überraschende Aus für die Sendung. Wieso hat man im Leutschenbach die Meinung so schnell geändert?

Urs Durrer: Nach einem turbulenten Start hat sich BlacknBlond gut entwickelt. Wir haben gehofft, es käme gut. Doch nach der Sommerpause sind unsere Erwartungen unterboten worden. Wir haben der Sendung genug Chancen gegeben. Aber wenn wir den Punkt erreichen, bei dem wir denken, es sei besser aufzuhören, dann tun wir das. Diesen Punkt haben wir heute Morgen erreicht.

Wie haben Roman Kilchsperger und Chris von Rohr auf Ihre Mitteilung reagiert?

Wir haben die beiden heute Nachmittag um 13 Uhr darüber informeirt. Natürlich sind sie enttäuscht gewesen. Roman Kilchsperger bleibt uns ja für «Deal or no Deal» erhalten. Eine spätere Zusammenarbeit mit Chris von Rohr schliessen wir zurzeit auch nicht aus.

Hat das plötzliche Aus etwas damit zu tun, dass Chris von Rohr bei der Konkurrenz 3+ als ein Aushängeschild fungiert?

Nein. Unsere Entscheidung hat nichts mit den beteiligten Personen zu tun, sondern für uns war der Inhalt massgeblich.

Wird es in naher Zukunft wieder eine Latenightshow auf SF zu sehen geben?

Eine Latenightshow wie «BlacknBlond» wird es in den nächsten zwei Jahren nicht geben.

Sind die Schweizer Zuschauer vielleicht nicht reif für eine derartige Latenightshow?

Vielleicht fehlt es tatsächlih an einer Latenightkultur in der Schweiz. Wobei wir ganz ehrlich sein müssen: Unsere Quoten haben sich im Schnitt bei zehn Prozent Zuschaueranteil bewegt, was für eine Latenightshow auch im internationalen Bereich nicht schlecht ist. Aber entscheidend für die Absetzung waren nicht die Quoten sondern der Inhalt, mit dem wir nicht zufrieden waren.
Genug gelangweilt: «BlacknBlond» verschwindet.

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