Kolumne vom 22. Juni 2009 - Sepp und die Vuvuzela
Vuvuzela heisst die südafrikanische Tröte, die manchen europäischen Fussballer offensichtlich so nervt. Eine Vuvuzela sieht aus wie eine zu dünn geratene Spielzeugtrompete und tönt ungefähr so: «Tuuu». Das geht ja noch, werden jetzt die meinen, die nicht bedenken, wie Zehntausende von zeitgleich trötenden Vuvuzelas tönen. Xabi Alonso jedenfalls, hat am Rande des Confed-Cups ein Verbot der Vuvuzela gefordert.
Es ist ein Zufall, dass Vuvuzela ausgerechnet auf Varela reimt. Für einmal ist Varela völlig unschuldig. Das Tuuu-Tuuu-Tuuu der Vuvuzela darf ihm nicht auch noch angelastet werden. Er hat genug damit zu beissen, dass er immer noch nicht sicher weiss, wo er in der kommenden Saison spielt.
Einer der bereits weiss, wo er in einem Jahr spielen möchte, ist unser Nationaltrainer Ottmar Hitzfeld. Er reiste schon mal nach Südafrika, um sein Gehör an diese viel zitierte Vuvuzela zu gewöhnen. Eine Kuhglocke, meinte Hitzfeld, sei lauter als eine Vuvuzela. Klar, wo der Denker von Lörrach recht hat, hat er recht. Trotzdem gibt es durchaus auch Trainer, die der Tröte weniger aufgeschlossen gegenüber stehen. So der Niederländer Bert van Marwijk, der ähnlich wie Xabi Alonso für ein Vuvuzela-Verbot plädiert.
Zum Glück für die Tröte, hat sich FIFA-Boss Sepp Blatter sehr rasch und energisch in die Vuvuzela-Debatte eingeschaltet. «Ich weiss nicht, ob wir diesen Sound stoppen können. Afrika ist laut, es ist voll Energie, Rhythmus, Musik, Tanz, Trommeln. Das ist Afrika, wir müssen dies so annehmen.» In Anlehnung an diese bemerkenswerte Aussage Blatters, sind wir versucht etwas ähnlich Poetisches über den Präsidenten selbst zu verfassen: «Wir wissen nicht, ob wir diese Intelligenz stoppen können. Blatter ist laut, er ist voll Energie, Rhythmus, Freunde, Beziehungen. Das ist Blatter, wir müssen dies so annehmen.» Tuuu-Tuuu-Tuuu!